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Auf Sizilien haben Matthias Meyer (2.v.li.) und Dirk Penning von Mitarbeitern der Agentur die Zertifikate für das geleistete Praktikum erhalten.

Nach Schüleraustausch jetzt auch Lehrerfortbildung im Ausland

Berufsschule ganz international

Das Berufliche Schulzentrum Schongau ist weiter auf dem Weg zur Internationalisierung. Heuer wurden nicht nur 30 Auszubildende für drei Wochen nach London geschickt, sondern auch die Lehrkräfte beteiligten sich an den Auslandsaufenthalten, um das berufliche Schulwesen und Ausbildungsbetriebe in anderen Ländern näher kennenzulernen.

Schongau – „Wir haben in Barcelona eine deutsche Berufsschule besucht und sehr gute Kontakte knüpfen können, um in naher Zukunft auch einige Auszubildende für drei bis vier Monate nach Spanien schicken zu können“, berichtet Silke Kinker, die Leiterin einer Projektgruppe am Beruflichen Schulzentrum in Schongau, die seit vier Jahren regelmäßig Förderanträge stellt, um Schülern einen Aufenthalt in anderen Ländern zu ermöglichen.

Heuer wurde dieser Erfahrungsaustausch auch auf die Lehrkräfte ausgedehnt. Zwei Lehrer machten im Sommer ein Betriebspraktikum in Sizilien, und Silke Kinker war zusammen mit weiteren sechs Lehrkräften der Abteilung Wirtschaft I eine Woche lang in Barcelona in Spanien.

Erasmus+ – so nennt sich das EU-Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport. Im Mittelpunkt von Erasmus+ steht die Förderung der Mobilität zu Lernzwecken und der transnationalen Zusammenarbeit.

„Das Programm soll Kompetenzen und Beschäftigungsfähigkeit verbessern und die Modernisierung der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung voranbringen“, erläutert Silke Kinker die Ziele von Erasmus+. In Deutschland ist die Nationale Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung (Na-BiBB) für die Umsetzung von Erasmus+ für den Bereich der Berufsbildung und der Erwachsenenbildung zuständig.

Bereits im Juni dieses Jahres absolvierten zwei Lehrer des Beruflichen Schulzentrums Schongau ein Prakikum auf Sizilien. Matthias Meyer und Dirk Penning sahen sich dort in verschiedenen Betrieben um. Wie läuft die Ausbildung ab? Was ist dort anders als in Deutschland? Was kann man von den Italienern noch alles lernen? Wie sind dort die Arbeitszeiten? All diesen Fragen wurde nachgegangen. „In Italien gibt es noch viele Familienbetriebe“, berichtet Matthias Meyer, der es für wichtig hält, wenn auch Lehrer mal über den eigenen Tellerrand hinausschauen. „Ich unterrichte viel Marketing. Fast alle Betriebe sind heutzutage international aufgestellt“, so die Erfahrung von Meyer.

„Auslandsaufenhalte in der beruflichen Aus- und Weiterbildung stellen eine hervorragende Möglichkeit dar, internationale Berufskompetenzen zu erwerben“, sind sich Silke Kinker und Matthias Meyer einig. Solche Mobilitätsprojekte seien organisierte Lernaufenthalte im europäischen Ausland. Im Bereich Berufsbildung könnten sowohl Lernende und als auch das Bildungspersonal an den Projekten teilnehmen. Von der Europäischen Kommission würden sie im Rahmen von Erasmus+ gefördert.

Davon haben auch die sieben Lehrkräfte vom Beruflichen Schulzentrum Schongau profitiert, die unter der Leitung von Silke Kinker Anfang Oktober für fünf Tage nach Barcelona reisten. In der katalanischen Hauptstadt haben Silke Kinker, Klaus Traunspurger, Sebastian Scholz, Irmgard Graf, Thomas Deibler, Dirk Penning und Christine von Egloffstein (alle von der Abteilung Wirtschaft I des Beruflichen Schulzentrums Schongau) eine deutsche Berufsschule besucht und verglichen, wie dort z.B. Industriekaufleute unterrichtet werden, wie ihre Ausbildung aufgebaut ist und das begleitende Studium abläuft. „Wir haben gute Kontakte knüpfen können und sind zuversichtlich, dass eine Partnerschaft mit dem Beruflichen Schulzentrum in Schongau entstehen kann“, so das Fazit von Silke Kinker.

Bei ihrem Aufenthalt in Barcelona wurden die Lehrkräfte aus Schongau auch mit den Unabhängigkeitsbestrebungen der Katalanen konfrontiert. „Wir wohnten direkt am Rathausplatz in Barcelona. Bei unserem Aufenthalt ist aber alles friedlich abgelaufen“, fügt Silke Kinker noch hinzu.

Michael Gretschmann

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