Bei der Begutachtung der Kreuzigungsgruppe: Der Altenstadter Künstler Paul Ressl (rechts) und Schongaus Stadtpfarrer Norbert Marxer.
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Bei der Begutachtung der Kreuzigungsgruppe: Der Altenstadter Künstler Paul Ressl (rechts) und Schongaus Stadtpfarrer Norbert Marxer.

Bestandsaufnahme der abgehängten Kreuzigungsgruppe von Mariae Himmelfahrt

Blattvergoldetes Lendentuch

Ende Februar wurde im Beisein vieler Interessierter die Kreuzigungsgruppe an der Außenfassade der Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt abgenommen (wir haben berichtet). Der Christuskörper wie auch die Marienstatue befinden sich seitdem in der Kunstwerkstatt des Altenstadters Paul Ressl und sollen dort restauriert werden.

Schongau - Die Befunduntersuchung hat bereits stattgefunden und laut Ressl gute Ergebnisse erbracht. „Wir konnten die Originalfassung feststellen“, sagt er. Und dabei gab es eine Überraschung: „Das Lendentuch war tatsächlich ursprünglich blattvergoldet.“ Anhand der Rückseite der Skulptur konnte das relativ großflächig nachgewiesen werden, so Ressl weiter.

Deshalb wird der Künstler nun auch den Vorschlag einbringen, den Christuskörper durch die Restaurierung so nah wie möglich an die Originalfassung anzupassen. „Vielleicht mit einer polierten Blattvergoldung“, meint er. Die Zustimmung des Landesamts für Denkmalpflege stehe aber noch aus.

In jedem Falle werden die bisherigen Fassungen bei beiden Figuren, Jesus und Maria, nicht abgenommen, sondern es werde die jeweilige Neufassung darüber gelegt. Nach Angaben Ressls eine ganz bewusste Einscheidung: „So werden auch zukünftige Generationen über den Werdegang der Figuren Bescheid wissen“, sagt der Künstler. „Denn jede Fassung hat eine eigene Geschichte und spiegelt die Denkweise der jeweiligen Zeit wider.“

Ressl geht davon aus, dass die Restaurierung nicht vor Ende des Sommers abgeschlossen sein wird. „Es gibt bisher noch keinen konkreten Zeitplan“, sagt er. Jedoch müsse viel mit den Behören abgestimmt werden. „Und das kann dauern“, sagt der Altenstadter.

Nach der Restaurierung kehrt von der Kreuzigungsgruppe nur die Marienstatue an die Außenfassade der Schongauer Stadtpfarrkirche auf dem Marienplatz zurück. Der Christus wird hingegen an seinem ursprünglichen Platz, am Kanzelkreuz innerhalb der Kirche, befestigt. Für den Außenbereich wird es dann eine Neuschöpfung eines Jesuskörpers geben. Bisher sind aber keine genaueren Details dazu bekannt.

JENNIFER BATTAGLIA

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