Zu zwei tödlichen Unfällen wie hier bei Peiting musste die Schongauer Polizei 2020 ausrücken.
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Zu zwei tödlichen Unfällen wie hier bei Peiting musste die Schongauer Polizei 2020 ausrücken.

Kriminalitäts- und Verkehrsstatistik veröffentlicht

Corona-Jahr 2020: Schongauer Polizei verzeichnet mehr Straftaten und weniger Unfälle

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Mehr Straftaten als im Vorjahr sind 2020 im Bereich der Polizeiinspektion Schongau begangen worden. Das geht aus der Kriminalitätsstatistik hervor, die jetzt veröffentlicht wurde. Besser fällt die Verkehrsbilanz aus: Die Zahl der Unfälle ging im vergangenen Jahr merklich zurück.

Schongau – 1702 Straftaten führt die Statistik für das vergangene Jahr im Zuständigkeitsbereich der Schongauer Polizei auf, in dem knapp 50 000 Einwohner leben. Das sind 5,3 Prozent mehr als 2019. Grund zur Sorge besteht laut Herbert Kieweg deshalb aber nicht. Trotz der leicht gestiegenen Deliktzahlen könne die Sicherheitslage „wieder als gut bezeichnet werden“, betont der PI-Chef. Das liegt auch daran, dass seine Kollegen in einem großen Teil der Fälle die Täter ermitteln konnten. Die Aufklärungsquote legte 2020 um 1,7 auf 76,7 Prozent zu.

Deutlich zurück ging im vergangenen Jahr die Zahl der Körperverletzungsdelikte. Sie sank von 308 auf 249. Das gilt auch für den Bereich der gefährlichen und schweren Körperverletzung. Hier wurden 2020 54 Taten (-9) registriert. Fast in allen Fällen konnte der Täter ermittelt werden. „Der Grund für die sinkenden Deliktszahlen dürfte sicherlich auch in den Corona-bedingten Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen liegen“, vermutet Kieweg.

Ladendiebstähle gingen deutlich zurück

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie zeigen sich auch im Bereich der Diebstähle. So wurden 2020 277 Delikte zur Anzeige gebracht, 14,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Besonders deutlich ging die Zahl der Ladendiebstähle zurück, die um 34 Prozent auf 45 Fälle sank. Durchaus überraschend dagegen vor dem Hintergrund von Homeoffice und Reiseeinschränkungen verzeichnete die Schongauer PI im vergangenen Jahr zwölf Wohnungseinbrüche und damit vier mehr als 2019.

Auch in Sachen Rauschgiftdelikte hatte man 2020 mehr zu tun. Die Zahl der Fälle stieg von 134 auf 205. Beim Großteil der Verstöße habe es sich um den Besitz oder den Handel mit Cannabisprodukten gehandelt, erklärt Kieweg. „Allerdings konnte in letzter Zeit auch vermehrt Amphetamin sichergestellt werden.“

Auf dem Niveau des Vorjahrs bewegten sich hingegen Betrugsdelikte (134) und Sachbeschädigungen (213). 

Insgesamt wurden 2020 921 Tatverdächtige ermittelt. Darunter befanden sich 32 Kinder und 169 Jugendliche. Beim Großteil der Tatverdächtigen handelte es sich um Männer (720), 225 Tatverdächtige waren laut dem PI-Chef nicht deutscher Herkunft. Immerhin 213 Tatverdächtige standen bei der Tat unter Alkoholeinfluss.

Mehr Alkoholfahrten, weniger Unfallfluchten

Alkohol spielt auch in der Verkehrsstatistik eine Rolle, die nun ebenfalls veröffentlicht wurde. So stieg die Zahl der Unfälle, bei denen Alkohol im Spiel war, im vergangenen Jahr von 13 auf 19. Bei 50 Verkehrsteilnehmern, die die Polizei kontrollierte, war zudem die zulässige Promillegrenze überschritten oder sie standen unter Drogeneinfluss. Zurück ging dagegen die Zahl der Unfallfluchten. Sie sank um 23 Prozent auf 222 Fälle.

Insgesamt ereigneten sich 2020 1166 Verkehrsunfälle im Bereich der PI Schongau –103 weniger als im Vorjahr. 283 Personen wurden dabei verletzt. Leider habe es auch zwei tödliche Unfälle gegeben, bedauert Kieweg. Bei den Unglücken verloren zwei Menschen ihr Leben.

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