Wahlhelfer und Wahlhelferinnen öffnen die Umschläge der Briefwahl.
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Viel zu tun gibt es bei der Bundestagswahl wieder für die Wahlhelfer.

Bundestagswahl 2021

Corona schreckt Wahlhelfer im Landkreis Weilheim-Schongau nicht - auch ohne 3G

  • Christoph Peters
    VonChristoph Peters
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Ohne sie geht nichts: Wenn am kommenden Sonntag der neue Bundestag gewählt wird, schlägt im Landkreis wieder die Stunde der Wahlhelfer. Wegen der zunehmenden Briefwahl sind ihre Dienste heuer vermehrt gefragt. Die gute Nachricht: Trotz Corona mangelt es nicht an Freiwilligen.

Update vom 20. September, 15.15 Uhr: Streng wollte die Gemeinde Peiting in Sachen Corona-Regeln für Wahlhelfer vorgehen. So jedenfalls hatte es die Verwaltung im Gespräch mit den SN angekündigt. Doch die angedachte Testpflicht wird jetzt doch nicht umgesetzt. Geschäftsleiter Stefan Kort spricht von einem Missverständnis, die weitergegebene Information sei nicht richtig. Man werde den Wahlhelfern am Sonntag zwar Schnelltests anbieten, jedoch seien diese keine Pflicht.

Erstmeldung vom 20. September, 8 Uhr: Landkreis – Elf Wahllokale wird es am kommenden Sonntag in Weilheim geben, in denen die Bürger ihre Stimmen für die Bundestagswahl abgeben können. Dazu kommen noch einmal acht Briefwahlbezirke – zwei mehr als vor vier Jahren, denn auch in Weilheim steigt die Zahl der Briefwähler rasant an (wir berichteten). Das hat Auswirkungen auf die Wahlhelfer. „Wir brauchen heuer 20 Freiwillige mehr als bei der letzten Bundestagswahl“, sagt Andreas Wunder, Leiter des Ordnungsamts. Insgesamt 160 Wahlhelfer kümmern sich am Wahltag in der Kreisstadt um den reibungslosen Ablauf und übernehmen nach 18 Uhr das Auszählen der Stimmen. Trotz der gestiegenen Personenzahl – Probleme, genug Freiwillige zu finden, habe es nicht gegeben, sagt Wunder. Auch die Corona-Pandemie schreckte die Helfer nicht ab. Absagen wegen Sorgen vor einer möglichen Ansteckung habe es Gott sei Dank nicht gegeben.

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Wie für die Wähler gilt am Wahltag auch für die Wahlhelfer keine 3G-Regel, heißt, sie müssen nicht geimpft, genesen oder getestet sein, um ihren Dienst zu verrichten. Man werde aber Schnelltests in den Wahllokalen zur Verfügung stellen, falls sich Wahlhelfer testen lassen wollen, kündigt Wunder an. Ansonsten tue man alles, um die Infektionsgefahr so gering wie möglich zu halten. In den Wahllokalen gelte Maskenpflicht für die Bürger, die zudem gebeten werden, ihren eigenen Kugelschreiber mitzubringen. Wo es der Abstand zwischen den Sitzplätzen hergebe, können Wahlhelfer auf den Mund-Nasenschutz verzichten. In den meisten Wahllokalen werde man zudem versuchen, Plexiglasscheiben zwischen Wählern und Helfern aufzustellen, so Wunder. „Wir versuchen, die Bestimmungen bestmöglich umzusetzen.“

Auch in Penzberg ist man, was die Wahlhelfer angeht, bereits gut gerüstet. 144 Freiwillige werden für die 17 Stimmbezirke benötigt, wegen zweier zusätzlicher Briefwahlbezirke sind es 16 mehr als noch vor vier Jahren. Genug Wahlhelfer zu finden, sei aber kein Problem gewesen, sagt Verwaltungsmitarbeiterin Martina Wieczorek – trotz Corona. Auch in Penzberg vertraut man auf ein umfangreiches Hygienekonzept. Es werden Selbsttests für die Wahlhelfer zur Verfügung gestellt. Wo möglich, setze man auf eine Einbahnregelung in den Wahllokalen, sagt Joachim Bodendieck, Abteilungsleiter „Ordnungsangelegenheiten“ im Rathaus. Weil es die räumlichen Verhältnisse nicht anders erlauben, gelte die Maskenpflicht auch für die Wahlhelfer.

Ähnlich sehen die Regelungen in Peißenberg aus, wo insgesamt 112 Wahlhelfer für die 14 Stimmbezirke im Einsatz sein werden. Auch der Markt bietet freiwillige Selbsttests für die Ehrenamtlichen an, wenn Abstände nicht eingehalten werden können, gelte Maskenpflicht für die Wahlhelfer, sagt die zuständige Verwaltungsmitarbeiterin Christina Sporer. Absagen wegen Corona habe es keine gegeben. „Das war kein großes Thema.“

In Peiting werden alle Wahlhelfer auf Corona getestet

Die gleichen Erfahrungen hat man auch in Peiting gemacht. „Wir haben alle benötigten 72 Wahlhelfer zusammen“, sagt Marlene Habersetzer, Mitarbeiterin im Einwohnermeldeamt. Die Zahl ist im Vergleich zur letzten Bundestagswahl nur leicht um sechs gestiegen. Zwar hat auch Peiting die Briefwahlbezirke um zwei auf sechs aufgestockt, aber gleichzeitig wurde die Zahl der Wahllokale um eines auf sechs reduziert.

Strikter als die anderen Gemeinden geht der Markt in Sachen Corona-Regeln vor. Die Wahlhelfer werden vor Dienstantritt getestet, dabei gebe es keine Ausnahme für Geimpfte und Genesene, sagt Habersetzer. „Dann sind wir auf der sicheren Seite.“ Weitere Sicherheit sollen neben der Maskenpflicht Plexiglasscheiben liefern, die an den Tischen zwischen Helfern und Wählern aufgestellt werden.

In Schongau blickt man dem Wahlsonntag ebenfalls entspannt entgegen. Alle benötigten 90 Wahlhelfer für die insgesamt 15 Stimmbezirke sind gefunden – wegen der Briefwahl zwölf Freiwillige mehr als vor vier Jahren. „Bis jetzt steht alles“, sagt Martin Keßler, Leiter des Bürgerservices in der Lechstadt. Die Suche nach Ehrenamtlichen sei trotz Corona nicht schwieriger als sonst gewesen. Nur in einem Fall seien Bedenken geäußert worden, „aber das fällt bei der Menge nicht ins Gewicht. Wir zwingen ja keinen.“ Auch in Schongau setzt man neben Maskenpflicht und Abstandsregelungen auf freiwillige Schnelltests der Ehrenamtlichen, 3G gelte für Helfer und Wähler nicht. „So steht es auch in der aktuellen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung“, betont Keßler.

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