Ohne eine kräftige Finanzspritze der Stadt Schongau wird das Eisstadion wohl irgendwann leer stehen, weil der TSV Schongau die Kosten nicht mehr tragen kann. Dringend saniert werden muss die Dachkonstruktion.
+
Ohne eine kräftige Finanzspritze der Stadt Schongau wird das Eisstadion wohl irgendwann leer stehen, weil der TSV Schongau die Kosten nicht mehr tragen kann. Dringend saniert werden muss die Dachkonstruktion.

TSV macht sich Sorgen

Schongau: Die Zukunft des Eisstadions hängt an der Stadt

  • Elke Robert
    vonElke Robert
    schließen

Der TSV sieht frostigen Zeiten entgegen: Wenn die Stadt Schongau dem Verein nicht finanziell gehörig unter die Armen greift, kann es sein, dass das Eisstadion schließen muss. Und das nicht nur wegen Corona. Es stehen auch dringende Sanierungen an, die der Verein nicht alleine stemmen kann.

  • Die Ausgaben für das Schongauer Eisstadion belasten den TSV sehr
  • Ein Antrag ist unterwegs Richtung Stadt
  • Ohne eine deutliche finanzielle Unterstützung steht die Zukunft des Schongauer Eissports in den Sternen

Schongau – Dieser Tage geht ein Antrag vom TSV Schongau in die Post in Richtung Stadt Schongau. Der Inhalt ist eigentlich gleichbedeutend mit der Zukunft der Eislaufabteilung EAS. Es geht um den Ausgleich des aufgelaufenen Defizits und Gelder für wichtige Baumaßnahmen. In jüngster Zeit hatte TSV-Chef Ralf Konstantin mit Vorstandsmitgliedern bereits alle Fraktionen im Stadtrat wie auch die Stadtverwaltung über den Sachstand informiert, demnächst soll der Stadtrat dann über den Antrag entscheiden. „Dem gesamten Vereinsausschuss ist bewusst, dass es zu einer Schließung des Eisstadions kommen kann. Keiner von uns möchte diese Entscheidung so treffen“, fasst Konstantin eine interne Sitzung der vergangenen Woche zusammen. Worüber man sich im Verein – alle Abteilungen wie auch der Vorstand – ebenfalls einig ist: Dass der TSV Schongau eine derartige Summe – es geht um sechsstellige Beträge – zum Ausgleich des Defizites der EAS nicht noch einmal stemmen kann und wird.

Der TSV Schongau ist Träger des Eisstadions

Zum Hintergrund: Der Stadt gehört der Grund, auf dem das Eisstadion steht. Der Pachtvertrag zwischen TSV und Stadt läuft noch sechs Jahre. „Schon jetzt ist der Betrieb des Eisstadions nur durch die finanzielle Unterstützung der Stadt Schongau möglich“, so Konstantin. Aber der Verein steht finanziell mächtig unter Druck: Trotz des Zuschusses seitens der Stadt in Höhe von 40 000 Euro, sind 2020 rund 43 000 Euro Schulden aufgelaufen, und das Betriebskostenkonto ist seit Jahren im Minus. Im Schnitt 120 000 bis 150 000 Euro Ausgaben müssen jährlich finanziert werden, 2020 waren es 162 000 Euro. Auch wenn es seit 2018 eine Vereinbarung mit der Stadt zur Defizitkostenübernahme gibt, werden diese Gelder erst zeitverzögert gezahlt.

Der Hauptverein kann die Zwischenfinanzierung nicht mehr leisten

Wie Konstantin erklärt, bräuchte der TSV nun aber dringend einen Vorschuss, weil der Verein die Gelder für die Eislaufabteilung nicht weiter zwischenfinanzieren kann. 2020 hat der Hauptverein bereits 50 000 Euro überwiesen, um den Stadionbetrieb aufrecht zu erhalten. „Das führt beim TSV dazu, dass wir Bauchschmerzen bekommen“, macht Konstantin unmissverständlich klar. Wenn dann im Herbst zwar Vereinssport stattfindet, aber die Halle erneut nicht vermietet werden darf, sprich kein Publikumslauf stattfinden kann, keine Eisdisko, keine Nutzung durch Schulen, laufen neue Schulden auf. Insgesamt geht es jetzt also um einen Defizitausgleich von rund 100 000 Euro plus einen Vorschuss von eventuell weiteren 30 000 bis 50 000 Euro für das zweite Halbjahr. Und es bestehen sogar noch alte Verbindlichkeiten zwischen EAS und Hauptverein.

Weitere wichtige Sanierungsmaßnahmen sind geplant - wer soll das

Und wer soll den Löwenanteil der Sanierungsmaßnahmen übernehmen? Das Stadiondach muss dringend gemacht werden, das ergibt sich auch aus der neuen Untersuchung eines Ingenieurbüros. Und seit Jahren debattiert man über Sanierung oder Neubau des Umkleide- und Technikgebäudes – jetzt liegen Zahlen vor.

Auch eine Ausgliederung des Stadionbetriebs aus dem TSV stand in der Diskussion. „Eine schöne Idee“, so Konstantin. Nicht zuletzt würde sich für die Vorstandschaft das Risiko reduzieren, einige Mitglieder stehen nämlich mit ihrem Privatvermögen persönlich in der Haftung. Aber es würde auch Probleme mit sich bringen. Konstantin ist davon überzeugt, dass sich „kein Betreiber finden würde, der das für einen Appel und ein Ei macht, das kann auf der Basis Ehrenamt nicht funktionieren“. In seinen Augen steht und fällt der gesamte Betrieb des Eisstadions mit der Bereitschaft, ehrenamtlich zu arbeiten. Sein Fazit: „Ohne Unterstützung der Stadt kann in Schongau ein Betrieb des Eisstadions nicht weiter stattfinden, so leid es mir tut für die Eislaufabteilung, aber das kann sich der TSV nicht leisten.“

Schongau-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Schongau-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Schongau – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare