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Mit Buswerbung noch schneller ins Heim?

Heiliggeistspital-Stiftung Schongau

Braucht es Werbung fürs Pflegeheim?

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Das Pflegeheim der Heiliggeistspital-Stiftung will sich für die Konkurrenz rüsten, die durch den Neubau des Marie-Eberth-Heims am Krankenhaus entsteht: Im Stiftungsausschuss wurde über Werbung diskutiert, zum Beispiel an Bussen. Doch nicht alle Stadträte waren davon überzeugt.

Schongau – Die AWO macht großflächig Plakatwerbung für ihre Tagespflege im Peitinger Heim, ist Christian Osterried, Leiter des Schongauer Heiliggeist-Heims, aufgefallen. „Klar, die bieten das neu an und wir haben das noch nicht im Angebot“, zeigte Osterried Verständnis. Doch er hat überlegt, ob man nicht auch in dieser Richtung tätig werden sollte. Nicht zuletzt durch das neue Pflegeheim am Krankenhaus, das bald gebaut werden soll.

Osterried stellte im Stiftungsausschuss das Thema Buswerbung vor: „Man kann beim RVO die Werbefläche eines Busses für drei Jahre kaufen, das kostet 25 000 Euro“, sagte er. Busse fahren lokal, werden von Älteren genützt – für Osterried gute Voraussetzungen, auch wenn es für das notorisch klamme Heim viel Geld ist. „Ich habe das mit Bürgermeister Falk Sluyterman besprochen, der hat gesagt: Wer nicht wirbt, der stirbt“, so Osterried. Er wollte von den Ausschuss-Mitgliedern ein Feedback zum Thema Werbung haben.

Vize-Bürgermeister Tobias Kalbitzer (ALS), der in Vertretung von Sluyterman (urlaub) die Sitzung leitete, fiel spontan die Fernsehwerbung an den V-Markt-Kassen ein. „Diese 30-Sekunden-Einblendungen werden täglich von Tausenden gesehen. Ich weiß natürlich nicht, was das kostet.“ Welchen Etat man denn habe, wollte Ilona Böse (SPD) wissen. „Wir waren für 2016 sehr sparsam“, antwortete Osterried, es seien 2000 bis 3000 Euro gewesen. Ein Logo für eine Werbung gebe es auch nicht, gab er zu.

In der Folge wurde munter diskutiert. Böse fand Zeitungswerbung schlecht, weil die nach einem Tag entsorgt werde. Marianne Porsche-Rohrer (CSU) entgegnete, dass man dort in Ruhe alles studieren könne, während ein Bus immer gleich weg sei. „Die Leute verbringen mehr Zeit im Bus als draußen“, warf auch Kalbitzer ein. „Ältere Menschen sind Zeitungsleser, und das sind die Kunden, die wir ansprechen wollen.“ Auch Internet-Werbung und Flyer im Krankenhaus wurden angesprochen.

Paul Huber (CSU), dem das alles viel zu teuer war, wollte etwas ganz anderes wissen: „Brauchen wir das wirklich? Wir sind gut ausgelastet, und wenn wir werben und keine freien Plätze haben, würde mich das als Kunde ärgern.“ Osterried bestätigte, dass die Nachfrage vor allem nach Kurzzeitpflege tatsächlich sehr hoch sei und man gar nicht alle Anfragen, die zum Teil bis aus München und Garmisch-Partenkirchen kommen, bedienen könne. „Die Gefahr besteht, dass nichts frei ist“, gab der Heimleiter zu, für den beste Werbung immer noch „unsere Dienstleistung und Mund-zu-Mund-Propaganda“ ist. Ob tatsächlich für das Pflegeheim geworben wird, soll sich zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden.

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