Wähler wirf Stimmzettel in die Wahlurne.
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Im Herbst 2021 wird gewählt.

Bundestagswahl

Die Kandidatensuche läuft

  • Boris Forstner
    vonBoris Forstner
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Die Bundestagswahl in einem Jahr ist derzeit nur wegen der Wahlrechtsreform präsent. Doch die Parteien beginnen bereits, ihre Kandidaten aufzustellen – noch im September stehen die ersten Versammlungen an. Alle befragten Parteien wollen einen Kandidaten aufstellen, es dürften mehr als die acht Direktkandidaten von 2017 werden.

  • Noch im September stehen die ersten Versammlungen an
  • Alle befragten Parteien wollen einen Kandidaten aufstellen
  • Es dürften mehr Direktkandidaten werden als 2017

CSU

Alexander Dobrindt (CSU) tritt wieder an.

Die CSU war vor vier Jahren extrem früh dran: Noch vor den Sommerferien 2016, also mehr als ein Jahr vor dem Wahltermin, nominierte sie Alexander Dobrindt für die erneute Bundestagskandidatur. „Was, das war schon so früh?“, sagte der Peißenberger, von der Heimatzeitung darauf angesprochen. Dieses Mal dagegen könnte es sein, dass Dobrindt, der bestätigte, wieder antreten zu wollen, einer der letzten Nominierten sein wird. „Es hat sich wegen Corona alles verzögert“, sagte der CSU-Landesgruppenchef, der seit 2002 den Wahlkreis Weilheim-Garmisch-Partenkirchen im Reichstag vertritt und zum bereits sechsten Mal gewählt werden will.

Das Problem der CSU sind die Ortsversammlungen, die zwingend notwendig sind, um die 160 Delegierten für die eigentliche Aufstellungsversammlung wählen zu können. „Das war bisher noch nicht möglich. Wir planen gerade, wie wir das hinbekommen“, sagte Dobrindt. Es sei in Corona-Zeiten nicht einfach, geeignete Räume dafür zu finden. „Es könnte also mit der Nominierung bis zum März dauern“, sagte Dobrindt.

Grüne

Katharina von Platen (Grüne) will sich bewerben.

Da sind die Grünen, der laut Umfragen größte Konkurrent der CSU, deutlich schneller: „Der Termin für unsere Aufstellungsversammlung steht schon fest, nämlich der 19. Oktober in der Weilheimer Stadthalle“, sagte Co-Kreisvorsitzender Manuel Neulinger aus Weilheim. Etwa 150 Mitglieder müssen untergebracht werden, das sei dort gut machbar. Bewerber gebe es bereits einige: Je drei aus den Landkreisen Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen hätten ihre Bereitschaft bekundet, „aber es kann sich natürlich auch bei der Versammlung selbst noch jemand melden“, so Neulinger. Im zweiten Teil des Abends sei dann eine Diskussion mit allen Bewerbern vorgesehen.

Namen wollte Neulinger noch nicht nennen, nur einen: Seine Co-Vorsitzende Katharina von Platen werde antreten. Von der Hohenpeißenbergerin Gabriela Seitz-Hoffmann, die 2017 und 2013 für die Gründen kandidiert hatte, habe Neulinger „noch nichts gehört. Ich denke, sie will sich eher zurückziehen.“ Die Ziele der Grünen sind ehrgeizig: „Natürlich ist das Direktmandat eine sehr sportliche Aufgabe, aber wenn man sich keine Ziele setzt, sollte man mit dem Wahlkampf gar nicht anfangen“, sagte Neulinger.

Freie Wähler

Die Freien Wähler im Landkreis sind mit Susann Enders sogar im Landtag vertreten – da verwundert es, dass 2017 kein Direktkandidat angetreten war. Doch das soll anders werden, kündigte Enders an. Sie selbst hatte 2013 für den Bundestag kandidiert, war aber trotz des hervorragenden Platz 3 auf der Landesliste nicht reingekommen, weil die Partei damals noch zu sehr auf Bayern begrenzt war. „Mittlerweile sind wir bundesweit deutlich präsenter, sitzen auch im Landtag von Brandenburg – da hat sich einiges getan“, sagte Enders. Die Aufstellungsversammlung sei noch dieses Jahr geplant, sie sei mit ihrem Garmischer Landtagskollegen Florian Streibl in engem Austausch – „es gibt bereits einige Interessenten“, sagte Enders.

FDP

Die gibt es auch bei der FDP – mit Martin Schröter aus Garmisch-Partenkirchen hat der Nachbarlandkreis sogar schon einen Kandidaten nominiert. Ob er aber tatsächlich wie 2017 antreten darf, ist laut Klaus Breil, Kreisvorsitzender in Weilheim-Schongau, fraglich: „Wir wollen in Weilheim-Schongau, anders als 2017, wieder einen eigenen Kandidaten aufstellen“, kündigte er an. Und weil man deutlich mehr Mitglieder habe als die Garmischer, stünden die Chancen auch gut, dass der nominiert werde. Die Landkreis-Versammlung soll auch noch im September über die Bühne gehen, die gemeinsame Aufstellung ist für Oktober geplant. Namen wollte Breil noch nicht nennen, auf Nachfrage sagte er nur, dass Weilheims Stadt- und Kreisrätin Saika Gebauer-Merx nicht antreten wolle.

SPD

Nur 11,5 Prozent hatte die SPD 2017 erreicht, für den damaligen Direktkandidaten Enrico Corongiu ein „erschütterndes Ergebnis“. Mittlerweise weiß man: Es geht noch schlechter. Zumindest für Corongiu gab es ein spätes Happy-End, er wurde im März zum Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Mittenwald gewählt. Deshalb braucht die SPD einen neuen Kandidaten. „Den werden wir noch im Herbst präsentieren“, kündigte der Kreisvorsitzende Dominik Streit an. Ob er selbst Ambitionen hat? „Dazu will ich jetzt noch nichts sagen.“

AfD

Die zweitstärkste Partei im Wahlkreis war 2017 nicht die SPD, nicht die Grünen – sondern die AfD. Sie holte mit der auswärtigen Kandidatin Edeltraud Schwarz 12,1 Prozent der Stimmen. Der Weilheimer Kreisvorsitzende Rüdiger Imgart ist mittlerweile bekannt, „aber ich reiße mich nicht um eine Kandidatur“, sagte er auf Anfrage. Bis zu einer Entscheidung werde es auch noch dauern: „Wir stellen erst im nächsten Jahr auf den letzten Drücker auf“, kündigte Imgart an.

Linke

Für die Linke hatte damals Reinhard Böttger kandidiert, doch der ist zwischendurch ausgewandert – wobei der für den Landkreis zuständige Parteikollege Rolf Podlewski berichtet, dass Böttger in den Corona-Wirren wie viele andere Deutsche aus Mittelamerika ausgeflogen wurde und wieder in der Heimat sei. „Ich denke aber, er hat andere Pläne“, sagte Podlewski zu einer erneuten Kandidatur Böttgers. Aber einige andere Kandidaten hätten ihren Hut schon in den Ring geworfen.

ÖDP

Bei der ÖDP sei man noch in der „Findungsphase“, sagte Vize-Kreisvorsitzender Markus Kunzendorf. „Wir wollen schon jemanden aufstellen“, bekräftigte er. Dass es wieder auf Maiken Winter herausläuft, die bereits 2017 angetreten war, „könnte schon sein“, so Kunzendorf.

Bayernpartei

Die Bayernpartei war 2017 genauso schnell wie die CSU und hatte bereits mehr als ein Jahr vor der Wahl Siegfried Seelos aus Schwabbruck nominiert, Jetzt dauert es etwas länger: „Am 27. September. ist Aufstellung der Landesliste, anschließend werden in den einzelnen Wahlkreisen die Direktkandidaten nominiert“, teilte Generalsekretär Hubert Dorn mit. Er gehe davon aus, dass im Wahlkreis Weilheim noch in diesem Jahr die Kandidatenaufstellung über die Bühne gehe. „Über Personalien ist derzeit noch keine Stellungnahme möglich“, so Dorn.

Ob noch weitere Parteien und Gruppierungen einen Bewerber für das Direktmandat nominieren, ist unklar – 2017 waren im Landkreis insgesamt 21 Parteien angetreten.

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