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Das Busfahren zum Krankenhaus ist attraktiver geworden. Darüber freuen sich (von links): Thomas Lippmann (Krankenhaus GmbH), Dr. Wilhelm Fischer (Ärztlicher Direktor), Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Ralf Kreutzer, RVO-Leiter Region Oberland mit dem Schongauer Busfahrer Peter Makowsky. 

Mehr Busse und für Bahnfahrer kostenlos

Bessere Verbindung zum Krankenhaus

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Das Schongauer Krankenhaus ist ab sofort per Bus besser erreichbar. Der RVO erweiterte sein Angebot und wird unterstützt von der Krankenhaus GmbH und dem Landkreis. Bahnfahrer müssen noch nicht einmal zusätzlich bezahlen – das Ticket gilt weiter. Der Wunsch nach einem eigenen Bahnhalt am Krankenhaus bleibt jedoch drängend.

Schongau Morgens um 5.05 Uhr fährt der erste Bus zum Krankenhaus, abends um 19.07 der letzte Richtung Bahnhof: Zum Schuljahresbeginn wartet der Regionalverkehr Oberbayern (RVO) in Kooperation mit dem Landratsamt Weilheim-Schongau und der Krankenhaus GmbH mit einer verbesserten Busverbindung auf. Ab sofort gibt es 19 Verbindungen pro Tag, „und dies ohne großen Aufwand“, wie sich Ralf Kreutzer, RVO-Leiter der Region Oberland, bei einem Pressetermin freute. Kleine zeitliche Verschiebungen beim bestehenden Fahrplan schaffen Luft, zwei neue Direktverbindungen vom Schongauer Bahnhof zum Kreiskrankenhaus wurden eingeschoben (Abfahrt jeweils 9 und 10 Uhr am Bahnhof, Ankunft elf Minuten später). Die Rückfahrt erfolgt dann gut eine halbe Stunde später. So ist auch ein Kurzbesuch am Krankenbett möglich.

Bahnkunden fahren kostenlos

Was das Angebot besonders attraktiv macht: Wer mit der Bahn kommt und zum Krankenhaus möchte, muss nicht einen Cent für die zusätzliche Fahrt ausgeben. Die Bahnfahrkarten nach und von Schongau gelten auch für die Busverbindung zwischen Bahnhof und Krankenhaus, die Fahrgäste müssen kein weiteres Ticket lösen. Das Angebot ist insgesamt recht attraktiv: Wer die RVO-Linie „Ammer-Lech-Land“ nutzt und am Krankenhaus aussteigt, zahlt für das Gesamtnetz nur vier Euro, die Stadtnetz-Tageskarte Schongau kostet die Hälfte.

„Das ist kein Geheimnis, dass das Krankenhaus Schongau nicht supergut an die Stadt angeschlossen ist – sämtliche Institutionen kämpfen um einen Bahnhalt am Krankenhaus“, so Andrea Jochner-Weiß. Umso mehr freute sich die Landrätin über das erweiterte Angebot, zumal auch Altenstadt und Hohenfurch mit angeschlossen sind. „Das ist eine kleine Errungenschaft im Konstrukt, wie wir uns für die Zukunft aufstellen“, betont Jochner-Weiß.

Bahnhalt am Krankenhaus bleibt großer Wunsch

Um die zusätzlichen Fahrten refinanzieren zu können, bezahlen Landkreis und Krankenhaus GmbH große Werbeflächen auf zwei der roten RVO-Busse, wie Thomas Lippmann, Geschäftsführer der Krankenhaus GmbH, betont. „Der beste Plan für Ihre Gesundheit“ heißt der Slogan, der seitlich an den Bussen zu lesen ist, darunter in Form eines Busnetzes die einzelnen Fachabteilungen der Krankenhaus GmbH. Auch Lippmann sieht die zusätzliche Busverbindung jedoch nur als Anfang, „das kann nur ein Appell sein, die Anbindung zu verbessern“, so der Geschäftsführer. Der Gesundheitscampus wachse stetig. „Der Bahnhalt bleibt ein großer Wunsch, und es ist unsere Bitte an die Politik, sich einzusetzen.“

Dr. Wilhelm Fischer, Ärztlicher Direktor am Schongauer Krankenhaus, bezeichnete den Klinikbereich sogar als eigenen Ortsteil mit immer mehr Mitarbeitern, den es unbedingt anzubinden gelte – „und die Bahn fährt nur zehn Meter entfernt vorbei“. Fischer wies darauf hin, dass man auch versucht habe, das Krankenhaus über den Stadtbus anzubinden. Dies sei jedoch aus fahrplantechnischen Gründen nicht möglich gewesen.

Dies bestätigt Maike Petro von der Stadt Schongau. Eine Fahrplanumstellung sei sehr aufwändig – die Zeiten sind auf andere RVO-Linien sowie den Bahnverkehr abgestimmt. Bei einer Routenerweiterung zum Krankenhaus könne außerdem die Halbstundentaktung des Stadtbusses mit nur einem Fahrer und einem Bus nicht mehr gewährleistet werden. Ein weiterer Bus nebst Fahrer würde notwendig werden, was entsprechende Mehrkosten verursacht.

Parkplatzproblem soll entschärft werden

Fischer wie auch Lippmann hoffen, dass nicht nur Besucher des Krankenhauses, sondern auch die Mitarbeiter die neue Busverbindung annehmen. Das entzerre auch das Parkplatzproblem, hofft Lippmann. Derzeit stehen 340 Parkplätze, davon 188 Mitarbeiter- und 152 Besucherparkplätze, zur Verfügung, was jedoch an vielen Tagen nicht ausreicht. Um für die neue Busverbindung zu werben, soll bei der demnächst anstehenden Betriebsversammlung der Krankenhaus GmbH RVO-Chef Kreutzer möglichst anschaulich und kräftig die Werbetrommel rühren.

Kleines Zusatzangebot: Über einen QR-Code, der direkt auf der Fahrplantafel am Krankenhaus abgebildet ist, können Gäste via Smartphone in Sekundenschnelle die nächste Busverbindung ermitteln.

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