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Der schwierige Kampf gegen Müllsünder

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Von: Christoph Peters

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Der Containerplatz am Schongauer V-Markt zählt zu den Problemfällen in Sachen Müllablagerung. © Köpf

Es ist ein Anblick, der vielen Bürgern sauer aufstößt. Regelmäßig wird an den Containerplätzen im Landkreis illegal Müll abgeladen. Bei der EVA GmbH, für den Betrieb der Standorte zuständig, kennt man das Problem seit langem. Warum eine endgültige Lösung bisher scheiterte.

Weilheim-Schongau – Einwurf nur für Dosen steht auf dem grauen Behälter, der auf dem Foto von Melanie Köpf zu sehen ist. Abgelichtet hat ihn die Leserin der Schongauer Nachrichten am Containerplatz am V-Markt in Schongau. Über 100 solcher Sammeleinrichtungen betreibt die EVA GmbH in den Gemeinden des Landkreises. Natürlich war der Behälter allein nicht der Grund, weshalb Melanie Köpf ihr Smartphone zückte. Vielmehr wollte sie festhalten, was am Boden vor dem Dosencontainer und den anderen Behältern verstreut herum lag. Volle Müllbeutel, Kartonagen, eine große Metalldose: Abfall, der an der Sammelstelle nichts zu suchen hat, wurde hier einfach illegal entsorgt. „Echt nicht in Ordnung“, findet das Melanie Köpf und steht damit nicht allein. Immer wieder erreichen die Redaktion Beschwerden über verschmutzte Containerplätze.

Bei der EVA GmbH ist man sich des Problems bewusst. „Es gibt im Landkreis einige problematische Standorte, wo es zu vermehrter Müllablagerung kommt“, sagt Pressesprecherin Claudia Knopp. Zu diesen gehöre auch der Containerplatz am Schongauer V-Markt. Dort habe die illegale Entsorgung wieder zugenommen, seit der Standort wegen des Tankstellen-Neubaus von der Straße weg in den hinteren Teil verlegt worden sei, weiß Knopp. Uneinsehbare oder etwas abseits gelegene Plätze seien besonders beliebt bei Müllfrevlern. „In Weilheim am Narbonner Ring und am Real-Markt ist die Situation ähnlich.“ Auch hier gebe es öfters Beschwerden.

Der abgeladene Müll ist nicht nur ein unschöner Anblick, seine Entsorgung kostet auch Geld – Kosten, die die Landkreisbürger über die Müllgebühren mittragen. Einmal die Woche säubert die i+s Pfaffenwinkel GmbH aus Herzogsägmühle im Auftrag der EVA die 111 Containerstandorte. Im vergangenen Jahr sammelten die Mitarbeiter insgesamt rund 51 Tonnen illegal entsorgten Abfall ein. Seit acht Jahren hat sich die Menge an Restmüll auf diesen Wert eingependelt. „Es ist eine Menge, mit der wir leben können“, sagt Knopp. Zum Vergleich: Im unrühmlichen Rekordjahr 2002 lag der Spitzenwert mit 136 Tonnen noch fast drei Mal so hoch.

Natürlich wäre auch der EVA lieber, man könnte dem Treiben der illegalen Müllentsorgung generell Einhalt gebieten. „Ganz wird sich das aber vermutlich nie verhindern lassen“, sagt Knopp. Zumal ihre Gesellschaft in der Vergangenheit schon einiges ausprobiert hat, um den Übeltätern auf die Schliche zu kommen. So seien die i+s-Mitarbeiter angewiesen, nach Hinweisen Ausschau zu halten, die Rückschlüsse auf die Abfall-Verursacher erlauben. „Diese geben wir dann an die Bußgeldstelle im Landratsamt weiter.“

Auch mit der immer wieder geforderten Videoüberwachung der Plätze habe man es vor Jahren bereits versucht. „Aber da sind wir gebrannte Kinder“, sagt Knopp, der Versuch endete damals vor Gericht. Ein neuer Anlauf sei zum einen aufgrund der mittlerweile strengeren Datenschutzverordnung nicht geplant. Zum anderen spreche auch dagegen, dass es in keinem Verhältnis stehe, wegen ein paar schwarzer Schafe alle Bürger zu filmen. „Die Mehrheit verhält sich ja zum Glück korrekt“, betont Knopp.

Abhilfe schaffen könnte womöglich, die besonders betroffenen Plätze an andere Stellen zu verlegen, wo sie mehr unter Beobachtung durch die Bürger seien, erklärt Knopp. Doch solche Standorte zu finden sei ein schweres Unterfangen. Kaum einer wolle schließlich einen Containerplatz in unmittelbarer Nachbarschaft haben. Und einfach ersatzlos auflösen sei ebenfalls keine Option, betont Knopp. „Wir brauchen im Landkreis einfach ein gewisses Kontingent an Plätzen. Sonst werden die Wege zu weit.“

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