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Für die Freizeitsporterler ist der Schongauer Bike-Park eine Attraktion: Das Engagement der ehrenamtlichen Helfer bei der Pflege der städtischen Einrichtung hatte zuletzt allerdings stark abgenommen. 

Bike-Park in Schongau

Ehrenamtlicher gibt entnervt auf, jetzt übernimmt die Stadt wieder die Regie 

  • Jörg von Rohland
    vonJörg von Rohland
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Wenn er offen ist, haben im Schongauer Bike-Park viele ihren Spaß. Bei der Pflege und Instandhaltung hielten sich die Freizeitsportler allerdings zuletzt fein zurück. Damit der Park nach überstandener Corona-Krise wieder öffnen kann, richtet die Stadt ihn jetzt selbst her und will beim Unterhalt auch wieder Geld in die Hand nehmen.

Schongau– Im vergangenen Jahr war es noch Helmut Lerf, der dafür Sorge trug, dass die Sport-Radler im 2016 eröffneten Bike-Park an der Schärflshalde in der Spur blieben. Er war der einzige noch verbliebene „Bike-Park-Pate“, der regelmäßig Hand anlegte, um in seiner knapp bemessenen Freizeit die Strecken fachmännisch herzurichten. Schon im September vergangenen Jahres hatte Lerf über Mangel an Unterstützung geklagt. Die Hilfe-Aufrufe im Internet bei Facebook waren immer seltner erhört worden, die helfenden Hände wurden immer weniger. Auch die Unterstützung durch die Stadt sei „sehr überschaubar“ gewesen, beklagt der leidenschaftliche Mountainbiker, der im Lerchenfeld einen Bikeshop betreibt.

Letztlich schmiss Lerf entnervt das Handtuch. Pro Saison hatte er 120 Stunden ehrenamtliche Arbeit in den Park gesteckt. „Drei Jahre lang habe ich mich zu Tode gebuckelt“, erinnert er sich. Für jemanden, der sowieso schon sieben Tage die Woche arbeite, „ist das eigentlich nicht mehr zu leisten“, meint Lerf, der meist schon frühmorgens vor der Arbeit zur Schärflshalde gefahren war, um sich ein Bild davon zu machen, welche Arbeiten anstehen und um kleinere Schäden zu beheben. Das ist harte Knochenarbeit: Das sogenannte „Shapen“ der Trails, über die die Biker sausen, erfordert viel Kraft. „Ich bin dankbar, dass ich aus der Nummer raus bin“, sagt Lerf heute rückblickend. Auf die Stadt ist er nicht gut zu sprechen: „Die hatten einen Trottel gefunden und das ausgesessen.“

Bürgermeister macht Versprechen wahr

Wie berichtet, hatte Bürgermeister Falk Sluyterman aber schon im vergangenen Jahr Besserung gelobt. „Wir müssen uns intensiv Gedanken machen, wie wir zusätzliche Kräfte akquirieren“, sagte er im Herbst. Denn auch die Stadt stehe in der Verantwortung, schließlich handle es sich um ihre Einrichtung, bekräftigte der Rathauschef.

Und er hält jetzt offensichtlich Wort: In den kommenden Wochen soll der Bike-Park wieder hergerichtet werden, berichtet der neue städtische Sportreferent Alexander Erhard auf Anfrage. In Angriff nehmen werden das seinen Angaben nach der Bauhof, die Stadtgärtnerei und auch wieder Ehrenamtliche, die sich in WhatsApp-Gruppen zusammenschließen.

Instandhaltungs- und Pflegearbeiten werden ausgeschrieben

Die Instandhaltungs- und Pflegearbeiten des Geländes werden nach Angaben des Sportreferenten noch ausgeschrieben. Wie viel Geld sich die Stadt das letztlich kosten lassen wird, kann Erhard noch nicht sagen. Der Haushalt sei auch noch nicht genehmigt, weiß er.

Bekanntlich hatte man bis 2016 rund 200 000 Euro in den Bike-Park investiert, der von den Freizeitsportlern auch gut angenommen wird und als eine von Schongaus Attraktionen gilt. Fünf Strecken mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden hat der Park zu bieten. Ob für Profis oder Anfänger, für jeden ist etwas dabei. Gefördert wurde der Bike-Park auch durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums.

Projekt war von Anfang an nicht unumstritten

Im Stadtrat war das Projekt von Anfang an allerdings nicht ganz unumstritten. „Wir haben die Jugend lange genug vertröstet“, befand im Herbst 2014 Robert Stöhr (CSU), bevor über das Projekt abgestimmt wurde. Ähnlich sah es Ilona Böse (SPD), die das Vorhaben von Beginn an vorangetrieben hatte und als ihr „Baby“ bezeichnete: „Ich glaube daran, dass das Projekt gelingt.“ Cornelia Funke (CSU) warnte aber auch vor den Folgekosten für den Unterhalt.

Die Bedenken zerstreute der damalige Stadtbaumeister Ulrich Knecht mit dem Hinweis auf die freiwilligen Helfer, die zuletzt allerdings fehlten. Mit 15:9 Stimmen gab es letztlich grünes Licht für den Bike-Park.

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