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Die Beschäftigten des Hoerbiger-Konzerns können zwischen Geld und zusätzlich freien Tagen wählen

Nach Verhandlungen der IG Metall

Bei Hoerbiger: Geld oder mehr freie Tage

Dank der Verhandlungen der IG Metall können jetzt auch die Beschäftigten des Hoerbiger-Konzerns zwischen Geld und zusätzlich freien Tagen wählen. Das teilt die IG-Metall Weilheim mit. Bei Betrieben wie Aerotech (Peißenberg) und Zarges (Weilheim) gilt diese Regelung schon seit April 2018.

Weilheim-Schongau – „In vier intensiven Verhandlungsrunden ist es der IG Metall gelungen, Hoerbiger von den Vorteilen einer Wahlmöglichkeit für die Beschäftigten im Tarifvertrag zu überzeugen“, äußert sich Gewerkschaftssekretär Philip Kränsel (IG Metall Weilheim) zufrieden. Konkret heißt dies: In Zukunft bekommen also genau die Beschäftigten, die besonderen Belastungen ausgesetzt sind, die Möglichkeit, sich durch die zusätzlichen freien Tage zu erholen. „Alle anderen profitieren von einer deutlichen Entgelt-Steigerung“, so Kränsel.

Seit Jahresbeginn 2019 gelten bei Hoerbiger vergleichbare Regelungen des Tarifvertrages T-Zug, der bereits im vergangenen Jahr im Zuge der Tarifrunde der Metall– und Elektroindustrie mit der Wahloption Geld oder freie Tage für ausgewählte Beschäftigtengruppen ausgehandelt worden ist.

Beschäftigte bei Hoerbiger können Wählen

Somit können die über 1500 Beschäftigten bei den Hoerbiger-Werken in Schongau, Altenstadt und Penzberg wählen: Entweder sie entscheiden sich für eine Sonderzahlung in Höhe von 27,5 Prozent eines Monatsgehalts. Oder: Wer in Schicht arbeitet oder Kinder im Alter bis zu acht Jahre hat oder Angehörige mit mindestens Pflegegrad 1 in häuslicher Umgebung pflegt, der kann statt der vollen Sonderzahlung auch sechs zusätzliche freie Tage beantragen, ergänzt Gewerkschaftssekretär Kränsel.

Die Unternehmensleitung von Hoerbiger hatte der Anwendung dieses neuen Tarifvertrages zunächst widersprochen. „Da bei Hoerbiger lediglich ein Anerkennungstarifvertrag gilt, der nicht automatisch alle Regelungen der Fläche übernimmt, musste hier betrieblich nachverhandelt werden“, so die IG Metall Weilheim. Zwar sei die in der Tarifrunde vereinbarte Entgelt-Erhöhung bei Hoerbiger weitergegeben worden, „die Wahloption des neuen Tarifvertrages sollte den Beschäftigten allerdings vorenthalten werden“, kritisierte Kränsel.

Unternehmensleitung äußert sich nicht

Was sagt die Unternehmensleitung des Hoerbiger-Konzerns zu dem Tarifabschluss mit der IG Metall? Nichts – obwohl sie zunächst eine Stellungnahme angekündigt hatte.

Bei den Firmen Aerotech (Peißenberg), Zarges (Weilheim) und Bechtold (Weilheim) beispielsweise ist der Flächentarifvertrag schon seit April des vergangenen Jahres in trockenen Tüchern. Die Firma Bauer Maschinen und Xylem Analytics (beide in Weilheim) haben einen Haustarifvertrag, wobei die Arbeitgeber direkt mit der IG Metall verhandeln.

Und dann gibt es noch Firmen wie Hirschvogel (Denklingen/Schongau) und ept (Peiting), die nicht tariflich gebunden sind. Kränsel bedauert, dass in diesen Betrieben die Beschäftigten gewerkschaftlich nicht so stark organisiert seien.

Was sagt die Hirschvogel-Unternehmensleitung dazu? „Die deutschen Werke der Hirschvogel-Gruppe sind nicht tarifgebunden, lehnen sich allerdings an den Flächentarifvertrag der IG Metall an“, teilte Alfons Hätscher, Geschäftsführer Finanzen der Hirschvogel Holding GmbH, auf Anfrage mit. Und Hätscher ergänzt: Hirschvogel habe in der Vergangenheit immer den Tarifvertrag übernommen und plane dieses auch in der Zukunft.

MICHAEL GRETSCHMANN

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