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Ein Schongauer Bankkunde beschwert sich

Gilt bei Sparkasse Oberland: Weilheim zuerst?

Die Fusion der Kreissparkasse Schongau und der Vereinigten Sparkassen Weilheim zur Sparkasse Oberland ist zwar offiziell vollzogen, aber es wird noch bis in das nächste Jahr hinein dauern, bis einheitliche Bedingungen für alle Kunden geschaffen sind. Einer hat sich über die Ungerechtigkeit beschwert.

Schongau – „Einen Schnellschuss wird es nicht geben“, kündigte Alexander Schmitz, Vize-Chef der Sparkasse Oberland, auf Anfrage der Heimatzeitung an. Allein die technische Umstellung erfordere viel Aufwand. Und bis dann noch einheitliche Girokonditionen für alle Kunden der früheren Kreissparkasse Schongau und der Vereinigten Sparkassen Weilheim geschaffen seien, würden noch einige Monate vergehen.

Konkret liegt der Fall eines Sparkassenkunden aus dem Schongauer Land vor, der eine Gleichbehandlung aller Kunden bei der Sparkasse Oberland einfordert. Er will anonym bleiben, schildert aber nachfolgend sein Anliegen: „Ich bin seit Jahren Kunde bei der Sparkasse Schongau – jetzt Oberland. Vor etwa eineinhalb Jahren wurden die Kunden der Sparkasse indirekt gezwungen (die niedrigen Zinsen seien daran schuld), ein kostenpflichtiges Giro-Konto zu nehmen. Mir wurde ein Konto mit 5,49 Euro pro Monat angeboten; dies sei das Beste für mich.“

Auf der Homepage der Sparkasse hat besagter Kunde aus dem Schongauer Land mehr oder weniger per Zufall entdeckt, dass es ein „S-Giro Online“ für 1,98 Euro pro Monat gibt. „Fast die komplett gleichen Leistungen wie bei meinem aktuellen Giro-Konto“, stellte er fest.

Alexander Schmitz ist Vize-Chef derSparkasse Oberland

Bei einem Anruf bei der Hotline in Weilheim wollte er zu diesem günstigen Konto wechseln. Dabei sei ihm geradeheraus gesagt worden, dass dies ein „altes Weilheimer Modell“ sei und nicht für Schongauer Kunden zur Verfügung stehe. „Nach einer Gleichbehandlung von Schongauer und Weilheimer Kunden klingt das nicht“, stellte der Sparkassenkunde fest. Gelte da womöglich „Weilheim first“?

Vize-Chef Alexander Schmitz von der neuen Sparkasse Oberland hat sich diesen Fall schildern lassen – und jetzt konkret Stellung dazu bezogen. Die Kontogebühr für 1,98 Euro gebe es in Weilheim nur, wenn der Kunde ein durchschnittliches Guthaben von 2000 Euro auf seinem Konto habe. Sei dies nicht der Fall, läge die Gebühr in Weilheim bei monatlich 4,95 Euro. Das wäre aber immer noch billiger als die 5,49 Euro, die der Kunde der früheren Kreissparkasse Schongau monatlich bezahlen muss.

„Dort sind aber einige Leistungen enthalten, die bei den Weilheimer Konten noch gebührenpflichtig sind“, klärt Schmitz auf. Man dürfe somit nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Die Schongauer Gebühr von 5.49 Euro könne sich sogar noch um 25 Prozent auf 4,11 Euro reduzieren, weil es hier für Stammkunden weitere Produkte gebe, was in der Weilheimer Variante nicht der Fall sei. Bei Neuabschlüssen gelten laut Schmitz bereits einheitliche Regelungen für Schongauer und Weilheimer Kunden.

Weil aber die neue Sparkasse Oberland nur zufriedene Kunden haben will, zeigen sich die Bankchefs kulant. Wie Schmitz im Gespräch mit der Heimatzeitung andeutete, könne sich der Kunde, der sich hilfesuchend an die Heimatzeitung gewandt habe, bei Michael Kaiser, dem Leiter der Sparkassengeschäftsstelle in der Münzstraße in Schongau, melden. „Wenn der Kunde die Weilheimer Variante haben will, dann kriegt er sie auch“, sagte Schmitz.

Von Michael Gretschmann

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