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Gruppenfoto mit Hund Guido, den Peter Haggenmiller mit auf die Tour nahm. „Gemeinsam anpacken ohne viel zu fragen“ Unter diesem Motto stand die Ramadama-Frühjahrsaktion der Schongauer JU und CSU. Diese Helfer sammelten den Müll auf, den andere achtlos weggeworfen haben. Auf dem Foto ist nur ein kleiner Teil des Unrats zu sehen.

Ramadama in Schongau

Die Natur von 300 Kilo Müll befreit

Dieser Termin einer gemeinsamen Aktion sollte eigentlich bei jedem verantwortungsvollen Bürger ganz dick im Kalender angestrichen sein. Eine Aktion, die mittlerweile zum festen Programm der CSU in Schongau gehört. Ramadama, ein Begriff, der die Bürger aus dem Winterschlaf rütteln und zum Mitmachen animieren sollte.

Schongau – Es ist ein Spiel, das sich jedes Jahr im Frühjahr wiederholt: Bevor das Grün richtig austreibt, bevor der achtlos weggeworfene Dreck von frischen Trieben überwachsen wird. Eigentlich wäre es ein überflüssiges Spiel, wenn sich alle Bürger im Vorfeld an gewisse Spielregeln halten würden: „Den Dreck und Abfall, den ich im Freien produziere, entsorge ich selbst oder nehme ihn einfach wieder mit.“ So simpel.

Doch das Spiel ist eigentlich bitterer Ernst und macht darüber hinaus nachdenklich. Von der stattlichen Zahl Schongauer Bürger sind an diesem Samstag 45 Personen inklusive der Kinder und Jugendlichen dem Aufruf gefolgt, die Flächen links und rechts neben den Straßen nach Unrat abzugrasen. Doch wo waren all die anderen? Die Nörgler, die zwar den Weg zum Rathaus finden, um sich über den Unrat und Dreck im Stadtbereich beschweren, aber am „Aktionstag Ramadama“ immer verhindert sind. Aber es gibt sie noch, die treuen Seelen, die sich für andere bücken und sich die Hände schmutzig machen. Sie kommen als Vertreter der Schongauer Vereine, die sich an der Aktion beteiligen: Der Soldaten- und Veteranenverein, der TSV, der Bund Naturschutz, die Feuerwehr, afghanische Mitbürger aus der Rentamtstraße und natürlich die Gastgeber.

Halt, fast vergessen. Bürgemeister Falk Sluyterman und Ehefrau Cordula können nicht nur, wie schon oftmals angemerkt, Blümchen an Jubilare überreichen, sie können vor allem kräftig anpacken. Bis zum Schluss schleppten beide Müllsäcke an, um diese auf dem Hänger aufzustapeln.

„Eigentlich hat sich nicht viel zum Vorjahr verändert“, stellt Stadträtin Bettina Buresch fest. Sie grast einmal mehr mit ihrem Team vom Bund Naturschutz die Siechenhalde am Krankenhausberg und den Hollberg ab. Dabei erwähnenswertwert: Die Trinker, die an ihren Verweilplätzen im vergangenen Jahr noch jede Menge leere Rotwein-Tetraverpackungen entsorgten, haben jetzt auf Wodka Gorbatschow umgestellt. Bettina Buresch stellt auch fest, dass in der Nähe einiger Bänke zwar Hundklos aufgestellt sind, aber Abfallkörbe fehlen.

In der Nähe der Sportplätze und an der Marktoberdorfer Straße wird Josef Eberle (15) mit Gleichgesinnten fündig. Jede Menge Pappbecher und Essensboxen einer Fastfoodkette werden von den Jungs dort eingesammelt. Dagegen sind die Blechteile, die schon von Wurzeln umschlossen sind, Kleinigkeiten.

Ein komplettes Aquarium bergen die Mitbürger aus Afghanistan. Dieses wurde am Lech entsorgt. Nicht gerade einfach, den Männern diese Art der Entsorgung zu erklären.

Hat Timo (8) letztes Jahr noch mit einer Schlagzeile auf sich aufmerksam gemacht, musste er in diesem Jahr kleinere Brötchen backen. Damals war er es, der den entsorgten Schweinskopf in einem Gebüsch fand. In diesem Jahr ist sein Fundstück einige Nummern kleiner. Es ist ein Wildsauzahn. Diese Trophäe landet natürlich nicht im Müllsack, Timo will nach den Ferien mit diesem Stück in seiner Klasse für Ramadama werben.

Den Oberhammer an Dreistigkeit erlebt hautnah eine Stadträtin, die in der Blumenstraße und rund um die Bücherei ihr Revier hat. Während sie Kippen und Unrat aufsammelt, gesellt sich eine Frau (ca. 45) dazu. Diese entnimmt die letzte Zigarette aus der Verpackung, zerknüllt diese und lässt die Schachtel einfach fallen. Ihr Kommentar dazu, nachdem sie auf ihr Verhalten angesprochen wird, schlägt dem Fass den Boden aus. „Wenn Ihr so dumm seid und Euch diese Mühe macht, seid Ihr doch selbst schuld.“

Hans-Helmut Herold

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