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Wie eine große Familie: Mitarbeiter der Wärmestube zusammen mit Besuchern, die sich dort wohl fühlen.

Wärmestube in Schongau

„Bei uns geht keiner hungrig raus“

Die Wärmestube in der Dominikus-Zimmermann-Straße 1 in Schongau ist seit 20 Jahren eine segensreiche Einrichtung. Sie steht allen Bürgern in Armut als Schutz und Aufenthaltsraum offen. Gerade in der Winterzeit ist der Zulauf groß. Gut zwei Dutzend Leute wärmen sich dort täglich auf und bekommen etwas zu essen.

Schongau – „Wir sind wie eine große Familie“, erzählt Monika Wunderer. Zusammen mit Renate Brauchler und Heidi Merklein sorgt sie dafür, das in der Wärmestube jeden Tag ein gutes Essen aufgetischt wird. „Den _Speiseplan stellen wir selbst zusammen“, sagt Wunderer, die bereits seit zehn Jahren für die Wärmestube kocht.

„Alles wird täglich frisch zubereitet“, ergänzt Monika Wunderer. Und sie weiß, wie wichtig gesundes Essen ist, „denn es hält Leib und Seele zusammen“. Und den Leuten schmeckt’s. Für zwei Euro ein warmes Mittagessen und die Tasse Kaffee für 30 Cent – das gibt es sonst nirgends in Schongau.

„Bei uns geht keiner hungrig raus“, verspricht Monika Wunderer. Alle nicken. Die gute Hausmannskost der Wärmestube ist begehrt. „Uns schmeckt es super“, bestätigt Alexander Matthes (40) aus Peiting, der jahrelang auf der Straße gelebt hat und jetzt dankbar ist, dass es die Wärmestube in Schongau als Anlaufstelle gibt. Auch Ruhestandspfarrer Hartwig Obermüller kehrt dort gerne ein. „Hier gibt es den besten Kaffee“, versichert der Geistliche. In Ausnahmefällen können die Besucher der Wärmestube das Essen auch mit nach Hause nehmen. Aber besser schmeckt’s ihnen in geselliger Runde. Ab und zu kommt es auch vor, dass das Essen gar nichts kostet. „Erst kürzlich hat jemand Weißwürste und Brezen spendiert“, erzählt Monika Wunderer.

Die Wärmestube ist ein öffentlicher Raum, der für alle Bürger in Armut offen steht. Er wird seither sehr rege genutzt und genießt unter den Besuchern einen ausgezeichneten Ruf. Der langjährige Leiter Christian Meier sagt dazu: „Es gibt für Menschen in Armut in einer Stadt wie Schongau keinen öffentlichen Raum, in dem nicht Konsumzwang herrschen würde. Sehr viele Besucher knüpfen in unserer Stube Kontakte und finden über diesen Weg zurück zu Offenheit.“ Dadurch schöpften sie wieder Zutrauen und Vertrauen in eigene Fähigkeiten.

Ab dem Jahr 2019 übernimmt Birgit Gutzeit als verantwortliche Abteilungsleitung die Geschicke der Wärmestube. Die Zahlen belegen einen regen Nutzerbetrieb. So wurde die Stube monatlich im Durchschnitt 300 mal besucht, 135 Mittagessen monatlich ausgegeben, rund 15 mal nutzen Besucher die Möglichkeit, ihre Wäsche dort waschen zu lassen, und zehnmal im Monat möchte jemand duschen.

Im Jahr 2018 nahmen Stefan Pantel und Daniela Schrödl als Team Alpenblinzler mit ihrem Oldtimer am Baltic Sea Circle teil und wählten die Wärmestube als Spendenpartner. „Mit diesen Spendengeldern konnten wir eine neue Waschmaschine für die Wärmestube kaufen. Das hat uns sehr gefreut“, sagt Martin Holleschovsky. zuständig für Betreutes Wohnen. Einen Dank richtet er an all die vielen Spender für die alljährlichen Zuwendungen, ohne die die Wärmestube Schongau nicht leben könnte.

„Für die weitere Unterstützung danken wir auch der Stadt Schongau, dem Markt Peiting und der Gemeinde Altenstadt, die ebenfalls einen Grundstock zur Finanzierung der Betriebskosten mit beitragen“, ergänzt Martin Holleschovsky.

Ein ganz besonderer Dank geht aber auch an Rosi Drainas-Haseitl mit der Singgruppe Regenbogen, die seit vielen Jahren die Wärmestube in Schongau mit dem Erlös aus Konzerten unterstützt und so für den weiteren Erhalt und den Betrieb der Stube Verantwortung übernimmt.

Geöffnet ist die Wärmestube in der Dominikus-Zimmermann-Straße 1 in Schongau von Montag bis Freitag jeweils von 9 bis 13 Uhr. Spenden sind jederzeit willkommen: Bank für Sozialwirtschaft IBAN: DE42 7002 0500 0004 8192 00 SWIFT-BIC: BFSWDE33MUE.

Michael Gretschmann

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