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Hoch auf dem Dach des Münzgebäudes: Das Team der Zimmerei Schmölz aus Bernbeuren. Tobias Lerf bringt das Bäumchen an, Taiwo Olokunde öffnet die Flasche, und Meister Josef Schmölz hält den Richtspruch und leert die Flasche in drei Etappen.

Bauarbeiten am Münzgebäude in Schongau

Hebauf für neues Schmuckstück in Schongau

Ein weiteres Zwischenziel bei der Baumaßnahme Münzgebäude ist erreicht: Fast auf den Tag genau acht Monate nach dem Spatenstich ist jetzt Hebauf gefeiert worden. Wie geplant, soll bis März 2020 das Amt für Senioren mit Büros für 16 Arbeitsplätze dort Einzug halten. Dazu kommt der Saal im Dachbereich, in dem Volkshochschul-Kurse und Seminare abgehalten werden können.

Schongau – Die Blicke der Gäste der Hebauf-Feier sind nach oben gerichtet. Auf der Gerüstplattform in Giebelhöhe des Münzgebäudes hat Zimmerer Tobias Lerf das mit weißblauen Schleifen geschmückte Fichtenbäumchen an der Gerüststange befestigt. Sein Kollege Taiwo Olokunde lässt daneben den Korken ploppen. Rotwein ist für den Richtspruch angesagt. Natürlich für den Chef und Meister Josef Schmölz, der seine guten Wünsche für das Gelingen der Baumaßnahme von oben herab auf die Gäste niederregnen lässt. Und das in Gedichtform, wie es sich eben nach alter Väter Sitte gehört.

„Ein schönes Werk ist uns gelungen, gar stattlich steht das Bauwerk da. So frei und leicht und ungezwungen, wie besser ich es nirgends sah“, so die Worte von Josef Schmölz. Und der Zimmerermeister unterstreicht dies mit dem dreifachen Genuss des roten Rebensaftes und Zerschlagen des Weinglases.

Das soll Glück bringen. Glück, das bis jetzt schon dem Bauvorhaben hold geblieben ist. Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman nennt es eben einen Glücksfall, dass Kreiskämmerer Norbert Merk vor drei Jahren beim Besuch des Schongauer Weihnachtsmarktes auf das Gebäude aufmerksam wurde. Merks Gedankenspiel: „So ein Gebäude hat uns gefehlt.“

Der Funke sprang auf Landrätin Andrea Jochner-Weiß über, die das Haus als „Schmankerl“ bezeichnet. „Dieses Haus hat eine Aura, hat so viel Charme, wir werden viel Leben hineinbringen“, so die Landrätin.

Sie bedankt sich beim Bürgermeister, der das Vorhaben des Landratsamtes so tatkräftig unterstützt. Dieser wiederum nennt das gesamte Bauvorhaben eine „Investition, die in die Zukunft gerichtet ist“.

Rückblick: Lange Zeit lag das Gebäude in einem gewissen Dornröschenschlaf, nachdem 2008 die Polizeiinspektion in die neuen Räumlichkeiten im Jugendheimweg umgezogen war. Außer, dass die CSU einige Räume für sich belegt hatte, stand das Gebäude unsaniert überwiegend leer da. Von außen mit seinen gelb-schwarzen Fensterläden und den Rosenstöcken im Vorgarten im Sommer ein Hingucker, von innen ein Trauerspiel in vielen Akten.

Das wird nach der Sanierung ein Ende haben. Erste Eindrücke konnten die Gäste der Hebauf-Feier bei einer kurzen Führung selbst sammeln. Erklärungen dazu gab Projektleiterin Verena Engler, die das sanierte Gebäude mit dem Umfeld eine „Aufwertung für die Altstadt“ bezeichnet. „Für die Arbeiter ist es nicht immer einfach, so ein historisches Gebäude zu sanieren“, so Engler und klopft dabei auf die Balken des Dachstuhls.

Denn alle möglichen Ämter haben Vorgaben, dann kommen an den unmöglichsten Stellen auch noch morsche Balken zum Vorschein. „Da gibt es immer wieder Überraschungen, mit denen keiner rechnen konnte“, so die Projektleiterin weiter.

Dabei vergisst sie nicht, ein großes Kompliment an die ausführenden Firmen und den Projektverantwortlichen Robert Thomas vom Bauamt zu richten: „Durch die durchdachte Arbeit wird dieses Münzgebäude zum Schmuckstück und kommt locker über die nächsten 700 Jahre“, ist sich Engler sicher.

Hans-Helmut Herold

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