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Die orangen Loks der Au gsburger Localbahn werden bald nicht mehr in Schongau zu sehen sein.

Güterverkehr

Fuchstalbahn: DB übernimmt

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Die Zukunft des Schienen-Güterverkehrs zwischen Schongau und Landsberg scheint fürs Erste gesichert. Nachdem sich die Augsburger Localbahn aus wirtschaftlichen Gründen von der Fuchstalbahn zurückzieht, übernimmt die Deutsche Bahn (DB Cargo) ab Januar schrittweise den Transport. Und UPM in Schongau betont, weiter auf die Schiene zu setzen.

Schongau/Landsberg Der Schreck war Anfang dieser Woche vor allem in Schongau groß, als die Meldung durchsickerte: Die Augsburger Localbahn werde sich künftig beim Güterverkehr komplett auf das Stadtgebiet Augsburg konzentrieren und sich schrittweise von der Strecke Augsburg-Schongau zurückziehen. Schnell wurden in Landsberg und Schongau Befürchtungen laut, der Güterverkehr auf der Fuchstalbahn könnte ganz eingestellt und die Strecke komplett stillgelegt werden.

Entsprechende Gerüchte kamen in der Vergangenheit immer wieder hoch. Der langjährige Vorsitzende der inzwischen aufgelösten Initiative Fuchstalbahn, Tyll-Patrick Albrecht, spricht jetzt einmal mehr von einem „Warn- und Weckruf“ für die Fuchstalbahn. Das Güteraufkommen auf der Strecke sei augenscheinlich in den letzten Jahren weniger geworden und rechne sich damit für die Localbahn nicht. „Und da der Hauptkunde die UPM-Papierfabrik in Schongau ist, muss man natürlich die Frage stellen, weshalb wird da weniger transportiert und wie sieht das in der Zukunft aus?“, fragt Albrecht, der langfristig eine Verlagerung auf den Lkw und entsprechenden Schwerlastverkehr durch Schongau hin zur B 17 befürchtet.

Die Localbahn sorgt bekanntlich seit vielen Jahren dafür, dass der Lkw-Verkehr zwischen Schongau und Landsberg nicht Überhand nimmt. Täglich fahren zwei Zugpaare auf der Fuchstalbahn im Regelbetrieb. Kunden entlang der Strecke sind nach Localbahn-Angaben neben UPM die Firma Hirschvogel in Denklingen sowie Kinsau Altpapier und die Firma Pröbstl. Alle werden in Zukunft laut Localbahn-Finanzgeschäftsführer Michael Mayinger von der DB Cargo bedient. Im Gespräch mit den SN begründete der Geschäftsführer gestern die Aufgabe der Strecke mit dem rückläufigen Güteraufkommen. Von 2012 bis 2018 sei es von 1,2 Millionen Tonnen auf 840 000 Tonnen jährlich gesunken. Für die Localbahn rechnete sich das nicht mehr.

Die Deutsche Bahn (DB Cargo) bestätigte auf SN-Anfrage, dass sie den Güterverkehr auf der Fuchstalbahn übernehmen wird. „Ab Januar schrittweise und bis Juni 2019 im vollen Umfang“, sagte ein Sprecher. Das Geschäft werde 1:1 übernommen, der Transport erfolge auf der gewohnten Strecke. Die genannten Frachtmengen wollte der Sprecher nicht kommentieren. Aber wenn es sich nicht lohnen würde, „würde man es auch nicht machen“, machte er klar.

Den größten Brocken des Geschäfts zwischen Schongau und Landsberg dürfte zweifelsohne weiterhin UPM ausmachen. Und UPM-Werkschef Wolfgang Ohnesorg bricht eine Lanze für die Fuchstalbahn: „Unser Ziel ist, weiter auf der Schiene zu fahren und nicht, mehr Lkw auf die Straße zu bringen“, machte er gestern klar. Der Partnerwechsel stellt seinen Angaben nach für UPM überhaupt kein Problem dar. Laut Ohnesorg arbeiten UPM und DB Cargo auf anderen Bahnstrecken schon seit Jahren zusammen.

Die Hirschvogel Umformtechnik in Denklingen bekommt nach eigenen Angaben zwei Mal pro Woche Stahl aus Deutschland mit der Localbahn nach Denklingen geliefert. Der Stahl werde am Bahngleis in Denklingen auf einen Lkw verladen und dann einen Kilometer zum Hirschvogel-Werk transportiert. „Wir haben vom Wechsel auf der Fuchstalbahn bereits gehört“, berichtete gestern Hirschvogel-Sprecherin Michaela Heinle auf Anfrage. „Ohne Nachfolger würde der Stahl in Buchloe auf Lkw verladen und nach Denklingen transportiert werden.“

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