Ärgern sich immer wieder über den vielen Müll in Schongau, wie hier am Hollberg: Umweltreferentin Bettina Buresch (ALS) und Markus Keller (Bund Naturschutz). Herold

Bauausschuss

Schongaus Umweltreferentin fordert mehr Mülleimer für eine saubere Stadt

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Über Müll in öffentlichen Grünflächen klagt Schongaus Umweltreferentin Bettina Buresch (ALS). Im Bauausschuss regte sie jüngst an, dass die Stadt bitte mehr Mülleimer aufstellen möge. Den Umweltschützern werde die ehrenamtliche Pflege von Flächen unnötig schwer gemacht. Auch Michael Eberle (CSU) fand, dass die Stadt aktiv werden müsse.

Schongau „Die Mülleimer in Schongau kann ich an einer Hand abzählen“, so Buresch auf Nachfrage der Schongauer Nachrichten, „für die Größe des Stadtgebiets sind es einfach viel zu wenig.“

Wie die ALS-Stadträtin berichtet, sei sie derzeit mit ihrem Mann Markus Keller ehrenamtlich für den Bund Naturschutz wieder dabei, diverse Flächen in Schongau zu mähen wie etwa den Hang unterhalb der Schönlinderstraße in Schongau-West. „Diese Wiesen wurden früher von den Schongauer Bauern gemäht, jetzt sind wir dabei, sie zu pflegen.“ Doch was die Naturschützer mit ihren Helfern dabei manchmal zutage fördern, sei alles andere als im Einklang mit der Natur: Flaschen und Scherben, Silvesterraketen und Zigarettenschachtel, Grillschüsseln und Plastikverpackungen. „Das erschwert uns Naturschützern die Arbeit eminent“, klagte Buresch im Bauausschuss. Und weiter: „Das kann auch für uns gefährlich sein, denn man steht im steilen Hang und muss sich abstützen oder stolpert auch mal – man könnte sich an einer Glasscherbe schlimm schneiden.“

Ihre These: Wenn die Bürger den Müll nicht kilometerweit nach Hause schleppen müssen, landet auch weniger in der Wiese oder am Wegesrand. Insgesamt sehe es im Stadtgebiet teilweise schlimm aus, berichtet Buresch. Bei den Ruhebänken am Hollberg etwa sammele sie regelmäßig Abfall auf, ebenso wie an den Ruhebänken unterhalb des Krankenhauses an der Siechenhalde. „Schön wäre es, wenn man zum Beispiel mit der Krankenhaus GmbH eine Kooperation finden könnte, denn dem Abfall nach zu urteilen ist der Müll auch von Besuchern oder Patienten“, so die Stadträtin. Vielleicht könnten sich Stadt und Krankenhaus da zusammentun, regt Buresch an. Insgesamt seien im Stadtgebiet regelmäßig Bürger unterwegs, die die Hinterlassenschaften ihrer Mitbürger mit nach Hause nehmen und dort entsorgen.

Bürgermeister Falk Sluyterman meinte zwar in der Sitzung, dass man Menschen, die Umweltfrevel begehen wollten, wohl nicht daran hindern könne, sagte aber der Umweltreferentin spontan Unterstützung seitens des Bauhofs zu. Wenn die Naturschützer mähen und Müll sammeln, sollen sie diesen nicht selbst entsorgen müssen, da könne der Städtische Bauhof helfen. „Bitte den Kollegen Bescheid geben, dann können sie ein Fahrzeug bereitstellen.“

Auch Michael Eberle sprang Bettina Buresch in der Sitzung bei: „Wo keine Mülleimer stehen, entsteht auch kein Müll – diese Politik funktioniert einfach nicht“, so der CSU-Fraktionsführer. Auch er hinterfragte, ob man nicht hier und dort nachrüsten müsse und forderte die Kollegen dazu auf, Vorschläge auf kleinem Wege der Stadt zu melden. Bei der Idee, zumindest überall in der Nähe von Hundetütenstationen und Hundetoiletten auch einen separaten Mülleimer aufzustellen, winkte der Rathauschef jedoch ab, denn die Tütchen mit Hundekot dürften nicht gemeinsam mit dem normalen Restmüll entsorgt werden.

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