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So sieht eine super motivierte Jugendgru ppe nach einer 24-Stunden-Übung aus.

Berufsfeuerwehrtag für Kinder und Jugendliche

Einsatzalltag wie bei den Profis für Schongaus Jugendfeuerwehr

24 Stunden können sehr lang, aber auch unwahrscheinlich kurzweilig sein. Das haben jetzt elf Mitglieder der Schongauer Jugendfeuerwehr erlebt, die zusammen mit Gruppenführern der Feuerwehr Schongau einen Berufsfeuerwehrtag erleben durften. Natürlich inklusive Nacht, denn die gehört zu einer Rundum- Bereitschaft dazu.

Schongau – Dienstantritt Freitagnachmittag. Die elf Mädchen und Jungen der Schongauer Jugendfeuerwehr haben ihr Quartier im Feuerwehrhaus eingerichtet. Liege, Schlafsack, Zahnbürste. Viel mehr ist unnütz für die 24- Stunden-Übung, denn die Gruppe wird gefordert werden. Rund um die Uhr. Wie im realen Feuerwehralltag.

Die elf angehenden Feuerwehrler haben schon jede Menge Ausbildung und Übungen hinter sich. Aber das ist Neuland für sie. Mit den „großen Kameraden“ sind sie rund um die Uhr in der Feuerwache. Im regulären Dienst werden sie in Fahrzeug- und Gerätekunde unterrichtet. Verrichten aber auch den oft so unbeliebten technischen Dienst. Muss sein, die Einsatzbereitschaft ist oberstes Gebot.

Daniel Mertl, zweiter Jugendwart der Feuerwehr Schongau, hat für die Übung die Rolle des Kommandanten übernommen. Ihm zur Seite stehen Matthias Pledl und Uwe Wieland, zwei „alte Hasen“ der aktiven Truppe. Sie haben die Übung ausgearbeitet, gespickt mit vielen Hindernissen. Weitere Gruppenführer sind mit im Einsatz, die als Fahrer der Einsatzfahrzeuge fungieren.

Um 17.30 Uhr schrillt Alarmglocke, als die Gruppe nach einem Unterricht gerade Brotzeit machen will. Also rein in die Fahrzeuge und los Richtung Lechsporthalle. Rauch quillt aus dem Keller. Schläuche werden in den Keller getragen. Die Jugendlichen schwitzen nicht schlecht. Erste Hürde gemeistert. Aber: Über Funk kommt die Meldung eines Verkehrsunfalls in der Peitnachstraße mit eingeklemmten Personen.

„Was da wohl auf einen zukommt?“, fragt sich Linus Hentschke, 13 Jahre alt, mit Feuer und Flamme bei der Sache. Es wird ausgerückt und mit den Großen auch dieses Szenario abgearbeitet.

Zu später Stunde dann die verdiente Brotzeit. Viel wird aber nicht verspeist, die Müdigkeit ist stärker. Die Liegen werden in Beschlag genommen.

0.30 Uhr, Wieland und Pledl sind mit ihrer Übung gnadenlos. Die Alarmglocke schrill wieder. Die Truppe fliegt fast von alleine aus den Liegen. Rein in die Klamotten, ab in die Fahrzeuge. Ein Feuer muss an der Staustufe 6 gelöscht werden. Sch . . . Partygänger, hätten doch auch woanders feiern können. Schläuche ausrollen, Wasser marsch. Feuer ist bekämpft, zurück ins Gerätehaus.

7.40 Uhr, Frühstück duftet. Denkste: Ein Pkw hat auf dem Parkplatz Feuer gefangen. Jetzt wird’s kritisch. Schaum kommt zum Einsatz, die Kleidung klebt schon am Körper. Aber die „Großen“ geben wieder professionelle Hilfestellung. Genauso wie knappe zwei Stunden später, als eine Person über die Drehleiter aus dem Gebäude der Firma Hochland gerettet werden muss.

Langsam setzt bei den Jugendlichen die Müdigkeit ein. Die Augen werden schwer, die Sonne blendet. Es geht zurück zur Feuerwache. Viel kann ja nicht mehr kommen, irgendwann ist ja Schluss mit den Ideen der Ausbilder.

Nicht bei den gnadenlosen Wieland und Pledl. Das Schrillen der Alarmglocke scheint jetzt noch brutaler, nervt fast schon. „Auslaufende Gefahrstoffe“ lautet die Einsatzmeldung. Am Bolzplatz im Forchet tropft es aus einem Behälter auf einer Ladefläche. Moritz Wendlinger prüft mit einem Messgerät, gibt das Ergebnis weiter. Die anderen legen Schlauchleitungen zum nächsten Hydranten. Zuschauer beobachten neugierig durch den Maschendrahtzaun. Einer latscht mitten durch die Gefahrenstelle. Genauso dumm wie im richtigen Leben.

Ein Schrei gibt Erleichterung: „Übungsende“. Als ob die jungen Wilden darauf gewartet hätten. Sie drehen sich samt Strahlrohre in Richtung Ausbilder. Die Müdigkeit ist wie verflogen, die Alten tropfnass. Begeisterung auf beiden Seiten.

„Unser Ziel ist es, die Jugendlichen an die verschiedenen Themen heranzuführen. Klar, dass sie im Detail noch nicht perfekt sind, aber das kommt“, sagt ein tropfnasser Matthias Pledl. Und was sagen die Jugendlichen? Nicht mehr viel nach dieser Übung, die es in sich hatte. Von Moritz Wendlinger kommt ein „sicher“ auf die Frage, ob er dabei bleibt. Michelle Ratajczak (14) drückt es mit „macht Spaß“ aus, Linus Hentschke (13) nickt nur mit einem Lächeln, und Bianca Schneider (14) bringt ein „echt cool“ über die Lippen. Eine starke Truppe.


Wer Interesse hat, sich der Jugendgruppe anzuschließen, kann sich unter der Telefonnummer 08861/6903700 bei Daniel Mertl melden.

Hans-Helmut Herold

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