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In dieser gemütlichen Ecke saß die Schongauer Familie noch eine halbe Stunde vor dem Blitzeinschlag. Unten liegt der Kamin-Mauerbrocken, der das Dach durchschlagen hat.

Schongauer Familie hatte Riesen-Glück

Blitz zerstört Kamin - und der wird beinahe zur Todesfalle

Eine halbe Stunde, nachdem eine Schongauer Familie am Freitag ihr künftiges Domizil verlassen hatte, schlug dort der Blitz in den Kamin ein - das hätte sehr böse ausgehen können. 

Schongau – Das Gewitter, das am Freitag über Schongau niederging, war mächtig. Gegen 22.30 Uhr stand Sven Schmid in der Dr. Josef-Schiesl-Straße am Dachfenster, als der Blitz gleißend aufleuchtete und unmittelbar danach ein krachender Donner folgte. „Das Licht war so grell und der Donner so heftig, wir haben gleich gesagt, dass es ganz in der Nähe eingeschlagen haben muss“, erzählt Schmid, der mit seiner Frau aber erst mal alle Hände voll zu tun hatte, den Junior zu beruhigen. Selbst bei der Feuerwehr Schongau aktiv, wartete er auf die Alarmierung.

Diese blieb zunächst aus. Dass es nur drei Häuser weiter eingeschlagen hatte, und zwar oben in den Kamin, erfuhr Schmid erst am Samstagvormittag, am Nachmittag kam dann die Alarmierung – um weitere Gefahren abzuwenden. Die künftigen Mieter, die dort derzeit renovieren, hatten den Schaden selbst entdeckt: Dicke, gemauerte Ziegelteile hatten sich außen vom Kamin gelöst – der Blitz hatte die Verkleidung in der Mitte des Kamins regelrecht abgesprengt. Dabei war einer der kiloschweren Gesteinsbrocken direkt durch das Dach eines Freisitzes geschlagen und dort unmittelbar neben dem Tisch zum Liegen gekommen: „Wir hätten tot sein können“, so der Schongauer, der mit seiner Frau dort einzieht. Der junge Mann berichtet, dass sie bis 22 Uhr noch genau an diesem Tisch gesessen hätten – gemeinsames abendliches Grillen nach den Renovierungsarbeiten im Haus. Auch der Schwiegervater hatte mitgeholfen. Um 22.30 Uhr schlug dann der Blitz ein. „Den Knall haben wir sogar in der Altstadt gehört“, so der künftige Hausbewohner.

Blitz schlägt in Schongauer Haus ein: Bilder

Feuerwehr musste knifflige Aufgabe bewältigen

Das junge Schongauer Paar informierte morgens sofort den Vermieter aus Marktoberdorf. Dieser schickte einen Zimmerer, der die Gefahrenlage, die von dem einsturzgefährdeten Kamin ausging, sofort erkannte und wiederum die Feuerwehr benachrichtigte. Werner Berchtold, Kommandant der Schongauer Feuerwehr, machte sich vor Ort ein Bild von der Lage und löste am Nachmittag Alarm aus. Drei Fahrzeuge mit insgesamt 16 Mann Besatzung rückten aus. Und die Arbeit vor Ort war kniffelig. Die Drehleiter musste bis auf Anschlag ausgefahren werden. „Wir haben den leichtesten Mann auf die Leiter gestellt“, erinnert sich Schmid, der natürlich ebenfalls dabei war. „Das war tatsächlich bis auf den letzten Meter“, so auch Berchtold. „Die Alternative wäre eine Hebebühne gewesen – aber das ist am Wochenende natürlich schwierig.“

Die übrige Mauer des Kamins musste die Feuerwehr entfernen.

Die Feuerwehrler leisteten ganze Arbeit: Alle losen Teile am Kamin wurden mit einem Schlagbohrer entfernt, die Kaminkrone abgenommen. Auch am Dach selbst arbeiteten einige Feuerwehrmänner: Rund 50 kaputte Dachplatten mussten abgetragen, alles provisorisch abgedeckt werden, um das Eindringen von weiterem Regenwasser zu verhindern – am Schluss wurde der restliche Kamin noch komplett mit Folie geschützt.

Zeitweise war der Gehweg, der direkt entlang der Häuserreihe vorbeiführt, für Fußgänger gesperrt, damit nicht noch jemand durch herabfallende Brocken zu Schaden kommt. Wie hoch dieser zu beziffern ist, konnte der Kommandant nur grob schätzen. Eventuell liegt er zwischen 15 000 und 20 000 Euro, alles weitere müsse der Zimmerer beurteilen.

Sachschaden hin oder her, alle zeigten sich gestern erleichtert, dass nichts weiter passiert ist. „Wir haben Glück gehabt, alles andere kann man renovieren“, so der künftige Mieter. Die Arbeiten am Haus hat die Schongauer Familie gestern bereits wieder aufgenommen.

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