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Das Bild trügt: Zwar tummeln sich auf dieser Wiese bei Pähl noch immer zahlreiche Störche, der nasskalte Mai forderte beim Nachwuchs aber einen hohen Tribut.

Viele Vögel ohne Nachwuchs

Traurige Entwicklung: Jungstörche sterben reihenweise - Experten kennen den Grund 

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Eine traurige Entwicklung beobachten Experten bei Störchen in Oberbayern: Ihre Jungen sterben reihenweise, mancherorts ging der komplette Nachwuchs ein.

Landkreis – Tagelanger Dauerregen im Mai brachte Kälte und Nässe in die Region. Ein verheerendes Wetter für junge Störche. Allein in Raisting starben über 50 Prozent der Jungstörche.

Bei Dauerregen fliegt nur noch ein Altstorch zur Futtersuche aus und er findet wenig Nahrung. „Der andere Storch bleibt im Nest bei den Jungen, obwohl diese darauf angewiesen wären, von beiden Elternteilen gefüttert zu werden“, erklärt Oda Wieding, Weißstorch-Expertin des bayerischen Landesbunds für Vogelschutz (LBV).

Auch die Größe der Tiere spiele eine Rolle. Besonders gefährdet seien hühnergroße Küken, die nicht mehr unter die schützenden Flügel der Eltern schlüpfen können. Sie kühlen dann schneller aus und erkranken. Hinzu kommt der Hunger.

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Störche im Landkreis Weilheim-Schongau: Hier sind Küken gestorben

Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) hat sämtliche Störche und ihre Jungen in der Region registriert und beobachtet sie. Die Bilanz nach den Unwettern sieht folgendermaßen aus: In Altenstadt, Murnau, Oberhausen und Polling sind alle Storchenküken gestorben – insgesamt über elf Tiere. Mehr Glück hatten die Störche in Bernbeuren, Obersöchering und Wielenbach. Dort haben die insgesamt fünf Küken alle überlebt.

In Fischen (Pähl) überlebten immerhin zwei von drei Störchen die Unwetter unbeschadet. Noch zwei Jungstörche gibt es in Apfeldorf und in Weilheim lebt noch eines von ursprünglich vier Küken.

Ob die Störche, die sich in Weilheim auf dem Theaterdach niedergelassen haben überhaupt gebrütet hatten, ist laut Oda Wieding unklar. Denn oft haben Störche, die sich neu ansiedeln, im ersten Jahr noch keinen Bruterfolg, erklärt die Expertin. Störche sind ab zwei Jahren geschlechtsreif.

Viele Störche im Landkreis Weilheim-Schongau ohne Nachwuchs

Jüngere Vögel kommen daher oft nur zum Übersommern in den Landkreis. So gibt es laut Wieding zum Beispiel im Raum Sindelsdorf zwölf Störche ohne Nachwuchs, im Raum Raisting sind es sogar bis zu 50 Vögel. Raisting gilt als Weißstorch-Hochburg der Region. Mit 17 Horsten ist es die größte Weißstorch-Kolonie Südbayerns. Doch der Dauerregen Mitte Mai hat auch hier seine Spuren hinterlassen. In elf Horsten sind Küken gestorben. Oft waren über drei Jungstörche in den Nestern, von denen häufig alle, manchmal ein Teil der Küken gestorben sind.

Das Wetter in der Region sei nicht ideal für Störche, sagt Oda Wieding vom LBV. In Alpennähe nehmen die Niederschläge zu, immer wieder kommt es zu starken Regenfällen. Andere Vögel, wie zum Beispiel Graureiher, kommen mit diesen Bedingungen besser zurecht, für Störche sind lang anhaltende Schauer allerdings kritisch.

Im Video: Wie Störche brüten

Trotzdem immer mehr Störche im Landkreis Weilheim-Schongau

Auch wenn heuer viele Storchenküken gestorben sind, sieht Wieding keinen Grund zur Sorge. „Wir haben bayernweit tolle Bestände.“ Vor allem auch wenn man bedenke, dass noch vor einigen Jahren befürchtet wurde, dass der Weißstorch ausstirbt. Über 550 Brutpaare gibt es derzeit in Bayern. „Das ist wirklich verrückt und es bleibt spannend zu beobachten“, so Wieding.

Dass es immer mehr Störche gibt, liege vor allem an den guten Überwinterungsmöglichkeiten in Spanien. „Seit dort auf riesigen Feldern Reis angebaut wird, finden die Störche viel Nahrung und sind besser versorgt als in Afrika“, sagt Wieding. Wichtig sei allerdings auch, dass Wiesen im Landkreis und Tal-Auen für die Störche erhalten bleiben. Obwohl in diesem Jahr also viele Küken gestorben sind, liegt die Sterberate von Störchen weiter unter der Geburtenrate. „Der Storch kann Verluste in guten Jahren wieder ausgleichen, wenn er mehr Küken bekommt“, so Wieding. Heuer ist es allerdings zu spät für eine erneute Brut.

Ein Problem mit einer bestimmten Tierpopulation haben Bürger in Mittelfranken: Zu Tausenden bevölkern die schwarzen, haarigen bis zu sieben Zentimeter langen Tierchen Gärten und Häuser und sogar das Freibad in Gunzenhausen. Auch andernorts kommen angesiedelte Tiere nicht so gut an:Drei Pfaue trieben tagelang ein ganzes Dorf in den Wahnsinn - mit ihrem Liebesgeschrei. Und am Tegernsee hielt ein Schwan Gäste und Einheimische über Wochen auf Trab.

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