So könnte die neue Rutsche im Schongauer Familienbad „Plantsch“ aussehen.
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So könnte die neue Rutsche im Schongauer Familienbad „Plantsch“ aussehen.

Diskussion im Stadtrat

Das Schongauer Plantsch bekommt eine neue Rutsche - trotz Kostensteigerung

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Gespart werden muss in Schongau an allen Ecken und Enden, die neue Rutsche bekommt das Plantsch aber trotzdem. Obwohl sie deutlich mehr kostet als geplant.

Schongau – Mit Blick auf den Corona-Haushalt und die hohen Belastungen, die noch auf das Schongauer Stadtsäckel zukommen, stand in der Stadtratssitzung auch das Schongauer Plantsch auf dem Prüfstand. Nicht das Bad selbst, vielmehr die Realisierung der noch geplanten Maßnahmen. Im Bereich Badewassertechnik könnte man ohnehin nichts mehr stoppen, machte Stadtbaumeister Sebastian Dietrich deutlich. Die Gebäudeautomation der Pumpentechnik ist bereits fast fertiggestellt. Und die neuen Badewasserfilter mit sogenannter Glasperlentechnik müssen eingebaut werden, das ist gesetzlich vorgeschrieben.

Betrachtet man allein die Mühen, die das städtische Bauamt hatte, bis die Förderung für die Sanierung in drei Bereichen eingetütet war, dürfte das Thema gar nicht mehr auf den Tisch. Daran erinnerte auch Kornelia Funke (CSU). Von den 2018 im September angenommenen Gesamtkosten von rund einer Million Euro werden 450 000 Euro übernommen. Diese Zusage kam im Dezember 2019. Nun kam es aber zwischenzeitlich zu einer erheblichen Kostensteigerung, speziell der Ersatzneubau der beliebten Wasserrutsche wird deutlich teurer. Während anfangs mit einer halben Million Euro gerechnet worden war, lautete der konkrete Förderantrag dann auf 560 000 Euro. Nun liegt die aktuelle Kostenaufstellung bei 895 000 Euro, das sind 335 000 Euro mehr.

Schongaus Stadtbaumeister warnte davor, die Rutsche aus dem Sanierungspaket rauszunehmen

„Die Kostenmehrung beruht weniger auf dem eigentlichen Rutschenaustausch, sondern vielmehr auf der deutlich teureren Beton- und Fußbodensanierung im Rutschenauslauf“, erläutert Bad-Chef Andreas Kosian auf Nachfrage der Schongauer Nachrichten. Angefangen von einer Betonstütze über den gesamten Fußbodenaufbau bis zur Anbindung der Überlaufrinnen müsse alles generalsaniert werden. Außerdem muss sich das Kommunalunternehmen aufgrund des Bundes-Förderzuschusses einen zwingend vorgeschriebenen Fachplaner leisten. „Der wäre alleine für die Rutsche sonst so in diesem Maß nicht nötig gewesen“, schätzt Kosian. Nicht zuletzt spielt aber auch der Zeitfaktor eine Rolle. Die ersten Angebote, was der reine Ersatz der Rutschanlage kosten könnte, liegen ja bereits drei Jahre zurück.

Von den aktuell geschätzten Gesamtkosten – für alle drei Maßnahmen 1,35 Millionen Euro – ist ein Großteil bereits im aktuellen Haushalt enthalten, rund 46 000 Euro müssen für 2021 mit eingeplant werden, war die Auskunft im Stadtrat. Stadtbaumeister Sebastian Dietrich warnte eindringlich davor, die Rutsche aus dem Sanierungspaket rauszunehmen. Nach Rücksprache mit der Förderstelle könne dies die gesamte Förderung gefährden, die Gelder also eventuell komplett gestrichen werden. Auch rechnete er vor, dass auch der alleinige Rückbau der Rutsche mit erheblichen Kosten verbunden sei.

Stadtrat spricht sich für Rutsche im Plantsch aus

„Die Rutsche ist wichtig“, setzte sich Alexander Majaru (SPD) dafür ein, den Ersatz nun anzugehen. „Als Vater kenne ich die leuchtenden Kinderaugen, sobald man das Bad betritt.“ Einstimmig beschloss der Stadtrat, trotz Kostenerhöhung die Rutsche in Auftrag zu geben.

Die neue Rutsche „Magic Tube“ bekommt laut Planskizze eine Länge von etwas mehr als 82 Meter, in etwa so lang wie bisher. 7,50 Meter geht es mit den GFK-Reifen nach unten. Das durchschnittliche Gefälle liegt bei über neun Prozent. Verschiedene Licht- und Soundeffekte soll es geben, gewünscht war auch ein Element mit „Sicht ins Freie“, man darf sich also überraschen lassen.

An erster Stelle der Anforderungsliste steht aber eine möglichst wirtschaftliche Wärmedämmung, auch ein maximaler Wasserverbrauch pro Stunde ist festgeschrieben.

Neue Rutsche fürs Plantsch: Baubeginn noch ungewiss

Die Ausschreibungsunterlagen für die Rutsche sollen so rasch wie möglich versendet werden. Das ist zumindest der Wunsch des Bad-Chefs, der die Plantsch-Attraktion gerne bis zum Freibadbetrieb am 1. Mai verwirklichen würde. Allerdings hat Kosian eben erfahren, dass es sich noch etwas hinziehen könnte, bis die zur Prüfung eingereichten Unterlagen aus Berlin zurück sind. Wann also genau mit dem Bau der Rutsche begonnen werden kann, steht noch in den Sternen.

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