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Auf dieser Grünfläche an der Marktoberdorfer Straße sollte ein Supermarkt mit Getränkemarkt entstehen. Oben rechts im Bild die Meisenhöfe mit der Arbeitsagentur.

Aus dem Bauausschuss

Supermarkt neben Arbeitsagentur abgelehnt - schon wieder

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Auch der dritte Versuch, auf der Grünfläche neben der Arbeitsagentur an der Marktoberdorfer Straße einen Supermarkt zu errichten, ist vom Bauausschuss am Dienstagabend abgelehnt worden. Es gab aber auch kritische Stimmen, ob man nicht selber aktiv werden muss.

Schongau – Für das städtische Bauamt war der Antrag ein Déjà-vu: „Eine fast identische Voranfrage ist bereits im April 2015 eingegangen“, sagte Bernd Liebermann im Bauausschuss. Einziger Unterschied: Damals gab es nur einen Antragsteller, der einen 800 Quadratmeter großen Supermarkt bauen wollte mitsamt Getränkemarkt (695 Quadratmeter) und Bäckerei, jetzt waren es zwei verschiedene Antragsteller, und die Bäckerei sollte wegfallen. Doch weil beide Anträge eng miteinander verknüpft seien, müssten sie gemeinsam behandelt werden, so Liebermann. 57 Meter lang, 34 Meter breit, 80 Parkplätze zur Marktoberdorfer Straße – das sind die Dimensionen des Projekts.

Doch wie schon vor drei Jahren, begründet die Stadt ihre ablehnende Haltung mit dem Schachzug, es handele sich um einen „Außenbereich im Innenbereich“, was Bauamts-Mitarbeiter Michael Wölfle schon damals als „in diesem Fall grenzwertig“ bezeichnete. Doch zusätzlich liegt mittlerweile das Einzelhandelskonzept vor, das genau für solche Anfragen eine fundierte Grundlage bietet. Und das besagt laut Liebermann, dass man in Schongau bei Lebensmittelmärkten zu 99,1 Prozent ausgelastet sei. „Wir haben keinen Bedarf mehr, deshalb können wir den Antrag nicht befürworten“, so Liebermann. Lieber hätte man dort Wohnungen, um eine sinnvolle Nachverdichtung zu ermöglichen.

Das sah auch Ilona Böse (SPD) so. „Wir sollten dort das Ziel einer Wohnnutzung verfolgen.“ Freie Flächen in Schongau seien begrenzt, deshalb müsse man sorgsam damit umgehen. Und Schongau-West sei mit Lebensmittelmärkten gut versorgt. Auch Siegfried Müller (ALS) sah „keinen Bedarf“ und prangerte die geplante Zufahrt über die Marktoberdorfer Straße an: „Das kann gar nicht funktionieren.“

Nur Paul Huber (CSU) vertrat traditionell seine Meinung, sich nicht in den Wettbewerb der Unternehmen einzumischen. „Wir denken immer, wir sind gescheiter als die, die das Geschäft betreiben“, sagte er. Ihn ärgere, dass man 2015 auf der Fläche einen Rewe-Markt abgelehnt habe, der jetzt in Hohenfurch entstanden sei. „Ob das besser ist für Schongau?“ Außerdem sieht er wegen der Belastung durch die vielbefahrene Straße große Hürden für eine Wohnbebauung.

Ganz andere Sorgen hatte Michael Eberle (CSU). „Wir müssen unsere Ablehnung rechtlich sauber abwägen, denn die Begründung Außenbereich im Innenbereich hält vor Gericht nicht stand. Das ist maximal eine Baulücke.“ Man hätte nach der Ablehnung 2015 längst in die Planung einsteigen müssen, sonst stehe man als Verhinderer da. „Wir bewegen uns da auf dünnem Eis“, warnte Eberle.

Wölfle sah das lockerer. Zuerst müsste gerichtlich festgestellt werden, dass die Stadt die Planung unrechtmäßig abgelehnt habe, und bisher seien die Antragsteller auch nicht vor Gericht gegangen. Selbst wenn – es handele sich nur um eine Voranfrage. „Das ist noch kein Bauantrag, wir haben Zeit. Selbst während eines Prozesses könnten wir noch eine Veränderungssperre erlassen und in die Bauleitplanung einsteigen.“ Auch vom Vorschlag, vorab das Landratsamt klären zu lassen, ob die Ablehnungs-Begründung der Stadt ausreiche, hielt Wölfle nichts: „Unsere Ablehnung geht sowieso ans Landratsamt, da werden wir angehört.“

Nichtsdestotrotz fand auch Böse, man müsse die Fläche überplanen. „Wir haben schließlich eine Verantwortung für die städtebauliche Entwicklung und sollten uns Gedanken machen.“ Sonst komme nächstes Jahr die nächste Supermarkt-Anfrage. Der Antrag zur Supermarkt-Ansiedlung wurde schließlich mit 7:2 Stimmen abgelehnt.

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