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Urkunden für die vier besten Schüler mit einem 1,0-Schnitt: Von Schulleiter Thomas Schütz (l.) und MdL Harald Kühn (r.) gab es ein dickes Lob für (v.l.) Simon Marc Annen, Clarissa Wagner, Anna-Carina Kapser und Elena Huber.

Abschluss an der Schongauer Berufsschule

Zeugnisse für 123 Azubis

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An der Berufsschule Schongau machten 123 Auszubildende ihren Abschluss. Sie wurden mit einer Feier verabschiedet. Und es gab besondere Zeugnisse.

Schongau – Die Winterprüfung 2017/2018 an der Berufsschule Schongau ist vorbei. Insgesamt 131 Schüler haben zweieinhalb bis dreieinhalb Jahre Ausbildung hinter sich gebracht, 123 davon mit einem Abschlusszeugnis in der Tasche. Verabschiedet wurden sie mit einer Feier im Jakob-Pfeiffer-Haus. Unterm Strich verzeichnete die Berufsschule ein durchaus hohes Ausbildungsniveau: Immerhin 16 Schüler erhielten für ihren guten Notenschnitt einen Staatspreis, vier davon schafften gar die 1,0. Ihre Zeugnisse erhielten zudem 16 junge Flüchtlinge: Die Berufsintegrationsklasse hat zwei Jahre Schule hinter sich.

Bei der Veranstaltung, musikalisch umrahmt vom Schulchor unter Galina Christiani, hörten die erfolgreichen Prüflinge allerlei Lob – aber auch mahnende Worte. Die Schüler könnten auf ihre Leistung „mit Recht“ stolz sein, würdigte Schulleiter Thomas Schütz ihre Leistung. In der heutigen Zeit mit all ihren Begleiterscheinungen brauche es Erfolgserlebnisse und Anerkennung. Ein „gesundes Selbstbewusstsein“ sei ein Schutzmantel vor Unsicherheit, „die oft als Schwäche missdeutet wird“. Damit ihre Schützlinge entsprechend gestärkt ins Berufsleben hinausziehen, versuchte ihnen die Berufsschule, zusätzliche Eigenschaften zu vermitteln: Freude an der Arbeit, Begeisterungsfähigkeit, Stolz, Ausdauer und Zufriedenheit mit dem Erreichten – das sind die Faktoren, die Schütz am Herzen liegen.

Doch der Schulleiter hatte auch mahnende Worte parat. Die Absolventen dürften sich „nicht zurücklehnen und auf dem Erreichten ausruhen“, lautete das Fazit seiner Ansprache. Ein Motto, das die Festredner aufgriffen. „Kein Abschluss ohne Anschluss“, zog CSU-Landtagsabgeordneter Harald Kühn das Motto der freistaatlichen Ausbildungspolitik heran. Vor allem in Hinblick auf die Digitalisierung, die gerade die junge Generation betreffe. Für Kreishandwerksmeister Stefan Zirngibl ist die duale Ausbildung in Betrieb und Schule das „Zeichen einer funktionierenden Partnerschaft“. Der Weilheimer Schlossermeister nutzte die Gelegenheit, um eine Lanze für das Handwerk zu brechen – weil „Gymnasium und Abitur nicht der allein seligmachende Weg ist“. Berufspraktika sollten deshalb an Gymnasium und Realschule Pflicht werden. Zirngibl warnte davor, die rasante Entwicklung in der Berufswelt („Arbeit 4.0“) zu verschlafen. Tätigkeiten, wie sie bekannt seien, würden verschwinden „oder vielleicht noch auf der Glentleiten bestehen“. Sein Rat deshalb an die Absolventen: „Bleiben Sie um Himmels Willen nicht stehen.“

Einen launigen Rückblick auf das Schulleben hielten die Absolventen Katharina Zitt und Simon Annen. Letzterer hob hervor, dass die Ausbildungszeit mehr war als das Fachliche – sondern auch der „Prägung von Persönlichkeiten“ diente. Entsprechend optimistisch blickte der frisch gebackene Industriekaufmann in die Zukunft: „Uns stehen viele Türen offen.“

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