Mit Abstand, aber vor Publikum: Bürgermeister Falk Sluyterman (l.) und Brauer Stephan Albrecht stießen mit dem „Fastinator“ an.
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Mit Abstand, aber vor Publikum: Bürgermeister Falk Sluyterman (l.) und Brauer Stephan Albrecht stießen mit dem „Fastinator“ an.

Zahlreiche Zuschauer daheim

Schongauer Brauhaus: Digitales Starkbierfest wie am Nockherberg

Was auf dem Nockherberg funktioniert, geht doch auch in Schongau. Das dachten sich Stephan und Sophia Albrecht vom Schongauer Brauhaus und luden zum virtuellen Starkbieranstich. Und ja: Ein geselliger Abend ist auch online möglich.

Schongau – Gute Vorbereitung ist die halbe Miete. Professionelles Equipment, das die Hälfte des Erdgeschosses des Brauhauses einnahm, ermöglichte es rund 120 Teilnehmern, via Zoom oder Livestream auf den sozialen Kanälen live dabei zu sein. Und die Akteure auf der Bühne wiederum hatten zumindest ein bisschen das Gefühl, vor Publikum zu stehen, denn die Zoom-Teilnehmer waren auf einem großen Bildschirm zugeschaltet. Auch wenn man diese nicht hörte, so konnte man sich beim Blick auf die zuprostende und lachende Online-Gemeinde die gute Stimmung vorstellen, die bei einem „normalen“ Starkbieranstich geherrscht hätte. Denn die Gäste wurden bestens unterhalten, mit Musik, Kabarett und Verkostung des süffigen „Fastinators“, den tatsächlich fast alle zur Hand hatten.

Beim Anzapfen gab‘s Probleme

Brauer Stephan Albrecht, der eloquent und zeitweise frech durch die knapp anderthalb Stunden Stream führte, war ein wenig nervös. Denn natürlich war eine Veranstaltung in dieser Form auch für ihn ein Novum. Und gerade, als alles wie am Schnürchen lief, passierte der Klassiker der Pannen.

Doch von vorne: Bürgermeister Falk Sluyterman hatte es sich nicht nehmen lassen, ins Brauhaus zu kommen, um das letzte Fass des „Fastinators“ anzuzapfen. „Ich danke euch, dass ihr mit dieser Aktion ein bisschen Normalität in unser Leben bringt“, lobte das Stadtoberhaupt in seiner Ansprache, und freute sich auf den ersten Schluck Starkbier.

Profi-Equipment machte einen virtuellen Starkbieranstich möglich, die Musik der „Familienmusik Mayer“ ging störungslos über den Äther.

„Ich habe das ja schon öfter gemacht, und dieses Mal haben wir einen stabileren Hahn, nicht aus Plastik, da wird es ganz leicht gehen.“ Dachte er. Nach vier Schlägen war klar: Der Zapfhahn passt nicht ins Fass. Auch der Ersatz aus Plastik nicht. „Das ist mir so peinlich“, betonte Albrecht, die Gesichtsfarbe wechselnd, immer wieder. „Dann machen wir es jetzt auf die preußische Art.“ Sprach’s und holte einen Pumphahn. So floss letztlich doch das flüssige Gold in die Krüge.

Kabarettistin sorgte für Lacher

Die Anwesenden und auch das Online-Publikum nahmen es mit Humor, und spätestens nach dem „Prosit der Gemütlichkeit“ war die kleine Panne schon wieder vergessen. Das Prosit kam von der wunderbaren „Familienmusik Mayer“ aus Raisting, die mit ihren zünftigen Stücken, mal auf der Bühne, mal aus dem Off, für die perfekte musikalische Umrahmung des Abends sorgte.

Für die Lacher war Kabarettistin Martina Ottmann aus München verantwortlich, die immer wieder versuchte, in ihr Programm lokale Bezüge einzubauen und die virtuellen Gäste direkt anzusprechen. Diese gelungene Mischung kam an. Bis zum Samstagvormittag hatten sich bereits rund 2500 Personen den Stream angeschaut. So viele Menschen hätten im Brauhaus gar keinen Platz gehabt.

Dennoch hoffen natürlich alle Beteiligten, dass der nächste Starkbieranstich wieder eine Präsenzveranstaltung wird. „Auch wenn ich dieses Mal froh bin, dass ich keinen von euch nach Hause bringen muss“, meinte Stephan Albrecht mit einem Augenzwinkern, denn alle Teilnehmer waren ja „ganz brav“ daheim.

Christine Wölfle

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