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Gewaltiger Abschluss: Knapp 80 Sänger intonierten den Andachtsjodler. 

Benefizkonzert für Schongauer Stadtpfarrkirche 

Klassik, Chor und Volksweisen sorgen für Gänsehaut

Wenn sich fünf musikalische Institutionen für den guten Zweck zusammentun, kommt nicht nur etwas ganz Wunderbares dabei heraus, sondern auch viele Menschen zu diesem Konzert der Extraklasse. Das zeigte sich bei der jüngsten Benefizveranstaltung, zu der der Förderverein der Schongauer Stadtpfarrkirche geladen hatte. 

Schongau„Wir sind immer wieder auf die finanzielle Hilfe der Pfarrei und der Bevölkerung angewiesen, wenn es um die Erhaltung oder Restauration unserer Stadtpfarrkirche geht“, betonte Stadtpfarrer Norbert Marxer. In diesem Fall ging es um die Restauration der beiden Epitaphe an der Südseite der Kirche. Um die noch offenen Kosten hierfür begleichen zu können, hatte Helmut Hunger, Vorsitzender des Fördervereins der Stadtpfarrkirche, die Idee zu diesem besonderen Benefizkonzert. Und alle Musiker und Sänger sagten sofort ihre Teilnahme zu.

Den gewaltigen Auftakt übernahm Andreas Wiesmann an der Orgel mit „Carillon de Westminster“, das, wie der Name schon vermuten lässt, das charakteristische Läuten des Big Ben als Thema hat. Etwas ruhiger ließen es die Sänger vom Bergsteigerchor unter der Leitung von Günter Brenner angehen, die die Besucher mit ihren Lieder mitnahmen in die deutschen und italienischen Alpen. Spätestens bei Toni Ortellas Klassiker „La Montanara“ waren alle in Gedanken beim Gipfelkreuz angekommen und ließen ihren Blick über die Bergkämme schweifen.

Der Männerchor des Trachtenvereins Schloßbergler Schongau holte die Gäste indes wieder zurück in die Heimat. Unter der Leitung von Walter Wölfle besang dieser unter anderem ganz einfühlsam das „Elternhaus“, das für viele der Gäste vermutlich nicht weit entfernt von der Kirche steht, und sie sich somit auch in der Liebeserklärung eines weiteren Liedes anschließen konnten: Dem „Schongauer Heimatlied“. Ein Gänsehautgarant. Ebenso wie die wunderbar ruhig vorgetragenen Lieder der Singgemeinschaft Schwabsoien, die bei den Liedern „O Herr, welch ein Abend“ und „Stern auf den ich schaue“ die Zuhörer zudem mit hervorragenden Solo-Stimmen begeisterten. An diesem Abend stand der Chor unter der Leitung von Matthias und Josef Kirchhofer jun., da ihr Vater verhindert war. Doch sie bewiesen eindrucksvoll, dass der Apfel nicht weit vom Stamm fällt.

Heiter und klassisch spielten die Schongauer Landstreicher in den Gesangspausen auf. Leiter Johannes Jais hatte eine bunte Mischung aus Wiener Klassik und Volksweisen für sich und seine sechs Mitstreicher ausgesucht. Zusammen mit einer für das Instrument eher untypischen Orgelpolka, bildete der instrumentale Teil des Konzerts eine grandiose Ergänzung zum Gesang. Diese Verbindung aus Klassik, alpenländischen Volksweisen und geistlichem Chorgesang war ein unvergessliches Erlebnis für alle, die dabei waren, und dies auch mit langandauerndem Applaus honorierten. Zumal die Sänger oft einen schweren Stand hatten, da die Big Band, die zeitgleich auf der Bühne des Festivals für Stimmung sorgte, das Einstimmen in der stillen Kirche störte. Doch ein Andachtsjodler aus knapp 80 Männerkehlen, überstimmte sogar diese Missstimmung, und es blieb nur eins: Wohlige Gänsehaut. 

  Christine Wölfle

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