250 000 Kilowattstunden wurden für das Schongauer Eisstadion im Jahr 2019 verbraucht.
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250 000 Kilowattstunden wurden für das Schongauer Eisstadion im Jahr 2019 verbraucht.

Millionenbeträge für Sanierung des Technikgebäudes

Schongauer Eisstadion: Dachkonstruktion muss dringend geändert werden

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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2019 hatte die Stadt Schongau Gelder bewilligt für Sanierungskonzepte am Schongauer Eisstadion und am Nebengebäude, nun liegen endlich Daten und Zahlen vor. Bereits erledigt ist die Reparatur am Schacht für die Kälteverrohrung. 34 000 Euro wurden hierfür im Jahr 2020 fällig, das Thema ist nach den Ausführungen von TSV-Vorstand Ralf Konstantin für die nächsten Jahre vom Tisch.

Schongau - Richtig Kopfzerbrechen bereiten dagegen die Zahlen für das Grobkonzept zur Sanierung des Stadiondaches in der Lechuferstraße. Das Dach hat Schwachstellen. Das hat man seit einem Gutachten von 2016 schwarz auf weiß. „Momentan besteht keine Gefahr für Leib und Leben, weil wir damals einen Schneewächter eingebaut haben“, so Konstantin. Wenn dieser bei hoher Schneelast Alarm auslöst, bleibt aber nur das Schließen der Halle, denn Räumen kann man das Dach nicht, da man Helfer auf dieser Fläche nicht sichern kann.

Bisher hat der Schneewächter erst ein Mal Alarm geschlagen

Alarm geschlagen hat der Schneewächter bisher erst ein einziges Mal – im Jahr 2018. Aber es gibt weitere Probleme, wie nun ein Ingenieurbüro aus Marktoberdorf festgestellt hat. Einfach ausgedrückt: An der Dachkonstruktion muss dringend etwas gemacht werden. Je nachdem, welche Nutzungsklasse für das Eisstadion angesetzt wird, ist es rein rechnerisch bei viel Schnee richtig riskant, je nach Szenario entsteht eine Überlast von bis zu 70 Prozent. Das liegt unter anderem am schlechten Luftwechsel im Stadion, das sich im Oktober/November schon mal in eine Tropfsteinhöhle verwandeln kann. Schwitzwasser sammelt sich an den Balken, das Holz kann nicht mehr abtrocknen.

Außerdem muss im Laufe der Bauzeit etwas an der Konstruktion des Daches geändert worden sein, wie das Ingenieurbüro nun feststellte. Nachvollziehen lasse sich dies heute nicht mehr genau, so Konstantin, aber die Geometrie des ursprünglichen Bauantrags weicht vom derzeitigen Dach ab. Nicht zuletzt lassen sich die innenliegenden Holz-Stahl-Verbinder nicht kontrollieren, was eine weitere Schwachstelle sein könnte bei der teilweise hohen Feuchtigkeit in der Halle.

Die Dachkonstruktion des Stadions soll verstärkt werden

Der Vorschlag der Planer als Gesamtlösung: Die ganze Dachkonstruktion verstärken. Kostenschätzung: rund 570 000 Euro. Auf die Stadt kämen rund 340 000 Euro zu. Eine Förderung von 170 000 Euro durch die Sportförderung des BLSV sei in Aussicht gestellt, so Konstantin. „Eventuell ist es auch günstiger, das ganze Dach runterzunehmen und neu aufzubauen, das wird noch geprüft.“

Es gibt auch noch andere Lösungen: Statt die Dachkonstruktion zu ändern, könne man auch die Hallenwand zum Lech hin komplett schließen und eine Lüftungsanlage einzubauen. Dies soll ebenfalls noch geprüft werden. Der Vorschlag einer Dachheizung wird dagegen wohl eher nicht verfolgt: Zwar wären die Montagekosten geringer, aber die jährlichen Betriebskosten ungleich hoch. „Unten machen wir es kalt und oben heizen wir, da machen wir uns ,Fridays for Future’ nicht zum Freund“, so Konstantin.

Viel zu tun ist auch am Umkleide- und Technikgebäude. Die Sanitärräume sind teilweise 40 Jahre alt, „das ist einfach nicht mehr zeitgemäß“. Das Erdgeschoss muss also dringend saniert, und im Obergeschoss beim Brandschutz nachgerüstet werden. Weil der erste Stock aus statischen Gründen derzeit nicht genutzt werden kann, wünscht sich der TSV außerdem eine Optimierung der Räumlichkeiten, damit sie dem Verein das ganze Jahr über zur Verfügung stehen.

Drei Varianten für das Technikgebäude, alle im Millionenbereich

Für drei Varianten hat man die Zahlen im Gepäck: Nur die Sanierung des Erdgeschosses schlägt schon mit 1,7 Millionen zu Buche. Würde man das Gebäude zusätzlich aufstocken, liegen die Kosten bei 2,9 Millionen Euro. Da ist man nicht mehr weit von der Gesamtsumme entfernt, wenn man das Nebengebäude abreißt und komplett zweigeschossig neu baut (3,2 Millionen Euro).

Von einer Millionen-Förderung wie ihn die Peitinger für ihre Eishallen-Sanierung bekommen, kann man in Schongau erst einmal nur träumen, die Situation sei aber auch gar nicht vergleichbar, so Konstantin, da eben in Schongau der Verein das Stadion betreibt und nicht die Stadt. Aber auch für das Nebengebäude des Eisstadions gibt es Fördertöpfe. Für die reine Sanierung gibt es zwar keinen Zuschuss seitens der Sportförderung, aber die Aufstockung würde mit 580 000 Euro gefördert, der Neubau mit 635 000 Euro. Auf die Stadt kämen dann Summen zwischen 1,7 Millionen Euro und 2 Millionen Euro zu. „Das ist aber Zukunftsmusik und lässt sich nicht spielen in der finanziellen Situation, in der die Stadt Schongau derzeit ist“, weiß Konstantin. Aber man würde die Pläne gerne fertig in der Schublade haben, zur Antragstellung von förderfähigen Kosten seien diese ohnehin erforderlich. Auch Stadtbaumeister Sebastian Dietrich habe zugesichert, seitens der Stadt mögliche Förderprogramme abzuklopfen, „das wäre der Hauptgewinn“, so Konstantin. Die finanziellen Sorgen des Vereins wegen der Eishalle löst dies jedoch nicht, da muss der Stadtrat noch Entscheidungen treffen.

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