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Heimleiter Christian Osterried in einem der Speicherräume, die seinen Vorstellungen nach zum Betreuten Wohnen ausgebaut werden könnte. Eine Machbarkeitsstudie soll nun klären, ob das möglich ist. Auch im zweiten Stock könnten Pflegeplätze umgewandelt werden.

Machbarkeitsstudie vergeben

Betreutes Wohnen im Heiliggeist-Heim?

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Im Schongauer Pflegeheim der Heiliggeistspital-Stiftung könnte bald Betreutes Wohnen angeboten werden. Zumindest hat der Stadtrat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Heimleiter Christian Osterried sieht darin eine große Chance.

Schongau – Einige alte Türen stehen herum, Tische, Kartons – ein typischer Speicher eben. Doch wer den dritten Stock des Heiliggeist-Heims betritt, braucht nicht viel Vorstellungskraft, wie es hier mit einigen Gauben, einer besseren Dämmung sowie Küche und Bad ausschauen würde: Es wäre eine Top-Dachgeschosswohnung mit Blick auf die Stadtmauer. Genau das ist die Vision, von der Pflegeheim-Leiter Christian Osterried auch die Mitglieder des Stiftungssenats überzeugen konnte. Im Stadtrat wurde einstimmig beschlossen, drei geeignete Architekturbüros für eine Machbarkeitsstudie anzufragen. „Betreutes Wohnen gibt es in Schongau noch nicht, das wäre ein Mehrwert und eine absolute Chance für die Stadt und die Bürger von Schongau“, warb Osterried.

Bei den Stadträten stieß der Vorstoß auf Wohlwollen. „Wir brauchen das, ich bekomme immer wieder Anfragen dazu“, sagte Kornelia Funke (CSU). Und Barbara Karg (SPD) fand es nicht nur den richtigen Ort, „nämlich in der Altstadt, wo sie unterwegs sein können“, sondern auch der richtige Zeitpunkt, „bevor das neue Heim kommt“.

Das neue Heim – damit ist der private Neubau des Marie-Eberth-Heims am Krankenhaus gemeint, der jetzt genehmigt ist und bald starten soll. Die neue 120-Betten-Einrichtung wird dem Heiliggeist-Heim kräftig Konkurrenz machen, das wissen alle Beteiligten. Obwohl die Auslastung zuletzt bestens war, musste die Stadt viel Geld in den Defizitausgleich für das sanierungsbedürftige Haus an der Karmeliterstraße stecken – noch mehr sollte es nicht werden.

Deshalb jetzt der Vorstoß. Zumal die Stadt am neuen Heim Betreutes Wohnen verhindert hat, weil das zum einen vorher nicht abgesprochen war und zum anderen so abseits der falsche Ort sei, war die Argumentation. „Wenn man Betreutes Wohnen gut machen will, ist die Nähe zu einem Heim ein entscheidender Faktor“, sagt Osterried. Das zeige sich auch in Weilheim, wo am städtischen Bürgerheim, das der ehemalige Schongauer Heimleiter Rainer Schlosser leitet, viele Wohnungen im Betreuten Wohnen angeboten werden; „die beliebtesten sind aber die mit direktem Zugang zum Heim, nicht die im benachbarten Haus“, weiß Osterried.

Die Gründe sind nachvollziehbar. Senioren, die sich dort einmieten, können von den Leistungen schnell profitieren, wenn sie wollen (und dafür bezahlen). Zum Beispiel wenn jemand stürzt, ist die Pflegekraft natürlich schneller da, als wenn sie erst ins Nachbarhaus muss. „Das gibt ihnen Sicherheit. Sie haben ihren eigenen Bereich, können aber von unseren Leistungen wie Essen oder Unterhaltungsangeboten profitieren“, sagt Osterried. Und falls die Senioren aus dem Betreuten Wohnen doch pflegebedürftig oder dement werden, fällt ein Umzug innerhalb des Hauses nicht so schwer, weil sich der Bewohner schon auskennt.

Klingt alles gut, doch muss das auch machbar und finanzierbar sein – deshalb die Studie. Der dritte Stock wird nur als Speicher genutzt, „ein findiger Architekt kann da sicher etwas daraus machen“, so Osterried. Rein vom Platzangebot wären auf den 300 bis 400 Quadratmetern einige tolle Zimmer möglich. „Es wäre toll, dort zu wohnen“, ist der Heimleiter überzeugt.

Dazu könnte er sich vorstellen, den zweiten Stock, in dem derzeit noch 36 Pflegebedürftige leben, langfristig ebenfalls zum Betreuten Wohnen umzuwandeln. „Als das Heim vor 25 Jahren eröffnet wurde, war eigentlich nicht vorgesehen, dass es ein reines Pflegeheim ist“, so Osterried – die Schilder „Wohnbereich“ und „Pflegebereich“, die überall hängen, weisen sogar darauf hin. Es hat sich dann ergeben, dass aus der Einrichtung ein Heim mit 114 Pflegeplätzen wurde, doch das könnte sich nun bald ändern. „Wir haben schon eine Tiefgarage. Wenn man außen noch einen Lift einbaut, könnten Mieter aus dem Betreuten Wohnen direkt vor ihre Zimmer kommen, ohne durch den Pflegebereich zu gehen“, so Osterried. Man müsse schauen, wie das Haus in fünf Jahren ausschaut. „Der politische Rückhalt für die Pläne ist da“, freute sich der Heimleiter.

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