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Verschiedene Arbeitsgänge sind notwendig , um die Tierbild Mosaikimitationen zu restaurieren. Paul Ressl und Praktikantin Ele na Böck müssen dies bis Mitte Januar schaffen.

Mosaikbilder in gutem Zustand

Cobi Reiser: Grobem folgt nun der Feinschliff

Das erste Fazit von Restaurator Paul Ressl über den Zustand der Cobi Reiser Tierbilder nach Anbringung an die Wand des neuen Schulgebäudes fällt sehr positiv aus. „Der Zustand der Bilder ist super“, berichtet der Fachmann. Alle acht Mosaik-Imitationen haben die über zwei Jahre dauernde Einlagerung gut überstanden. Auch bei der Anbringung lief alles perfekt.

Schongau– Viel wurde vor zwei Jahren über die Rettung der acht Tierbilder des Münchner Malers und Künstlers Jakob Benjamin Reiser geschrieben. Die Werke hatten viel Staub aufgewirbelt. Der Staub hat sich gelegt, alle Mosaikimitationen der Tierfamilien sind jetzt fest an einer der Wände im neuen Schulhaus der Staufer Grundschule angebracht.

Das Grobe ist jedenfalls getan, jetzt ist Fingerspitzengefühl bei der Feinarbeit gefragt. Ausführender Restaurator Paul Ressl aus Altenstadt hat den Auftrag für diese feinfühligen Arbeiten erhalten. Zusammen mit Elena Böck, einer Praktikantin aus Berlin, arbeitet Ressl jetzt seit einigen Tagen an den Bildern. Bis Mitte Januar haben sie dafür Zeit, dann muss alles in trockenen Tüchern sein. Denn danach muss Ressl für die Arbeiter Platz machen, die den Estrich einbringen werden.

Die Arbeiten des Restaurierens werden in mehreren Arbeitsgängen durchgeführt. Zuerst werden grobe Ausbrüche an den Rändern mit Kalkputz geschlossen. Mit einem Material, aus dem auch die Grundplatte besteht. „Diese Ausbrüche entstehen, wenn mit der Säge solche Teile herausgeschnitten werden“, erklärt Ressl. Die Bilder sind dadurch aber nicht beschädigt worden. Die Flächen werden im folgenden Arbeitsgang mit einem Spezialspachtel ausgeglichen.

Jetzt ist Elena an der Reihe. Sie gibt eine Erklärung über den Hintergrund ab. „Wir schaffen einen farblich neutralen Hintergrund, um am Ende zu einer edlen Präsentation beizutragen“, verrät die Praktikantin. Der Weg nach Bayern hat sich für die zukünftige Kunststudentin gelohnt, von Paul Ressl hat sie einiges über alte Maltechniken lernen können.

Ressl selbst gibt weitere Erklärungen. „Nur die Ränder werden retuschiert, damit das Original von Cobi Reiser zu annähernd 100 Prozent erhalten bleibt“, so der Altmeister. Das heißt, dass nur Teile der äußeren Malpunkte dezent aufgefrischt werden. Und er verrät im gleichen Atemzug, wie am Ende die acht Tier-Familienbilder präsentiert werden. „Es wird um die Bilder eine Umrandung in Holz mit indirekten Beleuchtung angebracht werden, um dem ganzen Kunstwerk einen musealen Charakter zu geben“, so Ressl. Kurzes Kopfnicken, ein Lächeln und weiter geht’s mit dem Auftragen. Die Zeit drängt.

Hans-Helmut Herold

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