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Die Gleise werden in gleich lan ge Stücke zerlegt und für den Abtransport gestapelt. Extra entsorgt werden die Schwellen aus Holz. Das Material ist viele Tonnen schwer. 

Bauarbeiten am Schongauer Bahnhof haben begonnen

Tonnenweise Gleise und 1500 Kubikmeter Bodenmaterial

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Muldenkipper, Bagger, Bulldogs: Es tut sich mächtig was am Schongauer Bahnhof. Nach der Baustelleneinrichtung in der vergangenen Woche (wir berichteten), krempelt das Team der von der Bahn beauftragten Firma jetzt die Ärmel hoch und ist vor allem mit dem Bodenaustausch beschäftigt.

Gebaut wird unter „rollendem Rad“, das heißt, Passagiere können das Gleis vier weiter nutzen.

Schongau – „Dazu werden die Gleise und der Schotter ausgebaut – es geht in die Tiefe“, so Johannes Dapfer, Bauleiter der Firma Spitzke. Jede Menge Material muss da bewegt werden. Zwei Gleise werden auf einer Länge von jeweils 180 bis 190 Metern ausgebaut. Allein ein Meter Schiene wiegt schon 49 Kilogramm. Dazu kommen rund 1000 Kubikmeter Boden und noch einmal rund 500 Kubikmeter Schotter, schätzt Dapfer. 

Die Gleise werden „jochweise“, wie dies im Fachjargon heißt, ausgebaut und dann in sechs Meter-Stücke zerlegt, um anschließend sortiert wieder aufgestapelt zu werden – Schwellen aus Holz und Schienen aus Metall. 

Auch die zwei alten Prellböcke an den Gleisenden mussten raus. Diese werden entsorgt und letztlich durch neue ersetzt. Die Böden würden so weit ausgebaut, bis man auf tragfähigen Boden komme, erklärt der Bauleiter. Das teilweise belastete Material muss entsprechend entsorgt werden, viel ist dies jedoch nicht. Fünf Mitarbeiter der Firma sind derzeit im Einsatz.

Anbindung über 15 Meter langen Gehweg

Wie bereits berichtet, wird der Schongauer Bahnhof in den kommenden drei Monaten barrierefrei ausgebaut. Dafür werden die derzeit vorhandenen drei niedrigen Zwischenbahnsteige ersetzt durch einen dann 55 Zentimeter hohen Mittelbahnsteig und einen Reisendenüberweg. Die Anbindung erfolgt über einen 15 Meter langen Gehweg. Künftig kann man an den Gleisen zwei und drei stufenlos ein- und aussteigen. 

Der Bahnsteig mit Wartehäuschen wird 140 Meter lang und knapp fünf Meter breit. Die Gesamtkosten belaufen sich nach einer Presseinformation der Bahn auf rund 3,2 Millionen Euro und werden gemeinsam vom Bund und der Bahn finanziert.

Gebaut wird bei laufendem Betrieb

Gebaut wird in Schongau unter „rollendem Rad“, das heißt, der Betrieb soll für die Fahrgäste fast wie gewohnt ablaufen – fast die ganze Baustelle hindurch kann das Gleis 4 genutzt werden. Lediglich im September, direkt nach den Sommerferien, kommt auf die Reisenden wohl eine zehntägige Sperrung des Bahnhofs zu. Ein Ersatzverkehr soll eingerichtet werden. Auch der Bahnhofsvorplatz soll noch neu gestaltet werden.

An der Baustelle am Bahnhof wurde bereits alles vermessen für den neuen Mittelbahnsteig.

Die Bauarbeiten am Gleis sollen bis Ende September abgeschlossen sein. „Nach dem Bau eines elektronischen Stellwerks im vergangenen Jahr ist der barrierefreie Ausbau des Bahnhof Schongau ein weiterer Baustein zur Modernisierung der Pfaffenwinkelbahn“, so Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für den Freistaat Bayern. Die anderen fünf Bahnstationen an der Pfaffenwinkelbahn sollen in den kommenden Jahren barrierefrei ausgebaut werden, um den Fahrgästen eine durchgehende barrierefreie Mobilität anbieten zu können. Baubeginn soll 2021 sein.

„Schongau bekommt einen modernen Bahnhof für Pendler“, so MdB Alexander Dobrindt. Auch werde die Attraktivität des Schienenverkehrs im Landkreis gestärkt. „Bahnfahren wird damit noch attraktiver und angenehmer.“ Von dem Geld, das der Bund in Schongau investiere, profitierten die Stadt, die Region und die vielen Pendler im Landkreis gleichermaßen. 

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