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Sind bestens gerüstet für Diabetes-Patienten: Chefarzt und ärztlicher Direktor Dr. Wilhelm Fischer, Oberarzt Claus Holm, Diabetesassistentin Gabriele K irsten und Pflegedienstleiterin Anne Ertel (v.l.).

Zertifikat erhalten

Diabetes-Auszeichnung für Schongauer Krankenhaus

Diabetespatienten sind im Schongauer Krankenhaus seit kurzem in allerbesten Händen. Nach einer umfangreichen Schulung des Personals wurde die Klinik von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) zertifiziert. Die Auszeichnung bekamen bislang oberbayernweit nur fünf weitere Häuser.

Schongau – Egal, ob ein Diabetes-Patient mit gebrochenem Bein oder einem entzündeten Blinddarm in die Schongauer Klinik eingewiesen wird: Er kann sich sicher sein, dass auf seine Vorerkrankung besondere Rücksicht genommen wird. Sein Blutzuckerspiegel werde bedarfsgerecht überwacht, die Narkose auf die Diabetes-Erkrankung abgestellt, und es stehe Notfallequipment für den Fall einer sogenannten Blutzucker-Entgleisung bereit, heißt es.

Die Ärzte und Pflegekräfte sind in den vergangenen zweieinhalb Jahren streng geschult worden, mit Gabriele Kirsten hat das Haus jetzt eine eigene Diabetesassistentin für die verschiedenen Abteilungen. Alle Patienten profitieren davon: „Wir haben eine routinemäßiges Screening auf erhöhte Glucosewerte“, erläutert der Chefarzt für Innere Medizin, Dr. Wilhelm Fischer. „Damit werden nicht nur die Diabetes-Patienten klar identifiziert, sondern auch die, deren Diabetes bislang unentdeckt geblieben ist“, fügt er hinzu. Demnach könne es durchaus vorkommen, dass jemand das Krankenhaus mit einem gebrochen Bein betritt und es als Diabetes-Patient wieder verlässt.

Zeigt der routinemäßige Schnelltest erhöhte Werte, ermitteln die Ärzte einen Langzeitwert. Dieser gibt Aufschluss über die Blutzuckerwerte in den vergangenen drei bis vier Monaten, die Mediziner haben ein klareres Bild. Ziel sei es, Diabetes früh zu entdecken und Folgeerkrankungen zu vermeiden, erläutern die Ärzte.

Die Patienten erhalten dazu eine umfangreiche Beratung. Nach Auskunft von Oberarzt Claus Holm (Innere Medizin) wird den Diabetikern unter anderem gesagt, dass sie sich mindestens einmal jährlich beim Augenarzt vorstellen sollten und besonderes Augenmerk auf ihre Füße legen müssen. Dort könnten Druckgeschwüre entstehen, die aufgrund verminderten Schmerzempfindens erst spät entdeckt werden. Und natürlich muss der Patient regelmäßig zu seinem Hausarzt.

Mit der Zertifizierung „Klinik für Diabetespatienten geeignet“ reagiert das Schongauer Krankenhaus auch auf die allgemeine Altersentwicklung. Jeder fünfte über 60 habe Diabetes Typ II, sie sei zur Volkskrankheit geworden, erläutert Oberarzt Holm, der das Projekt im Haus leitet. Wie viel Geld sich Krankenhaus GmbH die Zertifizierung hat kosten lassen, konnten die Beteiligen gestern bei der Vorstellung nicht in Euro fest machen. Schulungs- und Personalkosten sowie Laborkosten seien aber nicht unerheblich, hieß es. Für die Patienten und für das Gesundheitssystem sei die Zertifizierung auf jeden Fall „eine gute Investition“.

Den Titel der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) darf das Krankenhaus drei Jahre lang tragen, danach muss es sich rezertifizieren lassen. Neben Schongau haben in Oberbayern nur die Krankenhäuser in Herrsching, Dachau, Prien, Bad Tölz und Mühldorf am Inn entsprechende DDG-Zertifizierungen.

Über die DDG

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) gehört mit über 9000 Mitgliedern zu den großen medizinischen Fachgesellschaften in Deutschland. Sie unterstützt Wissenschaft und Forschung, engagiert sich in Fort- und Weiterbildung, zertifiziert Behandlungseinrichtungen und entwickelt Leitlinien. Ihr Ziel ist einen noch wirkungsvollere Prävention und Behandlung der Volkskrankheit Diabetes, von der Millionen von Menschen in Deutschland betroffen sind.

Jörg von Rohland

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