Betrieb in Schongau eingestellt

Fast 2,5 Tonnen Kinderkleider  in Schongau ausgegeben

Schongau - 13 Jahre lang war die Kinderkleiderbörse in der Blumenstraße 2 Schongau  eine gefragte Anlaufstelle. „In dieser Zeit sind fast 2500 Kilogramm Kleider ausgegeben worden“, berichtet Juliane Popp aus Peiting. Zusammen mit Marianne Weiß hat sie diese Einrichtung der Caritas bis zuletzt betreut. Doch jetzt ist Schluss: Zum 1. Dezember ist der Betrieb der Kinderkleiderbörse eingestellt worden.

 „Es war eine schöne Zeit“, erinnert sich Juliane Popp gerne zurück. Von Anfang an, also 13 Jahre lang, stand sie jeden Mittwoch von 10 bis 12 Uhr in der Kleiderausgabestelle in Schongau und bediente die Kundschaft. „Zu uns konnte jeder kommen“, berichtet die 60-jährige Peitingerin. In erster Linie ging es um Kinderkleider, die in großer Zahl als Spenden eingegangen sind und dann wieder ausgegeben wurden – an Leute, die dringend günstige Kleidung benötigten.

„Abgerechnet wurde nach Gewicht. Der Kilopreis lag anfangs bei drei Euro, nach zehn Jahren ist er dann auf fünf Euro erhöht worden“, erzählt Juliane Popp. Bei ganz armen Leuten, die für die Bekleidung ihrer Kinder nur wenig Geld übrig hatten, ist das eine oder andere Kleidungsstück schon mal verbilligt oder auch zum Nulltarif über den Ladentisch gegangen.

Doch diese Zeiten sind jetzt vorbei. Bereits zum 1. Dezember ist die Kinderkleiderbörse eingestellt worden. Mit einem Zettel an der Eingangstüre hat die Caritas die Bevölkerung bereits informiert.

Warum hat die Kinderkeiderbörse ihren Betrieb zugemacht? Das lag zum einen daran, dass es der Caritas nicht gelungen ist, einen Nachfolger für das bewährte Team Popp/Weiß zu finden. „Bereits vor einem Jahr habe ich angekündigt, dass ich einen Schlussstrich ziehen will“, verrät Juliane Popp im Gespräch mit der Heimatzeitung. Die Peitingerin engagiert sich nämlich schon seit vielen Jahren auch als Asylhelferin im Flüchtlingsheim an der Birkländer Straße im Schongauer Industriegebiet-Ost. Dort gibt es ebenfalls viel zu tun, und da will Juliane Popp ihr Engagement auch weiterhin einbringen.

Ein weiterer Grund für den Rückzug der Caritas ist der, dass es dem Helferkreis Schongau bereits vor einem Jahr gelungen ist, seinen Grundgedanken umzusetzen, nämlich eine Kleiderkammer nicht nur für Flüchtlinge, sondern auch für bedürftige, sozial schwache Menschen einzurichten, und zwar in einem Raum des Jugendzentrums im Köhlerstadl in Schongau. Diese Kleiderkammer konnte zu Jahresbeginn sogar noch erweitert werden.

Übrigens: Der Helferkreis Schongau, der von Sonja Zeug gemeinsam mit Ines Zorn und Karin Toth geleitet wird, hat jetzt die komplette Kleidung, die sich noch in den Regalen der Kinderkleiderbörse an der Blumenstraße befand, übernommen.

Dass die Caritas die Räume der Kinderkleiderbörse zum Jahresende gekündigt hat, bestätigt auch die Schongauer Rathaus-Sprecherin Yvonne Voigt. Der Verein Donum Vitae bleibe aber als Mieter bestehen. „Da der Standort für soziale Einrichtungen gut eingeführt ist, gehen wir im Moment davon aus, dass es wieder ein soziales Angebot in den Räumlichkeiten geben wird“, teilte Yvonne Voigt auf Anfrage mit. Ein Vertrag sei bislang aber noch nicht abgeschlossen worden.

mg

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