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Mehr attraktive Geschäfte für die Schongauer Altstadt wünschen sich Rosmarie Wörnle-Giehl (re.) und Eva Bromberger (hinten).

Infostand am Marienplatz

Bürger bei ISEK-Auftakt engagiert dabei

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Groß war das Interesse an der ersten Bürgerbeteiligung im Planungsprozess der künftigen Entwicklung Schongaus. Zwar schützte das leuchtend gelbe ISEK-Zelt am Schongauer Marienplatz nicht vor der beißenden Kälte, aber dies hielt die Bürger nicht davon ab, ihre Ideen und Wünsche vorzubringen.

Schongau– Dick eingemummt und mit wärmenden Mützen und Handschuhen ausgestattet, waren die Damen des Münchener Büros Dragomir Stadtplanung am Sonntag in der Fußgängerzone Ansprechpartner bei der ersten Bürgerbeteiligung für das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK). Dazu gehörte vielfach, erst einmal den Begriff selbst und das Vorgehen zu erläutern. „Das Interesse ist recht groß“, so der Eindruck von Sigrid Hacker vom Planungsbüro nach dem ersten Ansturm der Bürger. „Manche wissen auch schon ganz gut Bescheid, andere nehmen sich Infos mit – und alle sind engagiert dabei.“

Die Bürgerbeteiligung im Planungsprozess steht an vorderster Stelle, sagt auch Hackers Kollegin Clara Berger. Ausführlich setzt sie sich beispielsweise mit den Anregungen von Carola Dempfle auseinander, die in Herzogsägmühle in der Arbeitsvermittlung arbeitet und für die die Mobilität an vorderster Stelle steht. Ihre Forderung: Den öffentlichen Nahverkehr so auszubauen, dass Schichtarbeit auch jenen Menschen möglich wird, die selbst kein Auto haben. Auch bezahlbarer Wohnraum steht auf ihrer Liste und eine durchdachte Infrastruktur: „Man muss für die gesamte Region denken, und nicht jeder nur für sich.“

Planungen besser zu durchdenken und Schongau attraktiver zu machen, ist der Wunsch von Anne und Klaus Modlmeier. Vorrangig sei die Gestaltung des Sonnengrabens. Am Faulen Graben hingegen gehen den Modlmeiers die Planungen nicht weit genug – der Weg dort müsse dringend befestigt werden.

„Viel zu groß und nix los“ – so beschreibt Rosmarie Wörnle-Giehl den derzeitigen Zustand der Schongauer Fußgängerzone. Dringend müsse etwas für die Belebung der Innenstadt und die Kaufkraft getan werden. Für nicht zu groß hält die Fußgängerzone dagegen Eva Bromberger, wobei die Schongauerin sich Geschäfte für ein eher „durchwachsenes Publikum“ wünscht. Während ihnen die modernen Holzbänke am Marienplatz eher gar nicht gefallen, bezeichnen die beiden Damen das Parkraumkonzept als gelungen, wobei es noch viel zu viele Falschparker in der Altstadt gebe. „Das Allerwichtigste für Schongau ist aber ein Schrägaufzug oder eine Rolltreppe“, fügt Wörnle-Giehl an.

Stadtbaumeister Sebastian Dietrich und Martin Blockhaus vom Stadtbauamt haben sich ebenfalls postiert und nehmen abwechselnd Anregungen entgegen, und auch einige Stadträte stehen Rede und Antwort. Die Möglichkeit für Bürger, nun über das Planungsbüro Ideen einzubringen, hält Dietrich für enorm wichtig, vor allem auch, weil es einmal ganz andere und unvoreingenommene Ansprechpartner seien. Dietrich: „Da sprechen die Leute auch mal ungehemmt von der Seele weg.“ Das am häufigsten angesprochene Thema macht Dietrich in der „Belebung der Altstadt“ aus. Was er persönlich als äußerst positiv mitnehme, sei die Wahrnehmung der Bürger von Schongau als echtes Mittelzentrum und die enorme Reichweite der Stadt. Durch Streetfood-Festival und Marktsonntag waren am Sonntag auch viele Gäste aus umliegenden Gemeinden in der Altstadt unterwegs.

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