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Innerhalb kurzer Zeit füllten sich die Regale der Bücherzelle mit Spannendem, Lustigem und Wissenswertem.

Lebendiger Adventskalender

Bücherzelle als Geschenk

Keine schöne, sondern eine wunderbare Bescherung verbarg sich hinter dem letzten Fenster des Lebendigen Adventskalenders. Am Vormittag des Heiligen Abends, bei strahlendem Sonnenschein und noch strahlenderen Gesichtern enthüllte Beatrice Amberg von Schongau belebt den neuen offenen Bücherschrank.

Schongau – Lange war der Platz in der Kanzleistraße, der einst Anziehungspunkt für alle begeisterten kleinen und großen Leser war, verwaist. In der Osternacht hatten Chaoten die erste Bücherzelle in Brand gesteckt, sie war trotz aller Bemühungen nicht mehr zu retten. Seitdem verging beinahe keine Woche, in der lesehungrige Bürger nicht an Beatrice Amberg oder Bürgermeister Falk Sluyterman herantraten, um sich zu erkundigen, was aus der Bücherzelle geworden ist, und wann oder ob es eine neue geben wird.

Viele Spenden erreichten den Verein Schongau belebt, doch für eine Neubeschaffung reichte das Geld nicht aus. Erst ein einmaliger Schulterschluss ermöglichte die erneute Realisierung des Projekts.

„Dass wir der Bevölkerung heute einen neuen, offenen Bücherschrank schenken können, haben wir vielen engagierten Personen zu verdanken“, hob Amberg in ihrer Ansprache hervor. Zum einen dankte sie der Bürgerstiftung Schongau, die mit ihrer Spende den Erwerb einer neuen Zelle ermöglicht hatte.

Mit den Spendengeldern der Privatpersonen und Geschäftsleute, die „so lange auf ihren Einsatz gewartet haben“, konnte der Ausbau von einer Telefon- in eine Bücherzelle gestemmt werden, mit den schönen Zitate-Punkten, Elektrik und Regalen.

Und dann war da noch die Freiwillige Feuerwehr Schongau, die nicht nur alle Transportwege, sondern unter Federführung von Kommandant Werner Berchtold und Gerätewart Albert Huber den Innenausbau übernommen hat. Und das alles ehrenamtlich.

Dank an Feuerwehr

„Euch gilt ein ganz besonderes Dankeschön, ohne euch hätten wir es nicht geschafft, pünktlich zum Weihnachtsfest unsere neue Minibibliothek fertig zu bekommen“, war Beatrice Amberg voll des Lobes für den Einsatz der Floriansjünger.

Da eine umgebaute Telefonzelle noch keine Minibibliothek ausmacht, waren nun die vielen Bürger gefordert, die gespannt auf die Enthüllung gewartet hatten. Den Anfang machten Stadtpfarrer Norbert Marxer, der das Buch der Bücher, eine wunderschöne Bibel, und Bürgermeister Falk Sluyterman, der Ken Folletts Klassiker „Die Säulen der Erde“ einstellten. Innerhalb kurzer Zeit füllte sich der offene Bücherschrank mit spannenden Krimis, interessanten Sachbüchern, Liebesromanen und bunten Kinderbüchern.

Bei Glühwein, Punsch und Lebkuchen wechselten dann schon die ersten Lektüren ihren Besitzer, ganz im Sinne des Erfinders. Denn der offene Bücherschrank ist ein Geschenk von Bürgern für Bürger, von Leseratten für Lesehungrige, die alle eins eint: Die Wertschätzung und Magie des geschriebenen Wortes.

„Wer liest, geht auf Entdeckungsreise und taucht in eine andere Welt ein. Ein offener Bücherschrank ist ein gutes Mittel, um solch besondere Reisen anzubieten“, zitierte Bürgermeister Sluyterman. Bücherzelle, offener Bücherschrank, Minibibliothek oder Reisebüro: Ganz gleich, welchen Namen man für sie findet, die gelbe, ehemalige Telefonzelle ist seit Heiligabend wieder eine beliebte Anlaufstelle für Groß und Klein. Ein schönes Geschenk!

Christine Wölfle

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