Wenn das mal keine Punktlandung ist: Carina Weihofen mit Lennart haben bis zur Wieder-Eröffnung durchgehalten.
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Wenn das mal keine Punktlandung ist: Carina Weihofen mit Lennart haben bis zur Wieder-Eröffnung durchgehalten.

Glückliche Mütter

Drei Babys am ersten Tag: Gelungener Neustart der Geburtshilfe in Schongau

  • Barbara Schlotterer-Fuchs
    vonBarbara Schlotterer-Fuchs
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Mit dem ersten Türchen am Adventskalender hat sich auch die Pforte der Geburtenstation in Schongau nach der wochenlangen Schließung wieder geöffnet – gleich drei Mütter haben dort in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch entbunden.

  • Nach der wochenlangen Schließung ist die Geburtshilfe im Schongauer Krankenhaus wieder offen
  • Gleich drei Mütter haben dort in der Nach von Dienstag auf Mittwoch entbunden
  • Die Hochschwangeren hatten bis zuletzt auf eine Geburt in Schongau gehofft

Schongau – Ein bisschen ist es fast so, als hätten die Bauchzwerge darauf gewartet, dass sie hier das Licht der Welt erblicken dürfen. Nie hatte Carina Weihofen gedacht, dass der kleine Lennart es noch so lange schafft. Wir erinnern uns: Noch im November hatten wir mit der Hochschwangeren aus Hohenpeißenberg gesprochen, die befürchtet hatte, es nicht mehr rechtzeitig in eine weiter entfernte Klinik zu schaffen. Und tatsächlich: Nur zehn Minuten nach dem „Check-in“ in der Klinik hat es gedauert, dann war Lennart auch schon da.

Als erstes Baby nach dem Lockdown in der Geburtshilfe erblickt Mathilde dort das Licht der Welt

Besonders witzig: Auch Mama Franziska Barnsteiner kennen unsere Leser bereits von besagter Ausgabe im November. Auch sie hatte hochschwanger bis zuletzt auf eine Geburt in Schongau gehofft – und schafft es. Als erstes Baby nach dem Geburtshilfe-Lockdown kommt die kleine Mathilde im Schongauer Kreißsaal auf die Welt.

Höchste Sicherheit für Mütter und Kinder sowie die Belegschaft

Jubel auch auf der Geburtenstation, wo die vier Babys (ein weiteres wurde am Mittwoch geboren) und ihre Mütter sich jetzt erholen können. „Wir haben uns wahnsinnig gefreut.“ Stationsleitung Kirsten von der Heide ist die Erleichterung deutlich anzumerken. „Diese Station hier ist meine Herzensangelegenheit.“ Jeden Tag hatte sie mitgebangt und am neuen Konzept mitgearbeitet, das trotz Corona höchste Sicherheit für Mütter und Kinder sowie Belegschaft gewährleistet.

Belegärztin hat einen solchen Dienst noch nie erlebt

Dazu gehören auch Schutzkleidung, Masken und Tests. Alles neu auf Station und im Kreißsaal. „Es war viel los, richtig turbulent“, freut sich auch Frauenärztin Marlene Schweyer. Seit vielen Jahren arbeitet sie hier als Belegärztin in der Geburtshilfe. Einen solchen Dienst hat sie noch nie erlebt. Drei Geburten in drei Stunden mit Schutzkleidung. Rein in Schutzkleidung A. Raus und rein in Schutzkleidung B für die andere Patientin. „Aber es hat echt gut funktioniert.“

Trotz Stress ist die Stimmung riesig: „Das ganze Haus hat sich gefreut“

Trotz Stress: Die Stimmung war riesig an diesem Tag in der Geburtshilfe und auf Station. Gratulationen gab es kurioserweise nämlich nicht nur für die frisch gebackenen Eltern, sondern auch für das Entbindungs-Team. „Als ich zum Dienstzimmer gegangen bin, haben mir alle vom Personal gratuliert. Das ganze Haus hat sich gefreut“, erzählt Schweyer lachend. Sie zieht auch eine erste Bilanz zur Umsetzbarkeit des Hygiene-Konzepts. „Am Anfang war es ein bisschen ungewohnt, aber das Konzept ist wirklich richtig gut.“

Toller Neustart auch für die Hebammen

Ein toller Neustart ist das für die Schongauer Hebammen. „Mit drei Geburten am ersten Tag haben wir nicht gerechnet“, erzählt Melanie Holzmann. Als sie in ihrer Schicht die erste Schwangere unten am Eingang abholen und auf Station Bescheid geben konnte, „haben alle einen Luftsprung gemacht“.

Bis zuletzt hatte Franziska Barnsteiner auf eine Entbindung in Schongau gehofft – Mathilde wurde jetzt dort geboren.

Mit Stephanie Glötzl-Widl und Sibylle Kutzner waren dann in der Schicht darauf gleich zwei Hebammen bei den Geburten dabei – für jede Entbindung eine. So sieht es das Konzept vor. Und auch wenn sich die Hebammen erst an so manches gewöhnen müssen: „Wir haben uns alle riesig über so einen tollen Start und das große Vertrauen gefreut, das uns unsere Mamas entgegenbringen.“

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