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Stemmt sich mit aller Macht gegen die Corona-Krise: Brauer Stephan Albrecht hat das neue Helle „Schongauer Gold“ kreiert und verkauft es bereits auf dem Schongauer Wochenmarkt.

Örtliche Brauer sind erfinderisch

Neues Bier und viel Kreativität in der Corona-Krise

  • Jörg von Rohland
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Not macht erfinderisch in der Corona-Krise: Darin stehen sich das Schongauer Brauhaus und die Max-Brauerei in Altenstadt in nichts nach. Während die Schongauer ein neues Helles brauen und verkaufen, setzt man in Altenstadt auf Online-Verkostungen und virtuelle Stammtische.

Schongau/Altenstadt– „Es ist unser Projekt in der Not“, redet der junge Brauer Stephan Albrecht nicht lange um den heißen Brei. Die Not ist groß: „Für uns als Brauerei in einem gastronomischen Betrieb sind die Entwicklungen durch das Corona-Virus existenziell sehr bedrohlich“, sagt der 20-Jährige. Deshalb habe sich das Brauhaus Anfang März entschlossen, das „Schongauer Gold als Krisenbier“ einzubrauen. „Mit der Hoffnung, dass wir es so schaffen, unser Unternehmen zu erhalten“, so Albrecht.

Schon zu Beginn der Corona-Krise war also die Idee entstanden, das Schongauer Bier mit den regionalen Rohstoffen und dem langjährig erarbeiteten Rezept im größeren Stil einzubrauen und abzufüllen. Anfang März maischte Albrecht deshalb in einer Augsburger Brauerei ein, das Bier konnte dort reifen und jüngst im Rahmen einer ersten Abfüllung in die Flasche gebracht werden.

Neues Bier an Stand auf dem Marienplatz und im Getränkemarkt

Der 20-Jährige ist ab sofort immer mit einem Stand auf dem Schongauer Marienplatz vertreten, um die Kreationen an den Mann und die Frau zu bringen. Erhältlich ist das Bier seit Anfang April auch im Getränkecenter Ehrenreich in Schongau. Mit weiteren Geschäften seien Gespräche geführt worden.

Der 20-Jährige weiß, dass das junge Team des Brauhauses einen langem Atem haben und kreativ bleiben muss: „Wenn wir dann alle zusammenhalten, schaffen wir es bestimmt durch diese Krise“, sagt Albrecht, der seinen Humor nicht verloren hat: „Mit Bier wird es sicherlich einfacher.“

Bierverkostung via Internet

Da werden im die Kollegen von der Maxbrauerei in Altenstadt sicher nicht widersprechen. Auch sie stemmen sich mit Kreativität gegen die Krise. An diesen Samstag, 4. April, veranstaltet die hauseigene Biermanufaktur um 19.30 Uhr über das soziale Netzwerk Facebook ihre erste Online-Live-Verkostung. Unter dem Motto „Brotzeit & Biere“ wird Inhaber Max Sedlmeier mit angemeldeten Teilnehmern ein Paket aus sechs verschiedenen Bierspezialitäten des Hauses verkosten. Mit von der Partie sind Feinschmecker aus der Region, aber auch aus anderen Bundesländern. Der weitest entfernte Teilnehmer ist aus Niedersachsen zugeschaltet, und Chef Max Sedlmeier ist begeistert: „Damit erreichen wir sogar mehr Bierfreunde als bisher, weil die Leute bequem aus dem heimischen Wohnzimmer teilnehmen können.“ Weitere Online-Verkostungen sollen deshalb folgen.

Virtueller Stammtisch bei Instagram

Ein zweites krisenbedingtes Angebot der Altenstädter Kleinbrauerei ist ein virtueller Stammtisch über das soziale Online-Netzwerk Instagram. Wirt und Braumeister Sedlmeier will immer donnerstags „über diesen Weg das Maxbrauerei-Feeling mit seinen Fans trotz des fehlenden Gaststättenbesuchs teilen können“, heißt es. Am vergangenen Donnerstag fand bereits eine Ausgabe mit dem Österreichischen Wirt und Biersommeliere Karl Zuser jun. statt. Für die kommenden Donnerstage sind laut Sedlmeier Stammtische in Form von Zwiegesprächen mit interessanten Gästen geplant. „Zuschauer können dabei Fragen stellen oder live kommentieren“, heißt es. So wie am Stammtisch eben.

Infos zu den verschiedenen Krisen-Angeboten der beiden Brauereien in Schongau und Altenstadt gibt es im Internet unter www.brauhaus-schongau.de und www.maxbrauerei.de.

Viele lokale Betriebe sind kreativ geworden und bieten in der schweren Zeit unterschiedliche Services an. Auf dieser interaktiven Karte finden sie alle Unternehmen in Ihrer Region. Sie haben selbst ein Unternehmen und möchten Ihren Kunden einen Lieferdienst oder etwas anderes anbieten? Dann können Sie sich auf der Karte selbst eintragen.

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