Übergibt das Forderungspapier im Namen der Milchviehhalter aus der Region an Hochland: Johann Leis (2.v.l.).  Foto: siegl
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Übergibt das Forderungspapier im Namen der Milchviehhalter aus der Region an Hochland: Johann Leis (2.v.l.). Foto: siegl

BDM kämpft um besseren Milchpreis

Bauern fordern bei Hochland in Schongau: „Schluss mit lustig“:

  • Elena Siegl
    vonElena Siegl
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„Schluss mit lustig“, das forderten nun einige Bauern im Rahmen einer bundesweiten Aktion. Auch bei Hochland in Schongau setzten sich Landwirte für einen besseren Milchpreis ein.

Schongau – Ein Bulldog nach dem anderen rollt vor den Haupteingang von Hochland. „Schluss mit lustig sein“, fordern rund zehn Milchbauern in Schongau, die sich an einer bundesweiten Aktion beteiligen.

Die Anforderungen und Kosten für die Bauern steigen immer weiter, erklärt Johann Leis, Vorsitzender des BDM Kreisteams Garmisch-Partenkirchen und Landesvorsitzender des Verbands Deutscher Milchviehhalter (BDM), der Milchpreis bleibe aber niedrig. „Seit 40 Jahren nahezu unverändert“, ist von mehreren Landwirten zu hören.

Bauern fordern mindestens 15 Cent mehr pro Liter Milch

Bei 33 Cent pro Liter liege der Milchpreis momentan. Hochland zahlt zwar ein paar Cent mehr – doch das sei noch nicht ausreichend. Rund ein drittel der derzeitigen Kosten bleibt ungedeckt – das gehe zu Lasten des Stundenlohns für ihre Arbeit, erklärt Leis. Großeltern und Kinder helfen unbezahlt aus, um das Ganze überhaupt noch stemmen zu können. Zahlreiche Betriebe, so heißt es im gemeinsamen Forderungsschreiben von sieben Verbänden an Molkereien und Schlachthöfe, sind in ihrer Existenz bedroht. Als ersten Schritt, um Höfe erhalten und wirtschaftlich nachhaltig weiterentwickeln zu können, fordern die Landwirte konkret mindestens 15 Cent mehr pro Liter Milch, einen Euro mehr pro Kilogramm Rindfleisch, 50 Cent mehr pro Kilogramm Schweinefleisch und 20 Cent mehr für das Kilogramm Geflügel.

All das sei allerdings nur eine kurzfristige Maßnahme, so Leis. Eine politische Lösung wäre ihm lieber, weil sie standhafter sei. Doch die werde immer wieder blockiert. „Die Verarbeiter betonen immer, dass sie sich als unsere Partner sehen. Dann sind sie jetzt auch gefordert, Verantwortung zu übernehmen“, so Leis.

„Gewinn sollte auch bei Bauern ankommen“

„Es heißt immer, sie haben kein Geld. Aber wenn man sich hier umschaut, sieht man, dass sie doch genug haben, um immer weiter auszubauen“, meint eine Bäuerin mit Blick auf das Firmengelände von Hochland in Schongau. „Das soll auch so sein, dass sie investieren“, sagt Leis. „Nur sollte von dem Gewinn eben auch was bei den Bauern ankommen.“ Die gerechtere Verteilung der Erlöse in der Wertschöpfungskette wird ebenfalls im Forderungspapier genannt, auf das die Bauern bis morgigen Donnerstag, 19. November, eine Antwort erwarten. Diese werden sie auch bekommen, versprach man bei Hochland freundlich, wollte das Ganze vorerst aber nicht groß kommentieren. Abholen wollen die Bauern die Antwort dann wieder persönlich, erklärt Leis.

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