Dr. Yvonne Gerstlauer ist Betriebsärztin imSchongauer Land.

Betriebsärztin im Schongauer Land

Damit es den Mitarbeitern gut geht

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Unternehmen tragen Verantwortung für den Gesundheitsschutz ihrer Angestellten. Unterstützung erhalten sie dabei von Betriebsärzten. Im Schongauer Land betreut Dr. Yvonne Gerstlauer mehrere Betriebe und kümmert sich um die Gesundheit der Mitarbeiter.

Schongau „Ich sitze sozusagen zwischen den Stühlen“, beschreibt Dr. Yvonne Gerstlauer ihre Tätigkeit als Betriebsärztin. Sowohl mit Arbeitgebern als auch mit Arbeitnehmern steht sie in vertrauensvollem Kontakt, vermittelt auch oft zwischen den beiden.

Primär sei sie aber für die Mitarbeiter da, erklärt Gerstlauer. „Als Betriebsärztin sorge ich dafür, dass Mitarbeiter nicht erkranken“, sagt die Schongauer Ärztin. Dabei spiele die Präventivarbeit von Betriebsärzten nämlich eine wichtige Rolle. Die arbeitsmedizinische Vorsorge hat die Früherkennung und Vermeidung arbeitsbedingter Beschwerden und Erkrankungen zum Ziel. Außerdem beraten Betriebsärzte die Unternehmen über drohende Gesundheitsgefahren am Arbeitsplatz und ermitteln, welchen Einfluss die Arbeitsbedingungen auf die Gesundheit der Mitarbeiter haben.

Für circa 40 bis 60 Betriebe im Schongauer Land, die sie beauftragen, ist Gerstlauer zuständig. Wie intensiv diese betreut werden, hänge aber von der Art des Betriebs ab. Kleinere Unternehmen, wie zum Beispiel Gaststätten, werden nur ein bis zwei Mal pro Jahr besucht, während Betriebe wie das Schongauer Krankenhaus fast wöchentlich im Kontakt mit der Betriebsärztin stehen.

Abhängig ist das auch von der Gefährdung, die Gerstlauer für jeden Betrieb individuell ermittelt und der entsprechend sie tätig wird. Dabei arbeitet sie eng mit zuständigen Fachkräften für Arbeitssicherheit zusammen. Ihre Aufgaben unterscheiden sich von Betrieb zu Betrieb.

Da in medizinischen Betrieben wie dem Krankenhaus eine Infektionsgefährdung vorhanden ist, nimmt die Ärztin hier beispielsweise regelmäßig Blut der Mitarbeiter ab und kontrolliert dieses unter anderem auf Hepatitis A und B sowie HIV. Außerdem erarbeitet sie ein an den Arbeitsplatz angepasstes Impfangebot, sagt Gerstlauer.

In Produktionsbetrieben liegt der Gefährdungsschwerpunkt anders. Sind die Mitarbeiter einer hohen körperlichen Belastung ausgesetzt, werden Untersuchungen dazu angeboten. Darunter zählen zum Beispiel Hör- und Sehtests sowie EKGs oder Lungenfunktionstests.

Außerdem bietet Gerstlauer in den Betrieben verschiedene Präventionsprogramme an. Zum Beispiel für Unternehmen, in denen in drei Schichten gearbeitet wird beziehungsweise in denen es Nachtschichten gibt. Sie helfe auch dabei, mit Stress am Arbeitsplatz und psychischen Belastungen umzugehen beziehungsweise diese zu vermeiden.

Auch beim Thema Mutterschutz wird die Betriebsärztin aktiv. Sie beurteilt, ob die werdende Mutter ihre Arbeit noch ausführen kann oder ob die Gefährdung zu hoch ist. Dann hilft die Ärztin dabei, eine alternative Tätigkeit im Betrieb zu finden.

Außerdem sei sie Ansprechpartnerin, wenn es in einem Betrieb Probleme mit Süchten, wie etwa Alkohol gibt. Als Betriebsärztin schult und sensibilisiert sie die Vorgesetzten, damit sie eventuelle Probleme erkennen und diese wiederum dem Betriebsarzt melden.

Seit 33 Jahren ist Gerstlauer nun schon als Betriebsärztin tätig. Über die Jahre habe sich das Bild, das Unternehmen von den Ärzten haben, geändert. Sie erinnert sich noch gut daran, wie sie anfangs nur belächelt wurde. „Viele sagten, ich würde mich nicht lange dort, im männlich geprägten Umfeld halten“, erzählt Gerstlauer. Mittlerweile sei die Situation aber eine ganz andere.

Sie freut sich auch, dass das Bewusstsein für die Gesundheit der Mitarbeiter größer geworden sei. „Vor 30 Jahren haben viele die Ärzte nur als Alibifunktion in den Betrieb geholt“, weiß Gerstlauer. Weil das eben vorgeschrieben war und man so auf der sicheren Seite war. Heutzutage werde die Arbeit von Betriebsärzten besser geschätzt. „Viele Betriebe nehmen jetzt wahr, dass sie durch unsere Präventivarbeit profitieren.“ Sie haben Interesse daran, dass Erkrankungen und Unfälle reduziert werden und weniger Mitarbeiter ausfallen.

Allerdings gebe es immer weniger Betriebsärzte, bedauert Gerstlauer: „Der Nachwuchs ist numerisch nicht so wie gebraucht. In fünf bis zehn Jahren ist die Stelle des Betriebsarztes sicher sehr gefragt.“

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