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Regisseurin Doris Dörrie (im Bild oben links) bei den Dreharbeiten in Lechbruck: Die Kinder sollen Blumen in die Wanne werfen, Dörrie erklärt ihnen, wie sie es am liebsten hätte.

Doris Dörrie dreht im Schongauer Land

Kirschblüten-Dreh, die zweite

Regisseurin Doris Dörrie arbeitet gerade an der Fortsetzung ihres hochgelobten Films „Kirschblüten Hanami“ – und zwar überall im Schongauer Land. „Dämonen zum Tee“ soll im nächsten Jahr in die Kinos kommen.

Schongau Zehn Jahre später. Die Kinder von Trudi (Hannelore Elsner) und Rudi (Elmar Wepper), die in „Kirschblüten Hanami“ den Tod fanden, treffen sich auf dem elterlichen Hof. Die Vergangenheit wird beschworen, alte Wunden brechen auf und die Eltern erscheinen den zurückgebliebenen Kindern als leibhaftige Geister. Mehr soll noch nicht verraten werden über die Geschichte des neuen Films, der wieder Großteils auf dem alten Hof der Familie Schilcher aus Lechbruck spielt. Aber auch im Schongauer Krankenhaus, in der Musikkneipe Eulenspiegel, am Schmuttersee und in Kreuth war das Filmteam schon unterwegs. Aus Berchtesgaden wurden die traditionsreichen Buttnmandl importiert.

Der Schilcherhof liegt auf einem Hügel über dem Lech mit Blick über Löwenzahnwiesen auf die Berge. Unter einem Baum sitzt Birgit Minichmayr auf einer schattigen Bank und herzt eins ihrer im Januar geborenen Zwillingsmädchen. Etwas später gesellt sich Golo Euler mit einer Gitarre zu ihr. Etwas weiter sitzt Floriane Daniel und tippt auf ihrem Smartphone. Felix Eitner post derweil vor einer weißen Leinwand im Freien für den Fotografen. Drehpause für die Darsteller der Film-Nachkommen und Idylle pur.

Im Bauernhof stolpert man im Hausflur erst einmal über einen Technik-Wagen mit Kabeln und Monitoren, an dem ein leicht genervter Techniker sitzt. In der guten Stube hat wohl gerade eine Brotzeit stattgefunden, die Überreste liegen noch auf dem Tisch vor der großen Eckbank. „Schön, dass das alles noch so erhalten ist. Wir brauchten kaum etwas zu verändern“, meint Produktionsleiterin Ruth Stadler mit Blick auf den blaugrünen Kachelofen, die altersgewölbten Bodendielen, ein rotes Samtsofa und einen braunen Cordsessel. Authentische Atmosphäre, die später im Film zu bewundern sein wird. Auch ein Titelblatt der Schongauer Nachrichten aus dem Jahr 2007 wurde schon gebraucht.

Düsterer ging es kürzlich bei den Dreharbeiten in der Schongauer Musikkneipe Eulenspiegel zu. Dort traten für die Dreharbeiten auch die traditionellen Buttenmandl aus Berchtesgaden auf. 

Überhaupt gestalten sich die Dreharbeiten in der Region sehr angenehm, wie Stadler betont. „Wir werden sehr unterstützt.“ Bis 4. Mai sollen die Dreharbeiten noch dauern. Dazu kommen sechs Tage in München und acht Tage in Japan. Karl, der Sohn aus „Kirschblüten Hanami“ (gespielt von Golo Euler), trifft nämlich wieder auf die Japanerin Yu (Aya Irizuki), die seinem Vater in den letzten Tagen auf seiner Japanreise Gesellschaft leistete und mit der er in der letzten Szene am Grab stand.

Hinter dem Haus sitzt Regisseurin Doris Dörrie neben Kameramann und Tontechniker in der Wiese und erteilt einer kleinen Gruppe aus zwei niedlichen dunkelhäutigen Mädchen mit dunklem Kraushaar und einer putzigen Blondine im Ringelpulli Anweisungen. Die Mädchen sollen Löwenzahnblumen pflücken. „Und jetzt hochwerfen“, kommandiert Dorris Dörrie. Gelbe Blüten wirbeln durch die Luft und rieseln auf üppige dunkle Löckchen – ein plakatives Bild, typisch für Doris Dörrie-Filme. Man darf gespannt sein.

Von Ursula Fröhlich

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