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Bei der Flutkatastrophe mit angepackt: Die größten BRK-Einsätze waren in der Ferne

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Von: Katrin Kleinschmidt

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Einsatz im Hochwassergebiet: Zehn Ehrenamtliche der BRK-Schnelleinsatzgruppe versorgten Betroffene in Ahrweiler.
Einsatz im Hochwassergebiet: Zehn Ehrenamtliche der BRK-Schnelleinsatzgruppe versorgten Betroffene in Ahrweiler. © BRK

Sanitätsdienste fielen weg, Fortbildungen aus: Die Pandemie hatte 2021 auch den Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes fest im Griff, wie die Jahresbilanz zeigt. Und doch kamen die Ehrenamtlichen auf satte 26 000 Stunden Ehrenamt. Nicht nur hier vor Ort.

Landkreis – Es war das zweite Jahr im Pandemiemodus für das Bayerische Rote Kreuz im Landkreis – und so ist auch die Bilanz der Kreisbereitschaftsleitung für 2021 eine ungewöhnliche: Denn alle internen Aktivitäten mussten auf ein Minimum beschränkt werden, es gab Einsatzvorschriften für das Helfen in Pandemiezeiten, Lehrgänge konnten fast nur online stattfinden – wenn sie überhaupt stattfanden. Und trotzdem: Tatenlos waren die rund 460 Mitglieder der Bereitschaften im Landkreis nicht. Insgesamt kamen sie auf 26 000 ehrenamtlich geleistete Stunden, berichtet Kreisbereitschaftsleiter Thomas Bieringer: „Allein über 1500 davon bei der Unterstützung der Corona-Tests.“

Die klassischen Sanitätswachdienste bei Veranstaltungen fielen hingegen reihenweise aus: Nur 25 Mal war das BRK dafür 2021 im Einsatz. Zudem leistete es 95 weitere Hilfeleistungen und betreute 26 Blutspendetermine, bei denen sich insgesamt 3247 Menschen bereiterklärten, Blut abzugeben.

Führen den Kreisverband seit vergangenem Jahr: (v.l.) Die zweite stellvertretende Bereitschaftsleiterin Renate Schweiger, Kreisbereitschaftsarzt Dr. Wilhelm Fischer, Kreisbereitschaftsleiter Thomas Bieringer und sein Stellvertreter Michael Limbrunner.
Führen den Kreisverband seit vergangenem Jahr: (v.l.) Die zweite stellvertretende Bereitschaftsleiterin Renate Schweiger, Kreisbereitschaftsarzt Dr. Wilhelm Fischer, Kreisbereitschaftsleiter Thomas Bieringer und sein Stellvertreter Michael Limbrunner. © BRK

Zu den planbaren Tätigkeiten kamen zahlreiche weitere Einsätze bei Notfällen hinzu. Allein die vom BRK geführten „Helfer vor Ort“-Gruppen rückten 894 Mal aus, leisteten 3578 Stunden.

Die größten Einsätze aber hatten die Ehrenamtlichen des BRK außerhalb des Landkreises. Zehn Helfer der „Schnelleinsatzgruppe Verpflegung“ packten nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz Ende Juli drei Tage vor Ort mit an, in denen sie rund 1800 Betroffene versorgten. Im Oktober eilten insgesamt 20 Ehrenamtliche aus dem Landkreis nach Geretsried, um zehn Stunden lang bei einer Großevakuierung mit zu helfen. Im gleichen Monat hatten sich mehrere Rettungshundeteams an der Suche nach der vermissten Julia bei Furth im Wald beteiligt – die Achtjährige wurde schließlich von einem Forstarbeiter gefunden und letztlich gerettet.

Und das Helfen geht auch heuer nahtlos weiter. „Für 2022 erwarten wir eine deutliche Annäherung an die Zeiten vor der Pandemie“, blickt Bieringer, der 2021 zum Bereitschaftsleiter gewählt wurde, voraus. „Schon jetzt erhalten wir mit der Aufhebung fast aller Corona-Beschränkungen deutlich mehr Anfragen für Sanitätswachdienste.“ Zudem plant das BRK, eine „Helfer vor Ort“-Gruppe in Huglfing zu gründen.

Und auch in die Ausbildung soll nun wieder viel Zeit investiert werden. Bieringer kündigt an: „Wir arbeiten intensiv daran, die Qualifizierungslücken der Helfer, Leitungs- und Führungskräfte, die in den beiden vergangenen Jahren durch den Ausfall der Lehrgänge entstanden sind, zu schließen.“

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