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Zu viele Tauben in der Christophstraße – wer die Tiere füttert, muss ab sofort mit einer Geldstrafe rechnen. 

Stadtrat erlässt Verordnung

Tauben füttern in Schongau ab sofort verboten - Es drohen bis zu 1000 Euro Strafe

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Das Füttern von verwilderten Tauben ist im Stadtgebiet Schongau ab sofort verboten. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung vom Dienstag eine entsprechende Verordnung erlassen. Wer sich nicht daran hält, muss mit einer Strafe zwischen fünf und 1000 Euro rechnen.

SchongauSchon seit geraumer Zeit gibt es in der Schongauer Altstadt ein Problem wegen einer großen Taubenpopulation. Vor allem in der Christophstraße an der Ecke zur Löwenstraße sammeln sich teilweise bis zu 30 der Stadttauben. Das Problem, wie Bettina Schade, Geschäftsleiterin der Stadt Schongau, in der Sitzung des Stadtrats erläuterte: Die Tiere würden dort gezielt gefüttert. An mehreren Stellen großzügig am Gehsteig verteilte Körner locken die Tiere nicht nur an, die Tauben hätten sich bereits deutlich vermehrt. „Tauben brüten bis zu sieben Mal im Jahr“, hatte Schade recherchiert.

Bürger fühlen sich durch die Tauben belästigt. Schon seit geraumer Zeit seien im Bürgerservice der Stadt Schongau immer wieder Beschwerden eingegangen, hieß es in der Sitzung. Dem Hinweis ist man nachgegangen – und sei seitens der Verwaltung auch bereits aktiv geworden. Mit wenig Erfolg. Schade verwies darauf, dass die Hinterlassenschaften der Tauben gesundheitsschädlich sind. Die Tiere selbst können unter bakteriellen Erkrankungen leiden. Mit dem Kot scheiden Tauben Mikroorganismen – Bakterien, Hefen und Pilze – sowie Viren aus. Wer den getrockneten, infizierten Kot einatmet, kann sich anstecken, was insbesondere für Menschen mit geschwächtem Immunsystem gefährlich werden könnte. Auch sei der Taubenkot ätzend und beschädige damit auch Gebäude und Häuser, so der Hinweis Schades. Die Stadt schlug daher vor, eine Verordnung über das Verbot des Taubenfütterns einzuführen – orientiert hat man sich an der Verordnung der Stadt München, die im vergangenen Jahr erlassen wurde. Damit kann derjenige, der Tauben füttert, auch zur Rechenschaft gezogen werden – die Strafe liegt zwischen 5 und 1000 Euro.

„Ich würde die Verordnung in der gleichen Geschwindigkeit umsetzen und auch beim Bußgeld nicht zu kleinlich sein“, ließ Stephan Hild (UWV) keine Zweifel an seiner Meinung. Stefan Konrad (SPD) untermauerte die Ausführung Schades hinsichtlich der Gesundheitsgefährdung, zumal dort viele Schulkinder unterwegs seien. „Da sollten wir Vernunft walten lassen, man muss einsehen, dass das im Stadtgebiet nicht geht.“

Dieser Argumentation folgte auch Nina Konstantin (ALS), allerdings wünschte sie sich, die Verordnung auf alle Wildvögel im Stadtgebiet auszuweiten. Auch Fraktionskollege Siegfried Müller sprach sich für ein weiter gefasstes Fütterungsverbot aus – zumal der Auslöser für die Verordnung „ein Einzelfall“ sei. Gleichzeitig beruhigte er Ralf Schnabel (UWV), der befürchtet hatte, er dürfe dann weder Igel noch Vögel in seinem eigenen Garten füttern. Die Verordnung greift nur im öffentlichen Raum – also auf Gehsteigen, Grünflächen oder auch Spielplätzen. Auch Bettina Buresch (ALS) wiederum sprach sich dafür aus, nicht eine Verordnung wegen einer einzelnen Person zu erlassen, „damit habe ich meine Schwierigkeit“. Sie hatte insgesamt eine andere Sichtweise auf das Thema. Nach dem Motto falsch verstandene Tierliebe solle das Füttern von Tauben grundsätzlich verboten werden, weil davon Gefahr für die Tiere selbst ausgehe. „Es gibt eine klare Empfehlung vom Landesbund für Vogelschutz, nicht zu füttern, denn es schadet den Tauben.“

Letztlich blieb es – gegen die Stimmen von Buresch und Müller – beim Verbot der Taubenfütterung. Noch keine verbindliche Aussage gab es für Barbara Karg (SPD) hinsichtlich der Bußgeldhöhe – diese sei doch recht weit gefasst. Sicherlich werde man aber nicht gleich das Höchstmaß verhängen, sondern hoffe darauf, dass eine geringe Geldstrafe bereits Früchte trage, so Schade.

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