Die Sicherheitsvorkehrungen im Peißenberger Impfzentrum werden strikt befolgt. Ab dem heutigen Montag wird der große Ansturm erwartet.
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Die Sicherheitsvorkehrungen im Peißenberger Impfzentrum werden strikt befolgt. Ab dem heutigen Montag wird der große Ansturm erwartet.

Am Impfzentrum in Peißenberg

Corona: Erste Impfungen im Landkreis Weilheim-Schongau haben begonnen

  • vonRafael Sala
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Priorität bei den ersten Corona-Impfungen im Peißenberger Impfzentrum am gestrigen Sonntag hatten Ärzte und Pfleger der beiden Kreiskrankenhäuser. Ein holpriger Start: Gerade einmal 100 Impfdosen standen zur Verfügung. Jetzt wird mit einem Ansturm gerechnet.

  • Die ersten Corona-Impfungen im Peißenberger Impfzentrum haben am Sonntag stattgefunden
  • Ärzte und Pfleger der beiden Kreiskrankenhäuser durften sich den Impfstoff schon verabreichen lassen
  • Ab Montag können sich Risikogruppen impfen lassen

Peißenberg – Die Stimmung im Peißenberger Impfzentrum war eine Mischung aus Vorfreude, bangem Erwarten und Hektik. Vorfreude, weil der aktive Kampf gegen die Corona-Pandemie nun endlich begonnen hat. Bange Erwartung, weil erwartungsgemäß Unsicherheit und Nervosität mit im Spiel sind. Hektik, weil die Auflagen mit Abstandsregeln, Personenbeschränkung und Anmeldeprozedere nicht streng genug sein können und sich das Personal im Dauerstressmodus befindet. Jeder Impfwillige, dem sich in der klirrenden Kälte draußen die Tür zum zweistöckigen Gebäude an der Hauptstraße 55 öffnet, bekommt erst einmal ein Fieberthermometer an die Stirn gehalten. Die Messung erfolgt in Sekundenschnelle. „In Ordnung, mitkommen“, ruft ein vermummter Security-Mitarbeiter.

Jeder wird einzeln aufgerufen, Sicherheit ist wichtig

Dann geht es über eine Treppe in den ersten Stock. Auch hier wird knallhart durchgetaktet: Mehr als vier Menschen dürfen sich im Foyer nicht aufhalten. Kommt ein fünfter dazu, muss er unverzüglich in den Warteraum. Jeder wird einzeln aufgerufen, wenn er dran ist. Nach der Abgabe der Anmeldeformulare geht es ins Impfzimmer, wo ein Team aus Spezialisten mit Spritzen in der Hand bereitsteht. Ein Mediziner hält am Fenster eine Ampulle ins Sonnenlicht. Da ist sie also, die Flüssigkeit, die seit Wochen Schlagzeilen macht und der Corona-Pandemie ein für alle Mal ein Ende bereiten soll. Ganz normal sieht sie im Grunde aus: eine wässrige Lösung, gold-gelb. Aber das Liquid kann nach Expertenauffassung über Leben und Tod entscheiden.

Erste Impfungen im Landkreis: Auch Pflegedirektorin Anne Ertel lässt sich den Impfstoff spritzen.

Das Fachpersonal der beiden Kreiskliniken konnte sich bereits impfen lassen

Für den Landkreis ist es ein nahezu magischer Augenblick. Fast so etwas wie Ehrfurcht herrscht im Raum, als sich die biegsame Nadel durch den Gummipfropfen bohrt und die Flüssigkeit langsam aus der Ampulle in die Spritze gesogen wird. Als Erstes sind die Ärzte und das Pflegepersonal der beiden Kreiskrankenhäuser in Weilheim und Schongau dran. Den ganzen Sonntag über konnten sie sich in Peißenberg impfen lassen – maximal 100 Personen, denn mehr Dosen stehen nicht zur Verfügung. Professor Andreas Knez, Kardiologe und Facharzt für Innere Medizin im Krankenhaus Weilheim, kann es gar nicht erwarten, die Nadel in den Arm gesetzt zu bekommen. „Toll, freut mich“, wiederholt er einige Male, die Begeisterung klingt ehrlich. Zuversicht leuchtet aus seinen Augen. „Jetzt ist es endlich soweit, ich kann nur jedem raten, sich gegen Corona impfen zu lassen. Das ist der einzige Weg, den wir haben, um die Pandemie zu bekämpfen.“ Es ist ihm wichtig, darüber aufzuklären, dass Gefahren durch die Impfung nicht bestehen. Die weit verbreitete Sorge etwa, dass der Trägerstoff m-RNA das Erbgut in den Zellen nachhaltig schädigen könne, sei „Unsinn“.

Über 80-Jährige und Menschen, die sich im Corona-Umfeld bewegen können sich nun anmelden

Der eigentliche Andrang wird ab heute erwartet. „Risikogruppen wie die über 80-Jährigen oder Menschen, die sich in einem Corona-Umfeld bewegt haben, können sich jetzt impfen lassen“, informiert Christian Achmüller, Verwaltungsleiter und Impfbetreuer bei den Johannitern.

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