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Die Teilnehmer des Freiwilligen-Einsatzes am Uferbereich in der Nähe der Litzauer Schleife. Knieend in der Mit te Projektleiter Harald Jungbold, rechts daneben Christin aus Görlitz.

Bergwaldprojekt

Sensen auf Teufel komm raus

Eine Woche lang sind 25 naturbegeisterte Teilnehmer im Gebiet der Litzauer Schleife an einem Projekt beteiligt, um einem persönlichen Beitrag zur Verbesserung der ökologischen Situation in diesem Bereich zu leisten. Die Initiative Bergwaldprojekt ist wieder einmal zu Gast bei der Initiative Lebensraum Lechtal in Schongau.

Schongau/Burggen Sie sind schwer bewaffnet, um gewissermaßen einem Feind den Garaus zu machen. Ihre Waffen: Sensen, Rechen, Astsägen und Zwicken. Der Feind: Vergraste Flächen am bewaldeten Uferbereich des Lechs. Es soll Lebensraum für seltene Pflanzen geschaffen werden, die immer mehr durch den Graswuchs verdrängt wurden.

Harald Jungbold von der Initiative Lebensraum Lechtal kennt sie alle. Die rar gewordenen Pflanzen am bewalteten Uferbereich des Lechs mit den Namen „Mückenhändelwurz“, „Weidenblättriges Ochsenauge“ oder „Sumpfgladiole“ liegen ihm am Herzen. Nur ab und zu sind sie zu erkennen, der Graswuchs hat die Artgenossen quasi aus ihrem Gebiet verjagt. Durch Bergwaldprojekt e.V. soll in der Aktionswoche vor allesm in schwer zugänglichen Flächen eine Wiesenmahd mit Sense und Rechen durchgeführt werden.

Alle Teilnehmer sind Freiwillige, die sich zum Ziel gesetzt haben, Lebensraum für seltene Orchideen und Schmetterlingsarten zu erhalten. Wie die 21-jährige Christin aus Görlitz, die an diesem Tag erst das dritte Mal mit der Sense arbeitet. Die Steigerung ihrer „Künste“ ist bemerkenswert. Mit Schwung senst Christin ihre Flächen perfekt ab. Im Gegensatz zum ersten Tag. „Ich dachte, da schwing ich einmal das Ding und die Gräser fallen locker um“, erinnert sie sich. Jetzt hat sie die Technik raus.

Wie auch Bernhard, der eine Spurweite neben ihr ist. Er hat das kurze Blatt der Sense gewählt, weil doch im direkten Uferbereich dickeres Schnittgut wächst. Schweißtreibende Arbeit, Bernhards Hüfte jammert förmlich. Anna und Ulli schärfen ihr Arbeitsgerät, auch diese Tätigkeit haben die Teilnehmer hier gelernt. Viele hatten einen Wetzstein das erste Mal im Gebrauch.

Ein großes Anliegen für Harald Jungbold während des Einsatzes ist, die Wichtigkeit des Schutzes der Arten- und Lebensraumvielfalt erlebbar zu machen. „In dieser Woche lernen die Teilnehmer die wichtigen Funktionen der verschiedenen Ökosysteme und Bioversität kennen“, erklärt er am Rande des Lechufers. Dass die soziale Komponente nicht zu kurz kommt, weiß Lisa Strixner neben ihm zu berichten. Sie kommt mit einer Gruppe von der Rummelsberger Diakonie (Einrichtung für Menschen mit Behinderung Nähe Nürnberg). „Während des Einsatzes treffen ganz unterschiedliche Menschen mit verschiedenen Voraussetzungen aufeinander. Gemeinsam arbeiten sie alle an dem gleichen wichtigen Ziel. Das verbindet ungemein“, sagt Lisa.

Zwei Teilnehmer der Rummelsberger Gruppe mussten kurz vor Beginn der Projektwoche absagen. Lisa informierte eine Kollegin von Herzogsägmühle, die beiden frei gewordenen Plätze wurden ratzfatz von Josef & Josef übernommen. Jetzt sind sie mit dabei und haben sich toll integriert. Mit Rechen ausgestattet sammeln sie das gemähte Gras und deponieren es neben einem Pfad. Abholbereit für einen Landwirt aus Burggen.

Die Arbeit mach hungrig, ganz klar. Ihre Brotzeit haben alle Teilnehmer im Rucksack mitgebracht. Auch Josef und Josef sind gut versorgt. Der Biss ins Wurstbrot ist herzhaft, schließlich hat man ein Stück Lebensraum für seltene Pflanzen zurückgewinnen können.

Hans-Helmut Herold


Info:

Mehr Informationen über die Initiative Lebensraum Lechtal e.V. gibt es im Internet unter www.alpenflusslandschaften.de oder auf der Seite www.bergwaldprojekt.de

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