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Bis 2021 fährt die Bayerische Regiobahn zwischen Schongau und Augsburg, für den folgenden Zeitraum bewirbt sie sich. Das Bild zeigt einen Lint-Triebwagen im Bahnhof Weilheim.

BEG schreibt Strecke neu aus

Schwarzfahrer haben es ab 2021 schwerer

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Die Bayerische Regiobahn (BRB) bleibt mindestens bis zum Jahr 2021 für den Schienenpersonennahverkehr zwischen Schongau und Augsburg zuständig, für die Folgezeit möchte man sich nun bewerben. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) setzt auf Qualität und möchte Schwarzfahrern an den Kragen.

Weilheim-Schongau Vergangenen Sommer hatte sich die BRB bei der Ausschreibungs-Verlängerung für die Schienenstrecke Schongau- Augsburg durchgesetzt. Das heißt, dass sich mindestens bis Ende 2021 keine großen Änderungen für die Fahrgäste ergeben, eventuell sogar bis Ende 2022. Geht es nach BRB-Geschäftsführer Bernd Rosenbusch, soll dies auch darüber hinaus so bleiben: „Wir wollen natürlich weiterfahren, es ist ja unsere Heimatstrecke“, betont er. Daher werde man sich, wie angekündigt, definitiv auf die neue Ausschreibung für die Regionalverkehre der Augsburger Netze, die die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) in den vergangenen Tagen hinausgeschickt hat, bewerben. Die Angebotsabgabe für den Zeitraum bis Ende 2030 kann bis zum 25. Mai erfolgen.

Was soll sich ab 2021 ändern? Die BEG setzt auf Qualität und erhöht dementsprechend die Qualitätsanforderungen, wie Wolfgang Oeser, Leiter Qualitätsmanagement, Marketing und Presse bei der BEG, in einer Mitteilung über die Ausschreibung erläutert. Dies sei für die BRB überhaupt keine Hürde, betont Rosenbusch. „Da sind wir optimistisch, denn die BRB spielt im bayerischen Qualitätsranking ganz oben mit – derzeit belegen wir Platz acht.“ Unter anderem spielen Sauberkeit und Pünktlichkeit der Züge eine Rolle. 2017 sei bei der BRB beispielsweise das pünktlichste Jahr seit sechs oder sieben Jahren gewesen. Die BEG setzt mit dem künftigen Vertrag übrigens ein neues Pünktlichkeitsmesssystem ein, der Anbieter muss bei Verspätungen Entgeltminderungen in Kauf nehmen.

Mit Strafgeldern belegt werden soll auch, wenn vertraglich vereinbarte Sitzplatzkapazitäten, z.B. erhöhte Sitzplatzzahlen im Berufsverkehr oder in Schülerzügen, bewusst nicht eingehalten werden. „Besonderen Wert legt die BEG auf die Barrierefreiheit“, so Oeser. Der künftige Betreiber muss jeden Zugteil mit einer rollstuhlgerechten Einstiegshilfe ausstatten. Zudem verlangt die BEG eine rollstuhlgerechte Toilette und mindestens zwei Rollstuhlplätze je Zugteil.

Die BEG, die den Regional- und S-Bahn-Verkehr in Bayern plant, finanziert und kontrolliert, fordert in der europaweiten Ausschreibung unter anderem, dass eingesetzte Gebrauchtfahrzeuge dann nicht älter sein dürfen als Baujahr 2008. Wer Neufahrzeuge auf die Schienen bringt, soll einen Bonus bekommen. Will die BRB dann ihre Flotte erneuern? „Tendenziell werden alle eher Gebrauchtfahrzeuge anbieten, die Laufzeit ist zu kurz“, schätzt Rosenbusch.

Was alle Anbieter umsetzen müssen: Ab 2021 wird die Anzahl der Kundenbetreuer erhöht auf 50 Prozent, was bedeutet: War bisher nur in rund jedem dritten Zug ein Kundenbetreuer an Bord, ist künftig jedes zweite Fahrzeug besetzt. Gleichzeitig soll es in den Zügen keine Fahrkartenautomaten mehr geben. Laut Rosenbusch sind ohnehin fast alle Bahnhöfe mit Fahrkartenautomaten ausgestattet, einige wenige sollen nachgerüstet werden. Die Tickets müssen dann wie früher alle vorab gelöst werden.

Warum denn das bequeme Lösen im Zug aufgeben? „Die Schwarzfahrerquoten sind deutlich angestiegen“, begründet Rosenbusch, genaue Zahlen will er allerdings nicht nennen. Aber natürlich kennt man seine Pappenheimer: Einige Kunden halten sich bewusst lange am Automaten auf und lösen erst dann ein Ticket, wenn der Zugbegleiter bereits in Sichtweite ist – dies geht ab spätestens 2021 nicht mehr. Rosenbusch: „Für den ehrlichen Kunden ist dies besser.“

Ziel ist insgesamt: Die Fahrgäste sollen ohne besonderen Aufwand einen Fahrschein kaufen können. Dafür gibt die BEG auch die Öffnungszeiten an den Verkaufsstellen vor. An der Strecke Schongau–Augsburg gibt es nur noch die in Weilheim, „da sind die Öffnungszeiten aber prima“, beurteilt es Rosenbusch. In den Videoreisezentren Schongau, Peiting-Ost und Peißenberg bleibt alles wie gehabt.

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