Ein ungewöhnliches Jahr hat auch Bürgermeister Falk Sluyterman hinter sich. Foto: Stadt Schongau
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Bürgermeister Falk Sluyterman übergab die Resolution des Stadtrats den Kreistags-Mitgliedern.

Angst um Standort

Der Kampf ums Schongauer Krankenhaus: Sluyterman übergibt Resolution im Kreistag

  • Katrin Kleinschmidt
    VonKatrin Kleinschmidt
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Die Schongauer haben Angst um „ihr“ Krankenhaus. Der Bürgermeister meldete sich deshalb im Kreistag zu Wort, obwohl der über das Thema öffentlich noch nicht beraten hat.

Schongau – Die öffentliche Kreistagssitzung war fast beendet, da schritt Falk Sluyterman noch einmal ans Mikrofon in der Peißenberger Tiefstollenhalle. Der Schongauer Bürgermeister informierte das Gremium darüber, dass sein Stadtrat am Vorabend eine Resolution verabschiedet hatte – um für den Erhalt des Schongauer Krankenhauses zu kämpfen.

Sluyterman verzichtete darauf, den Inhalt vorzulesen. Stattdessen überreichte er erst der Landrätin Andrea Jochner-Weiß und danach den Kreistagsmitgliedern Briefumschläge. Zuvor erläuterte er kurz, worum es ihm und dem Stadtrat gehe. „Wir haben die Sorge, dass der Standort Schongau zur Disposition steht“, sagte der Rathauschef, der für die SPD im Kreistag sitzt. Schon länger bemühe sich der Stadtrat deshalb um ein Gespräch mit Landrätin Jochner-Weiß (CSU). Bisher habe sie sich jedoch keine Zeit dafür genommen. Deshalb wollen die Schongauer nun mit der Resolution die Wichtigkeit des Themas unterstreichen.

Zusammenlegung der Häuser wird geprüft

Zum Hintergrund: Derzeit wird ein Gutachten ausgearbeitet, das die Situation der Krankenhaus GmbH beleuchtet. Zudem hatte Andrea Jochner-Weiß im Juni wohl eher unfreiwillig von ihrer Vision berichtet, die beiden Häuser zusammenzulegen. Als bei einer Pressekonferenz in München die Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum rechts der Isar vorgestellt wurde, sprach Jochner-Weiß davon, dass sie sich in der Zukunft „ein ländliches, großes Krankenhaus“ vorstellt. Auf Nachfrage der Heimatzeitung ruderte die Landrätin zwar zurück, gab aber zu, dass in dem bisher nur nichtöffentlich thematisierten Gutachten auch die Option geprüft werde, ob die Zusammenlegung beider Häuser sinnvoll wäre.

Landrätin bietet Gesprächstermin an - allerdings sehr spät

Sluyterman und der Schongauer Stadtrat halten das für einen Fehler. „Ich bitte Sie, nicht zu vergessen, dass wir der Landkreis Weilheim-Schongau sind und auch die Menschen im westlichen Landkreis eine gute Versorgung benötigen“, sagte er. Der Gesprächstermin, dem ihm die Landrätin für 17. November angeboten hatte, passte Sluyterman nicht. „Da ist es dann anscheinend zu spät.“

Denn wie auch Jochner-Weiß bestätigte, befasst sich der Kreistag an diesem Tag mit dem Thema „Krankenhaus“. Was genau auf der Tagesordnung stehen wird, wurde nicht gesagt. Voraussichtlich dürfte aber das Gutachten vorgestellt werden, das sollte in diesem Herbst fertig werden. Jochner-Weiß blieb dabei, dass sie sich nach der Sitzung Zeit für die Schongauer nehmen würde. Ein Gespräch vorher schloss sie aus. „Ich kann nicht in einen Stadtrat gehen, wenn der Kreistag noch nichts vom Thema weiß.“

Verabschiedet worden war die Resolution tags zuvor im Schongauer Stadtrat. Man fand deutliche Worte. Vor allem aber ärgerte man sich über das Verhalten von Landrätin Andrea Jochner-Weiß.

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