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Bleibt Bernbeuren treu: Laura Kögel will in Augsburg studieren, damit sie möglichst oft nach Hause kann. 

Traumnote 1,0 

Nach Abi: Mit Rad in den Iran

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Laura Kögel aus Bernbeuren und Joseph Pietsch aus Hohenpeißenberg haben eines gemeinsam: Mit exakt 824 Punkten sind die zwei heuer die beiden besten Abiturienten des Welfen-Gymnasiums in Schongau. Beiden stehen mit der glatten 1,0 natürlich alle Wege offen. Zunächst wollen sie aber die Welt erkunden.

Schongau – Laura Kögel kann ihr Glück kaum fassen: „Das ist echt eine coole Überraschung“, freut sich die 18-Jährige darüber, dass die 1,0 bei ihr nicht nur vor, sondern auch nach den Abiturprüfungen stand. „Damit hatte ich echt nicht gerechnet“, sagt die junge Bernbeurerin, die mit dem größtmöglichen Erfolg das achtstufige Gymnasium (G8) abgeschlossen hat.

Ein Selbstläufer waren ihre hervorragenden Leistungen nicht: „Ich musste einiges machen und dachte, für eine 1,0 muss man sein Leben aufgeben“, sagt Laura lachend. Ganz so schlimm war es dann nicht, gibt die 18-Jährige zu. Ihr blieb noch genügend Zeit für die Hobbys, sagt die junge Halbbrasilianerin, die in der Musikkapelle Bernbeuren Klarinette spielt und gerne „mit den Freunden unterwegs ist“.

Neben den Pflichtfächern Deutsch und Mathe hatte sich die Abiturientin als drittes schriftliches Fach Englisch herausgesucht. Den mündlichen Prüfungen stellte sie sich in Spanisch und Wirtschaft. In allen Fächern sammelte sie fleißig Punkte. Mit der Traumnote stehen der 18-Jährigen jetzt alle Weg offen, aber Laura weiß schon genau, was und wo sie studieren möchte: „Jura in Augsburg, dann habe ich es nicht so weit nach Hause“, sagt die heimatverbundene Bernbeurerin. Bevor es in den Hörsaal geht, will die 18-Jährige aber noch tüchtig die Welt erkunden. Nach der Abifahrt, die sie und ihre Mitschüler nach Spanien führt, geht es für vier Wochen mit dem Rucksack nach Malaysia und Indonesien. Anschließend fliegt sie mit ihrer Mutter für zwei Wochen zur Familie nach Brasilien.

Joseph Pietsch gönnt sich nach dem Abi-Stress gar eine ganzjährige Pause, bevor es auch ihn zum Studieren nach Augsburg zieht. Er will selbst Lehrer werden und dazu Sport studieren. Für den 1,0-Abiturienten war die Schulzeit ein Spaziergang: „Der Aufwand war nicht so groß, ich habe immer so viel gemacht, wie nötig war“, berichtet er. Nur vor dem Abitur habe er etwas mehr Zeit investiert. „Aber es war relativ leicht.“ Spaß haben ihm vor allem die naturwissenschaftlichen Fächer gemacht. Zu seinen Abiturfächern zählten unter anderen Chemie, Latein und Geografie. Ein Fach war ihm eher lästig: „Geschichte war ätzend“, gibt Joseph unumwunden zu. „Das ist so trocken, da habe ich dann immer meinen Schlaf nachgeholt.“ Für 13 Punkte habe es aber auch in diesem Fach bei ihm gelangt.

Für das Sabbatjahr hat sich der 18-Jährige einiges vorgenommen. So hat er bereits Kontakt mit der Nepalhilfe-Initiative in Schongau aufgenommen. Der Hohenpeißenberger würde in dem Land gerne helfen, sagt Pietsch, der in dem Jahr auch noch im Krankenhaus arbeiten möchte. Im Frühjahr 2019 will sich der begeisterte Radfahrer und Bergsteiger dann seinen größten Traum erfüllen: „Ich werde mit dem Fahrrad in den Iran fahren“, kündigt er an. Dabei ist vor allem der Weg das Ziel: Auf der rund 4000 Kilometer langen Route liegt unter anderem ein Berg, den Joseph unbedingt besteigen möchte: Der Elbrus ist mit 5642 Meter Höhe der höchste Berg des Kaukasus’ und Russlands.

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