Puppe mit verbundenen Augen im Objektkasten – ein Kunstwerk von Bonny Schmid-Burleson aus Steingädele, zu sehen bei der Ausstellung in der Hl.-Geist-Spitalkirche.

Aktionswochenende vom 15. bis 18. März

Demenz: „Wer bist Du heute?“

Die Zahl der an Alzheimer-Demenz erkrankten Mitbürger nimmt immer mehr zu. Laut statistischer Erhebungen leben 300 bis 350 Demenzkranke in Schongau. Die Zahl der Pflegeplätze liegt jedoch weit darunter, und das bedeutet, dass viele Mitbürger zu Hause gepflegt werden. Die Angehörigen ziehen es oft vor, mit den Erkrankten im heimischen Umfeld zu bleiben.

Schongau – „Einen an Demenz erkrankten Angehörigen zu pflegen, ist eine immense Herausforderung für jeden Menschen“, sagt Doris Kettner, die vom 15. bis 18. März in Schongau wieder Aktionstage zum Thema Demenz organisiert – mit Vorträgen, Info-Ständen, einer Lesung sowie einer Ausstellung. Das alles findet diesmal im Stadtmuseum in Schongau statt.

„Beim ersten Aktionswochenende vor einem Jahr waren wir noch im Gerbersaal“, berichtet Doris Kettner. Damals sei die Aktion gut angekommen, viele Leute hätten sich informiert, was schließlich auch dazu geführt habe, kostenlose Demenz-Sprechstunden in Schongau anzubieten. Sie finden jeden ersten und dritten Montag im Monat von 10 bis 12 Uhr in der Holzhey-Seniorenstiftung im Papiermacherweg 4 statt

Leicht haben es die Angehörigen von Demenzkranken wahrlich nicht. Sie erwartet nämlich eine Gratwanderung: „Einerseits der Wunsch zu helfen und andererseits das Erkennen der eigenen Grenzen, das Gefühle von Überforderung oder auch Schuld wachsen lässt“, führt Doris Kettner, von Beruf Heilpraktikerin für Psychotherapie, aus. Hinzu kämen die Veränderungen in den Beziehungen zwischen dem/der Erkrankten und der Familie.

Wenn sich das Wissen und die Haltung der Gesellschaft dieser Krankheit gegenüber ändere und es mehr Einfühlungsvermögen und Kompetenz im Umgang mit den betroffenen Familien gebe, „dann ist damit ein wichtiger Schritt getan“, sagt Doris Kettner, Dies sei ihr Ziel, und dafür veranstaltet sie das Aktionswochenende Demenz.

Das Veranstaltungsprogramm ist angewachsen und wurde durch eine große Ausstellung in der Heilig-Geist-Spitalkirche ergänzt. 13 Künstler zeigen dort ihren Blick auf den Themenkreis Demenz unter dem Titel „Erinnern – noch erinnern“.. Es handelt sich um größere und kleinere Skulpturen, die frei im Raum der Hl.-Geist-Spitalkirche installiert und aufgestellt werden.

Und für die Vorträge ist es Doris Kettner gelungen, kompetente Referenten zu interessanten Aspekten zu gewinnen. Auf besondere Aufmerksamkeit dürfte am Samstag, 17. März, vor allem der Vortrag „Autofahren und Demenz“ von Krankenhaus-Chefarzt Dr. Christian Sänger um 15 Uhr stoßen. Dazu gibt es auch eine Diskussionsrunde mit einem Fachanwalt für Verkehrsrecht sowie einem Vertreter der Gebietsverkehrswacht Schongau.

Bereichert werden die Demenztage ferner durch die Fotoaktion „Grüße von Drinnen nach Draußen“ (von den Auszubildenden und Mitarbeitern des Altenheims der Heilig-Geist-Spitalstiftung) sowie durch eine Lesung des Schauspielers Uwe Kosubek mit dem Thema „Sternblumen der Erinnerung“. Eine Andacht, die auf die spirituellen Bedürfnisse der Betroffenen hinweist, beschließt die Demenz-Tage.

Das zweite Demenz-Aktionswochenende findet mit Unterstützung der Stadt Schongau und in Kooperation mit der Alzheimer-Gesellschaft Pfaffenwinkel/Werdenfels statt. Der Eintritt ist bei allen Veranstaltungen frei.

Michael Gretschmann


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