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In Schongau kandidiert Falk Sluyterman wieder für das Bürgermeisteramt. Doch noch weitere Kandidaten stellen sich zur Wahl.

Kommunalwahl 2020 

Wer wird Bürgermeister in Schongau? Die Kandidaten im Überblick

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Seit knapp sechs Jahren ist Falk Sluyterman Bürgermeister von Schongau. 2014 setzte er sich in der Stichwahl gegen Tobias Kalbitzer durch. Auch dieses Mal hat er mehrere Gegenkandidaten.

Schongau - In Windeseile waren am Wahlabend im März 2014 die Stimmen ausgezählt. Schnell war klar: Tobias Kalbitzer hat es tatsächlich in die Stichwahl geschafft. Mit 28,8 Prozent bleibt er nur knapp hinter SPD-Mann Falk Sluyterman (34,3 Prozent). Letzterer hatte allerdings am Ende in der Stichwahl die Nase vorn und führt seitdem die Geschicke im Schongauer Rathaus.

Offensichtlich zur großen Zufriedenheit seiner Partei. Bei der Aufstellungsversammlung wurde Falk Sluyterman mit großer Mehrheit erneut ins Rennen geschickt. Dabei hatte sich der amtierende Bürgermeister in seiner Vorstellung durchaus Zeit gelassen: Viele Projekte seien in dieser Amtszeit ins Rollen gebracht worden, so der 50-jährige Jurist. Der Teilneubau der Grundschule mit Hort und Mensa, das „Haus für Kinder“, der Schulkreisel, die Generalsanierung des Münzgebäudes – letzteres war zehn Jahre lang leer gestanden, ab 2020 zieht das Amt für Senioren des Landkreises ein.

Bürgermeisterwahl in Schongau: Projekte in der Amtszeit von Falk Sluyterman (SPD) 

„Umstritten war die Fußgängerzone“, so Sluyterman, der den Begriff als viel zu hochtrabend empfinde, „das ist eher ein kleiner verkehrsberuhigter Bereich“. Bewährt habe sich auch das Parkraumkonzept. Er bekomme deshalb immer wieder Rückfragen aus anderen Gemeinden. Die Sanierung des Lechbergs listete er ebenso auf wie die neuen Ampelanlagen, „auch wenn nicht jeder von der intelligenten Schaltung überzeugt ist“.

Dazu kommen die Radwegebeleuchtung zwischen Peiting und Schongau, die Sauna-Erweiterung im Plantsch und der Bike-Park. Besonders wichtig sei ihm die Förderung des Ehrenamtes und die Stärkung der heimischen Wirtschaft und Industrie. 7400 Arbeitsplätze gebe es in Schongau, bei einer Arbeitslosenquote von gerade mal zwei Prozent bedeute dies nahezu Vollbeschäftigung.

Bürgermeisterwahl 2020/Schongau: Hans Rehbehn (parteilos/CSU-Liste)

Bereits frühzeitig warf der erste Gegenkandidat seinen Hut in den Ring. Nun wurde Hans Rehbehn als Parteiloser auch ganz offiziell von der CSU ins Rennen geschickt. „Blockadepolitik bewegt nichts, Schongau hat keine Zeit mehr für Stillstand“, sagte er bei der Aufstellungsversammlung im Schongauer Ballenhaus. Der Lohn für ihn und seine umfangreiche Bewerbungsrede: Im Gegensatz zu Sluyterman bekam er durch ein starkes Ergebnis von 100 Prozent reichlich Rückenwind für den bevorstehenden Wahlkampf.

Symbolisch hatte Rehbehn einige Werkzeuge aus seinem Keller mitgebracht, allem voran eine Schaufel und einen Handfeger – „damit kann man vergrabenes Potenzial freilegen“. Als Beispiel nannte er einen attraktiveren Nahverkehr über neue Schnellbusse, erweiterte Stadtbusstrecken, ein verbessertes Radwegenetz und eine moderne Pfaffenwinkelbahn. „Die touristische Vermarktung der Stadt liegt am Boden, wir müssen Schongau aus dem Dornröschenschlaf wecken“, mahnte er. Dazu gehöre auch ein funktionierender Umweltschutz – der keine Frage der Parteifarbe sei.

Problematisch könnte für seine Kandidatur lediglich der Umstand werden, dass er sich als Pressesprecher des Landratsamtes wiederholt dem Vorwurf ausgesetzt sah, er nutze seine Position dafür, um Werbung für sich zu machen. Rehbehn wies diese Anschuldigungen vehement zurück, versprach aber, noch sensibler für das Thema zu sein. 

Bürgermeisterwahl 2020/Schongau: Daniela Puzzovio (ALS)

Lange sah es nach einem Zweikampf bei der Bürgermeisterwahl in Schongau aus, dann gesellte sich aber mit Daniela Puzzovio doch noch eine dritte Bewerberin ins Kandidatenfeld. Die 55-jährige Unternehmerin aus Schongauer führt auch die Liste der ALS an. Sie wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit nominiert. 

Puzzovio möchte die Stadt attraktiver machen, für Schongauer, aber auch für Touristen. Auch der Wirtschaftsförderung hat sie sich verschrieben. Nicht zuletzt steht die Sicherung des Krankenhauses auf ihrer Agenda. „Deshalb kandidiere ich im Kreisrat für die Unabhängigen.“ Politische Erfahrung habe sie zwar keine, „aber mit einem guten Team und einer guten Kommunikation kann man viel erreichen“, ließ sie im Anschluss an die geheime Nominierung verlauten.

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