+
Wegen der hohen Nachfrage ist die Schutzkleidung für Ärzte knapp.

Weilheim-Schongau

Corona-Virus: Im Gesundheitsamt laufen die Telefone heiß - Bereitschaftsdienst unterstützt Hausärzte

  • Christoph Peters
    VonChristoph Peters
    schließen

Noch gibt es keinen Corona-Fall im Landkreis Weilheim-Schongau, doch das Informationsbedürfnis der Bevölkerung ist groß. Im Gesundheitsamt laufen die Telefone heiß, auch bei den Hausärzten ist das Virus Thema. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) hat den Bereitschaftsdienst ausgeweitet, um Patienten mit konkretem Corona-Verdacht zuhause zu testen.

Landkreis – Noch gibt es keinen Corona-Fall im Landkreis Weilheim-Schongau, doch das Informationsbedürfnis der Bevölkerung ist groß. Im Gesundheitsamt laufen die Telefone heiß, auch bei den Hausärzten ist das Virus Thema. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) hat den Bereitschaftsdienst ausgeweitet, um Patienten mit konkretem Corona-Verdacht zuhause zu testen.

In der vergangenen Woche hatte das Gesundheitsamt in Weilheim eine Hotline eingerichtet, an die sich Bürger bei Fragen zum Corona-Virus wenden können. Seit Freitag mit dem Ende der Faschingsferien würden die Telefone nicht mehr stillstehen, sagt Amtsleiter Dr. Stefan Günther. Vor allem Ferienrückkehrer aus den Risikogebieten wie der Lombardei seien besorgt. „Es kommen dauernd Anrufe rein, wir können gar nicht alle abarbeiten.“ Man sei deshalb dabei, zusätzliche Leitungen zu schalten. Die wichtigsten Informationen zum Corona-Virus habe man zudem auf der Internetseite des Landkreises zusammengefasst.

Hausarzt warnt vor Panikmache

Auch bei den niedergelassenen Ärzten ist das Virus natürlich Thema. Der Schongauer Hausarzt Martin Kayser rät allerdings wie Günther zur Besonnenheit, hält nichts davon, Panik zu schüren. Nur wer in den vergangenen 14 Tagen in einem Risikogebiet war und gleichzeitig über Krankheitssymptome wie Fieber, Husten oder Atemnot klage, komme als konkreter Verdachtsfall in Frage. Gleiches treffe auf jene zu, die direkten Kontakt zu Corona-Infizierten gehabt haben. „Ohne diesen Hintergrund ist es viel wahrscheinlicher, dass es sich um eine normale Grippe handelt.“

Wer Sorge hat, sich angesteckt zu haben, soll sich am besten gleich an den Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) unter der Telefonnummer 116117 wenden, rät Günther.

Fahrdienst bringt Ärzte zu Verdachtsfällen

Bei der KVB hat man auf die besondere Situation reagiert. Seit Freitag ist rund um die Uhr ein Fahrdienst im Einsatz, der bei konkretem Corona-Verdacht einen Arzt zum Patienten bringt, um eine Probe für den Labortest zu nehmen. Um eine Ansteckung zu vermeiden, betrete der Mediziner das Heim des Patienten dabei mit spezieller Schutzkleidung, zu der Mundschutz, Kittel und Handschuhe gehören, teilt Guido Zdrenka, Regionalleiter der KVB, mit. Mit den Hausbesuchen soll vermieden werden, dass Patienten mit Verdacht auf eine Corona-Infektion Arztpraxen und Notaufnahmen aufsuchen und dort beziehungsweise auf dem Weg dorthin das Virus verbreiten.

Martin Kayser begrüßt die Unterstützung durch den Bereitschaftsdienst. „Das funktioniert sehr gut.“ Allerdings habe er schon mitbekommen, dass Patienten wegen des hohen Anruferaufkommens nicht sofort durchgekommen seien.

Ob, und falls ja, wie viele Verdachtsfälle es derzeit im Landkreis gibt, will das Gesundheitsamt nicht mitteilen, um keine unnötige Panik aufkommen zu lassen. „Sollte sich ein Verdacht bestätigen, werden wir das natürlich sofort bekanntmachen“, sagt Günther.

Schutzkleidung für Ärzte ist Mangelware

Dass das Virus über kurz oder lang den Landkreis erreichen wird, davon geht der Gesundheitsamt-Chef trotz aller Vorsichtsmaßnahmen aus. Für die niedergelassenen Ärzte, die dann wohl stärker eingebunden werden in die Behandlung, würde sich damit jedoch ein Problem ergeben: Es fehlt laut Kayser an der nötigen Schutzkleidung. Wegen mehrfacher Untersuchung würden pro Patient bis zu vier Kittel und Masken benötigt, rechnet er vor. „Wir haben gerade einmal zehn Stück da.“ Über die Versandhändler sei nichts mehr zu bekommen. Er und seine Kollegen hätten daher eine klare Forderung: „Der Staat muss die Schutzkleidung stellen.“

Lesen Sie auch: 

Gähnende Leere herrscht dieser Tage in vielen Supermarkt-Regalen im Landkreis. Aus Angst vor dem Corona-Virus und seinen Folgen betätigen sich viele als Hamsterkäufer. Insbesondere Desinfektionsmittel und Grundnahrungsmittel fehlen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare