unterkünfte für sozial schwache

Bald Wohnbau GmbH im Altlandkreis?

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Schongau/Altenstadt - Das Bemühen, in den westlichen Gemeinden des Landkreises mehr für den sozialen Wohnungsbau zu tun, nimmt konkrete Formen an. Noch im April sollen sich die betroffenen Stadt- und Gemeinderatsgremien in ihren Sitzungen äußern.

Dass bezahlbarer Wohnraum auch ohne die vielen Flüchtlinge knapp geworden wäre, hatten Erhebungen schon vor geraumer Zeit ergeben. Was dazu führte, dass die Schongauer CSU einen entsprechenden Antrag im Stadtrat einbrachte und dabei Bezug auf Verhältnisse im Weilheimer Raum nahm.

Dort existiert die sogenannte Wohnbau Weilheim, der acht Gesellschafter angehören: der Landkreis sowie die Kommunen Penzberg, Weilheim, Peißenberg, Murnau, Seeshaupt, Bernried und Uffing. Der Altlandkreis Schongau bleibt unberücksichtigt. Bei der Schongauer CSU sieht man diese Entwicklung „mit zunehmender Besorgnis“. Dem entgegnete Bürgermeister Sluyterman, dass man bereits Grundstücke im Fokus habe und auch bereits Wohnbauträger kontaktiert habe. Eine Beteiligung an der Wohnbau Weilheim schloss er allerdings aus, zumal deren Gesellschafter eine Ausweitung auch nicht befürworteten.

Rundruf bei den Amtskollegen

Für den Altenstadter Gemeindechef Albert Hadersbeck war die Sache so interessant, dass er gleich einen Rundruf bei seinen Amtskollegen startete und vorschlug zu eruieren, wie die Stimmung zu dem Vorschlag in den jeweiligen Kommunalparlamenten sei. Und er einigte sich schließlich mit seinen Kollegen darauf, das Problem in einer April-Sitzung der betroffenen Gemeinden thematisieren und diskutieren zu lassen. Hadersbeck: „Letztlich gibt es ja nur zwei Möglichkeiten. Entweder macht das eine Kommune selbst oder man gründet eine GmbH, was meiner Meinung nach das Beste ist.“

All dies sollen der Stadtrat in Schongau sowie die Gemeinderäte im westlichen Landkreis nun in ihren Gremien debattieren und klären, ob sie einer GmbH beitreten wollen. Im Mai wollen die Gemeindechefs wieder zusammenkommen und weitere Schritte beratschlagen. Dazu gehört beispielsweise, ob jemand ein Grundstück oder Objekt anbieten kann, aber auch, mit welcher Summe die Gemeinde einsteigen bzw. wie viele Anteile sie erwerben will.

Albert HadersbeckAltenstadts Bürgermeisterist die treibende Kraft

Hohenfurchs Bürgermeister Guntram Vogelsgesang hält die Gründung einer GmbH in Zeiten wie diesen „für eine sehr gute Sache, weil man auf diese Weise eigenen Wohnraum für sozial Schwache schaffen kann“. Dass die Idee eines Anschlusses an die Wohnbau Weilheim aus den bekannten Gründen schnell verworfen werden musste, kann er nachvollziehen. Vogelsgesang: „Das hätte einen Mega-Aufwand bedeutet, zumal die Weilheimer Gesellschafter bis aus Murnau haben und ja zunächst alle ihre Zustimmung hätten geben müssen.“ Und auch logistisch wäre dies eine kaum zu bewältigende Aufgabe gewesen. Jetzt stelle sich die Frage, inwieweit die Gemeinden im Altlandkreis prinzipiell an einer solchen GmbH interessiert sind.

Er sieht aber gute Chancen, möglicherweise die Wohnbau Weilheim mit ihren Ressourcen als Dienstleister gegen ein entsprechendes Entgelt zu nutzen. Dabei müsse dann auch geklärt werden, wer die Geschäftsführung übernimmt. Die Hohenfurcher wollen dazu schon mal ein wenig Vorarbeit leisten. In ihrer Sitzung am kommenden Dienstag soll ausgelotet werden, ob die Gemeinderäte mit von der Partie sind, wenn es um die Beteiligung der Schönachgemeinde an besagter Gesellschaft ist.

Wie nötig solche Projekte sind, zeigt sicher nicht zuletzt auch eine Aktivität in Schwabsoien, wo die Gemeinde einen ehemaligen Gasthof zur Unterkunft für Flüchtlinge und sozial Schwache vor Ort umfunktioniert hat (wir berichteten).

Rubriklistenbild: © dpa

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