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Geheiratet wird wenig, dafür viele Kinder geboren: So entwickelt sich Schongau

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Von: Elena Siegl

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Dicht bebaut ist das Dornauer Feld im Schongauer Süden. Das Viertel bietet Wohnraum für eine wachsende Stadt: Die Einwohner- und Geburtenzahl ist in Schongau im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2020 gestiegen.
Dicht bebaut ist das Dornauer Feld im Schongauer Süden. Das Viertel bietet Wohnraum für eine wachsende Stadt: Die Einwohner- und Geburtenzahl ist in Schongau im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2020 gestiegen. © Hans-Helmut Herold

Nur wenige Hochzeiten, dafür mehr Geburten und leider auch Sterbefälle als in den Vorjahren, wurden im zurückliegenden Jahr 2021 in Schongau verbucht. Die Heimatzeitung hat einen Blick in die Zahlen des Schongauer Standesamtes geworfen.

Schongau – Zwei Schongauer dürfen sich heuer auf ein ganz besonderes Jubiläum freuen: Sie sind Jahrgang 1922 und werden 100 Jahre alt. Ebenfalls einen guten Grund zu feiern, auch wenn sie von diesem Jubiläum noch sehr weit entfernt sind, haben zahlreiche Schongauer, für die heuer der allererste Geburtstag ansteht. Insgesamt 616 Kinder wurden im Jahr 2021 nämlich in der Lechstadt geboren – das sind schlappe 55 mehr als im Vorjahr, wie aus den Daten des Standesamtes hervorgeht. 124 der Kinder sind sozusagen „waschechte Schongauer“, da sie auch in der Stadt gemeldet sind.

Ein Vorname hat es den frischgebackenen Eltern von Töchtern dabei das vierte Jahr in Folge ganz besonders angetan: Acht Mädchen wurden im Jahr 2021 „Emilia“ genannt. Ganz allein führt der Name die Favoritenliste aber nicht mehr an. Genauso beliebt waren nämlich auch die Namen „Lena“ und „Sophia“, die ebenfalls acht Mal vergeben wurden. Außerdem tragen zwölf Schongauerinnen, die im vergangenen Jahr auf die Welt kamen, den Zweitnamen „Marie“. Für „Maria“ als Zunamen finden sich im Schongauer Standesamt neun Beurkundungen, für „Sophie“ sieben.

Bayerische Namen stehen hoch im Kurs

Bei den Bubennamen werden für das Jahr 2021 vier andere Favoriten verbucht, als es im Jahr 2020 der Fall war. Diesmal an der Spitze: „Jakob“. Zehn Mal wurde der Name laut Standesamt im vergangenen Jahr in Schongau vergeben. Dahinter folgen drei Namen, die Eltern jeweils acht Mal für ihre Söhne ausgesucht haben: „Jonas“, „Ludwig“ und „Valentin.“ Ähnlich wie 2020, standen bei den Zweitnamen wieder klassische bayerische Namen hoch im Kurs: Zehn Mal wurde „Maximilian“ gewählt, sechs Mal „Michael“ und jeweils vier Mal „Johann“ und „Josef.“

Die meisten Schongauer Kinder haben 2021 nur einen Namen bekommen (372). Für 229 Kinder haben Eltern zwei Namen gewählt, dreizehn Kinder tragen drei Vornamen. Zwei Kindern haben die Eltern sogar vier oder mehr Vornamen geben, heißt es im Standesamt.

Nicht nur die Geburtenzahl, auch die Einwohnerzahl an sich ist in Schongau im Vergleich zu 2020 leicht gestiegen. Stand 31. Dezember 2021, waren 12 742 Menschen in der Lechstadt gemeldet. Im Jahr 2020 waren es mit 12 692 also 50 weniger. 2019 waren 12 739 Menschen in Schongau gemeldet.

Einwohnerzahl steigt im Vergleich zum Vorjahr

Zwar sind 789 Personen im vergangenen Jahr aus Schongau weggezogen (2020 waren es 865), allerdings hat das Standesamt auch 881 Neubürger willkommen geheißen. Zehn mehr als im Jahr 2020.

Unter den Einwohnern wurden 2021 insgesamt 2552 ausländische Mitbürger gezählt – etwa genauso viele wie im vorherigen Jahr. 503 Personen stammen aus der Türkei – die größte Gruppe. Dahinter folgen die Nationen Kosovo mit 174 Personen, Kroatien mit 164 Personen, Italien mit 153 Personen und Rumänien mit 148 Personen.

Weniger Eheschließungen als 2020

Schon im vergangenen Jahr war die Zahl an Hochzeiten stark zurückgegangen. Noch drastischer fällt die Bilanz in dieser Hinsicht für das Jahr 2021 aus: Nur 46 Paare gaben sich das Ja-Wort. Zum Vergleich: Im Jahr 2020 wurden immerhin noch 61 Hochzeiten in Schongau gefeiert, im Jahr 2019 sogar 94 – mehr als doppelt so viele Eheschließungen als im vergangenen Jahr also.

Eine Steigerung muss die Stadt hingegen bei den Sterbefällen verzeichnen: Den Tod von 298 Personen beurkundete das Standesamt im vergangenen Jahr, davon hatten 166 Verstorbene auch ihren Wohnsitz in Schongau. Zum Vergleich: Im Jahr 2020 beurkundete das Standesamt 27 Sterbefälle weniger (271, davon 126 Schongauer). Auch im Jahr 2019 waren es deutlich weniger Todesfälle: Nämlich 269, davon 113 mit Wohnsitz in Schongau – also 29 bzw. 53 weniger, als es 2021 der Fall war.

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